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Potsdam-Mittelmark Wenn Putzmittel zur Gewissensfrage werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Wenn Putzmittel zur Gewissensfrage werden
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17:58 18.03.2018
Daumen hoch für Klimaschutz: Barbara Ral leitet beim Kreisentwicklungsforum den Arbeitskreis Mobilität/Verkehr. Quelle: René Gaffron
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Seddin

Wenn es um Klimaschutz zwischen Havel und Fläming geht, braucht es vor allem Information und Bewusstsein der Menschen. Ob bei der individuellen Entscheidung für den Umstieg in Busse und Bahnen oder bei der gemeinschaftlichen Bestellung biologischer Putzmittel für die Verwaltungen und Einrichtungen – gehört dieses Kriterium bedacht. Das ist von den Teilnehmern aller acht Arbeitskreisen während des Kreisentwicklungsforums herausgearbeitet worden. Geld, Personal und Know-how werden freilich nicht minder gefragt sein.

Etwa 100 Politiker, Verwalter und fachlich Interessierte haben am Sonnabendvormittag in der Heimvolkshochschule am Seddiner See über deren Einsatz zu beraten. Alle zwei Jahre findet diese Veranstaltung statt. Dabei werden Ideen zusammen getragen, um strategische Schwerpunkte für den Doppeltetat festzulegen, den der Kreistag Potsdam-Mittelmark für 2019/20 am Jahresende verabschieden will. Dass sich die Parlamentarier der globalen Herausforderung widmen wollen, steht augenscheinlich außer Frage.

Beim Kreisentwicklungsforum Potsdam-Mittelmark haben Akteure am in der Kreisvolkshochschule am Seddiner See in acht Arbeitsgruppen debattiert.     Quelle: Helga Brandt

Ermuntert wurden sie zu dem Engagement unter anderem durch einen Vortrag von Manfred Stock. Der Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung betonte nicht allein die Notwendigkeit, sondern vor allem die Chancen der aktuellen Entwicklung. „Je später sich die Kommunen, Unternehmen und jeder Einzelne auf die neue Situation einstellen, desto teurer werden Umkehr und Reparatur“, mahnte er.

Optimale Voraussetzungen

Die Voraussetzungen mit der Nähe zu Forschung, Technologie und Logistik seien ebenfalls für diesen Landkreis optimal. „Die Kommunen müssen in Planstellen investieren und die reichlich vorhandene Förderquellen ausschöpfen“, lautet die Empfehlung von Helmut Bauer. „Das rentiert sich“, hat der Mitarbeiter des Umweltforschungsinstituts Tübingen in Baden Württemberg schon erfahren.

Erfüllung wird stetig kontrolliert

Das Kreisentwicklungsforum fand zum neunten Mal statt. Alle zwei Jahre gibt es diese Bürgerbeteiligung, um die Strategie und Schwerpunkte für einen Doppeletat festzulegen. Vor zwei Jahren war vor allem Integration thematisiert worden.

Vorausgegangen war schon die Fachkräftetagung der Verwaltung. Es folgt noch die Abstimmung mit den Fraktionen des Kreistages Potsdam-Mittelmark.

Prioritätensetzung sowie stetige Kontrolle der Erfüllung der Festlegung haben nach Selbsteinschätzung des Landratsamtes Bad Belzig zur positiven Haushaltsentwicklung beigetragen.

„Der Anfang ist gemacht, indem der Energiebedarf in Potsdam-Mittelmark – rein rechnerisch – mehr als 90 Prozent aus erneuerbaren Rohstoffen gedeckt werden kann“, bilanzierte Vizelandrat Christian Stein (CDU) als Gastgeber der Konferenz. Nach dem vor einiger Zeit formulierten Bekenntnis zum Klimaschutz, braucht es noch Kohlendioxid- und Treibhausgas-Bilanz sowie parlamentarisch bestätigten Maßnahmenkatalog, erklärte Barbara Ral. Sie ist mit der Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes im Kreis beauftragt und hat noch einige Anregungen von den Seminarrunden auf Pinnwänden geliefert bekommen.

Beim Kreisentwicklungsforum Potsdam-Mittelmark referierte auch Helmut Bauer, Umweltforscher aus Tübingen. Quelle: Helga Brandt

Den größten Zuspruch hatte erwartungsgemäß der Arbeitskreis Mobilität/Verkehr. Die Situation ist offenkundig nicht zufriedenstellend, wie trotz langfristig in Aussicht stehender Verbesserungen bei den Bahnen und steigender Fahrgastzahlen auf den Plusbuslinien bekundet wurde. Umrüstungen von Fuhrparks auf Elektroantrieb oder Ausstattung mit Ladestationen für Elektroautos werden wohl noch länger dauern, wie es hieß.

Fortschritt wird von Bürokratie gebremst

Bürokratie hält nicht selten den Fortschritt auf, wie Barbara Ral zum Besten gab. Deshalb könnten gerade digitale Angebote von Verwaltungen, aber auch Handel und Dienstleistungen absehbar zur Vermeidung von Verkehr als hierzulande größten Klimakiller führen.

Freilich lohne es nicht mehr zu warten, bis alle überzeugt seien. „Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“, sagt Barbara Ral. Vielmehr setzt sie auf Erkenntnisgewinn durch das Wirken der Vorreiter wie Agrar GbR Treuenbrietzen, Hotel „Linther Hof“ und allen voran Neue-Energien-Forum Feldheim.

Von René Gaffron

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