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Wenn Frau Merkel nach Potsdam-Mittelmark käme...

Landratswahl Potsdam-Mittelmark Wenn Frau Merkel nach Potsdam-Mittelmark käme...

Knapp 180.000 Wahlberechtigte sind am Sonntag aufgerufen, den künftigen Landrat im Landkreis Potsdam-Mittelmark zu wählen. Bei der Stichwahl am 9. Oktober tritt Franz Herbert Schäfer (CDU) gegen Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) an. Die MAZ legte den beiden Kandidaten Fragen vor und bat um kurze und heiter-informative Antworten.

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Wer sitzt ab dem 16. Februar 2017 auf dem Chefsessel im Landratsamt von Potsdam-Mittelmark?

Quelle: Thomas Wachs

Potsdam-Mittelmark. In Potsdam-Mittelmark entscheiden am 9. Oktober die Bürger in einer Stichwahl, wer für die nächsten acht Jahre als Landrat die Geschicke des Landkreises lenken soll. Die MAZ legte Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) und Herausforderer Franz Herbert Schäfer (CDU) einen Fragekatalog vor.

MAZ: Die Bundeskanzlerin macht einen Abstecher nach Potsdam-Mittelmark: Welche Gegend zeigen Sie ihr und was erzählen Sie ihr vom Landkreis?

Wolfgang Blasig: Einen Abstecher hat Sie bereits öfter nach Potsdam-Mittelmark gemacht, um sich die blühenden Landschaften beispielsweise im Rosengut Langerwisch anzusehen. Erzählen würde ich ihr, dass es mit der richtigen Strategie möglich ist, schuldenfrei ganz im Sinne vieler zusätzlicher Leistungen für unsere Bürgerinnen und Bürger zu regieren.

Franz Herbert Schäfer: Ein Spaziergang über den Baumkronenpfad in Beelitz-Heilstätten verschafft einen Eindruck von dem Potenzial der Menschen hier im ausgehenden 19. Jahrhundert. Mehr als hundert Jahre später zeichnen sich auch heute die Mittelmärker durch innovative Schaffenskraft in Handwerk, Wirtschaft und Landwirtschaft, im Ingenieurwesen und in der Medizin aus. Ihre Lebensfreude, Liebe zur Heimat und Achtung der Natur bleiben niemandem verborgen.

Der  Herausforderer

Der Herausforderer: Franz Herbert Schäfer (CDU), hier bei der Stimmabgabe im ersten Wahlgang vor zwei Wochen.

Quelle: Jacqueline Steiner

Wenn Sie einen Zeitungsartikel über Ihre kommende Amtszeit schreiben müssten: Welche Überschrift würden Sie wählen?

Blasig: Potsdam-Mittelmark – Der Landkreis der schnellen Wege. Ganz gleich ob Bus, Bahn oder Wlan – Sie kommen schnell an Ihr Ziel. Wir sind auch Spitzenreiter in der Telemedizin.

Schäfer: Der Bürgerlandrat! Plakativ benennt die Überschrift, was dringend nötig ist: Ein Amtsträger, der unters Volk geht, den normalen Leuten Gehör verschafft und allem Unmut zum Trotz auch dann Gesicht zeigt, wenn es den Bürgern unter den Nägeln brennt. Und einer, der seine Verwaltung dahin zwingt, Ermessensspielräume mutig zugunsten des Antragstellers auszuschöpfen.

Welche Schlagzeile käme über die vergangene Amtszeit?

Blasig: Potsdam-Mittelmark ist im Metropolraum angekommen.

Schäfer: Wildwuchs bei Windrädern! Noch immer Fehlanzeige beim Energie- und Klimaschutzkonzept.

Was braucht der Landkreis aktuell am nötigsten?

Blasig: Keine Sorgen mit der Kreisgebietsreform, schnelles Internet für alle und einen gut vertakteten Schienenverkehr nach Potsdam und Berlin.

Schäfer: Stammbahn, S-Bahnverlängerung von Teltow nach Stahnsdorf, Verkürzung von Taktzeiten im Bus- und Bahnverkehr, massiver Breitbandausbau, Verbesserung der ärztlichen Versorgung – sehr dicke Bretter, die zu bohren sein werden.

Wenn Sie freie Hand hätten, was im Landkreis würden Sie gern abreißen oder verschwinden lassen?

Blasig: Die Hinterlassenschaften der Müllmafia im mittelmärkischen Boden.

Schäfer: Die Regionalplanung des Landes erweist sich zunehmend als Hemmschuh bei der Entwicklung von Wohnbauflächen. Die muss verschwinden. Sie verhindert auch im Landkreis die schnelle und bedarfsgerechte Anpassung von Flächennutzungsplänen und wirkt wie eine Zwangsjacke für die kommunale Selbstverwaltung. Weitsichtige Planung und Kreativität vor Ort werden so abgewürgt.

Der Amtsinhaber

Der Amtsinhaber: Wolfgang Blasig (SPD).

Quelle: Martin Steger

Ein reicher Mittel-Mark-Fan spendiert zwei Millionen Euro, die Sie freihändig verteilen dürfen. Wer bekommt das Geld?

Blasig: Zum ersten verteile ich Spenden nie freihändig, wenn, dann würde ich bei der Höhe den Kreistag involvieren und plädieren würde ich für die Unterstützung des sozialen Wohnungsbaus.

Schäfer: Spontan gehen mir bei dem Gedanken durchaus Vereine und Verbände wie Jugendfeuerwehr, Volkssolidarität, Initiativen für Altenpflege und Begleitung von Sterbenden durch den Kopf. Aber ich bin nicht der Typ, der nach Gutsherrenart verfährt. Vielmehr werde ich gemeinsam mit meinen Fachleuten einen Plan aufstellen, wie und wo das Geld am meisten nützt.

Erzählen Sie etwas über sich, das nicht im Lebenslauf oder Wahlkampfflyer steht?

Blasig: Obwohl ich impulsiv bin, habe ich bei meiner Arbeit noch nie einen Wutanfall bekommen. Zum Erstaunen meiner Kinder und Enkel werde ich mit ZZ Top und ACDC älter.

Schäfer: Ich liebe es, zu singen, nicht nur in der Kirche. Das befreit Herz und Verstand. Als junger Mann habe ich in meinem Heimatdorf viele Jahre dem Männergesangverein angehört. Es hat mich damals fasziniert, wie es dem mir etwa gleichaltrigen Chorleiter gelang, auch die älteren Sänger für modernes Liedgut zu begeistern.

Woran glauben Sie?

Blasig: In jedem Gottesdienst lege ich das Glaubensbekenntnis ab. Wenn es mal ganz dicke kommt glaube ich an die Vernunft und das Gute im Menschen.

Schäfer: Ich bin Katholik. Mein Glaube an den gütigen Gott verleiht mir Rückhalt. Zudem durfte ich ein humanistisches Gymnasium besuchen. Respekt vor dem Mitmenschen und Toleranz sind für mich unverzichtbare Eckpfeiler unserer Gesellschaft.

Warum sollte man Sie wählen?

Blasig: Warum nicht, denn erfolglos waren die letzten Jahre meiner Amtszeit nicht.

Schäfer: Als 57-jähriger Vater von zwei Jungs im Alter von 16 und 19 stehe ich noch voll im Saft und habe sehr unmittelbaren Einblick in die Gedankenwelt unserer Jugend. Und doch rücke ich natürlich an die ältere Generation heran. Seit 20 Jahren trage ich beim Brandenburgischen Oberlandesgericht Verantwortung für mehr als 1300 Gerichtsmitarbeiter, jahrelange kommunalpolitische Erfahrung als Gemeinderatsvorsitzender bringe ich mit. Das alles befähigt mich. Und im Unterschied zu Herrn Blasig, der 8 Jahre im Amt ist, habe ich einen unbefangenen und unverstellten Blick, frische Ideen und bin entschlossen, in dieser langen Zeit entstandene Verkrustungen im Landkreis auch gegen Widerstände aufzubrechen.

Mit welcher Koalition regieren Sie im Kreistag, wenn Sie die Stichwahl gewinnen?

Blasig: Warum sollte es eine neue geben? Dafür sehe ich keinen Grund.

Schäfer: Ein Paktieren mit den Anhängern von Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht wird es mit mir nicht geben. Dass Herr Blasig als Mitglied der Partei von Willy Brandt und Helmut Schmidt, wie er es kürzlich formuliert hat, hemmungslos in diese Richtung agiert, um für die Stichwahl ganz sicher zu gehen, hat mich überrascht. Nein. Im Falle des Wahlsieges wünsche ich mir vor allem die Unterstützung von einer Koalition, die meine Kreis-CDU mit anderen Demokraten bilden wird.

Was soll man Ihnen am Ende Ihrer Amtszeit nachsagen?

Blasig: Er hat es jeden Tag versucht und manchmal sogar geschafft.

Schäfer: Er hat Potsdam-Mittelmark gut getan.

Stichwahl am 9. Oktober

In Potsdam-Mittelmark sind am Sonntag 178 242 Wahlberechtigte aufgerufen, den künftigen Landrat zu wählen.

Im ersten Wahlgang hatte keiner der fünf Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen erreicht, deshalb ist eine Stichwahl nötig. Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) kam vor zwei Wochen auf einen Stimmenanteil von 45,6 Prozent, Franz Herbert Schäfer (CDU) landete mit 21,2 Prozent auf Platz zwei.

Bei der Stichwahl muss der Sieger nicht nur mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen holen, er muss auch mindestens 15 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten auf sich vereinen. Das Quorum liegt laut Wahlleiterin Kerstin Kümpel bei 26 737 Stimmen. Wird das Quorum nicht erreicht, entscheidet der Kreistag, wer Landrat wird. Dann werden die Karten neu gemischt.

Im Kreistag gibt es eine Koalition aus SPD, CDU und den Freien Bürgern und Bauern. Die CDU hat dort einen Sitz mehr als die SPD. Die oppositionelle Linke ruft zur Stichwahl ihre Anhänger auf, Wolfgang Blasig (SPD) zu wählen.

Von Jens Steglich

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Landratswahl

Wolfgang Blasig (SPD) bleibt Landrat in Potsdam-Mittelmark. Er hat sich in der Stichwahl deutlich gegen seinen Konkurrenten Franz Herbert Schäfer (CDU) durchgesetzt. Außerdem haben mehr als 15 Prozent aller Wahlberechtigten für Blasig gestimmt. Damit hat er das erforderliche Quorum erfüllt und ist Sieger der Direktwahl.

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