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Wenn Schauspiel und Kulisse überwältigen

Parkpoeten mit den Stadtgauklern Wenn Schauspiel und Kulisse überwältigen

Ein bisschen Wind kann einer versierten Laientheatergruppe wie den „Stadtgauklern“ aus Treuenbrietzen nichts anhaben. Das ein oder andere Lüftchen sorgte sogar für ordentlich Lacher. Zum zweiten Mal sind die Jugendlichen bei der Veranstaltungsreihe „Parkpoeten“ aufgetreten – und haben den Zuschauern gleich noch eine Lebensweisheit mitgegeben.

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Die „Stadtgaukler“ haben bei der Veranstaltungsreihe „Parkpoeten“ in Treuenbrietzen das Publikum oft zum Lachen gebracht.

Quelle: Christin Iffert

Treuenbrietzen. Kaum ein Platz blieb unbesetzt, als am Mittwoch am Himmel-Denkmal in Treuenbrietzen die Veranstaltungsreihe „Parkpoeten“ die zweite Auflage erlebte. Passend dazu gab es zwei Akte des Lustspiels „Das Posthaus in Treuenbrietzen“ von der Laientheatergruppe „Stadtgaukler“.

Der Überlieferung nach soll sich August Friedrich Ferdinand von Kotzebue zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch Komponist Friedrich Heinrich Himmel zum Schauplatz Treuenbrietzen inspiriert gefühlt haben. Die acht Schüler und zwei Lehrer der Theatergruppe machten am Abend aus dem trockenen Werk ein amüsantes Schauspiel. So reitet man eben noch „atemlos durch die Schlacht“, frei nach Helene Fischer, bis man an anderer Stelle in Berliner Mundart Weisheiten für das Leben mitgibt: „Wer dit Bonbon zuerst anleckt, der kriegt dit och.“

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In Treuenbrietzen haben die Kinder und Jugendlichen der Theatergruppe Stadtgaukler zwei Akte des Lustspiels „Das Posthaus in Treuenbrietzen“ aufgeführt. Das Publikum war begeistert.

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Es geht in dem Stück um die Wiederbegegnung von Elise und ihrem Ehemann, dem Offizier von Blumenau. Die beiden wurden früh verheiratet. Eine Chance zum Kennenlernen gab es nicht. Sechs Jahre später, erkennen sie sich nicht. Es entspinnt sich eine kuriose Verwechslungskomödie. „Aber am Ende kriegen sie sich doch“, sagte die ehrenamtliche Theaterleiterin Cornelia Hipphauf.

Etwa 65 Besucher verfolgten das Geschehen auf einem Sammelsurium an Sitzgelegenheiten, die neben Do-it-yourself-Fackeln am Wegesrand für einen besonderen Charme inmitten des grünen Schauplatzes sorgten. Da pfiff der Wind durch die Bäume und die Hüte von den Köpfen der Schauspieler, bis es eine Trennwand erwischte, die direkt in die Arme einer Schauspielerin fiel. Gefangen!

Thomas Hinze amüsierte sich herzlich über die eingestreuten Witze und die kleinen Drehbuchabweichungen. „Es ist sehr amüsant inszeniert und ich bin beeindruckt, wie professionell das Theaterstück ist“, sagte er. Der Treuenbrietzener brachte sich als einer der wenigen einen eigenen Stuhl mit– und warme Decken.

Durch die Zeitung war Dagmar Herrmann auf die Parkpoeten aufmerksam geworden. Weil Freilufttheater für sie etwas Besonderes sei, hatte sie sich spontan auf den Weg gemacht. Überwältigt war sie von der Kulisse. „Der Platz ist für dieses Theaterstück so wunderbar gewählt“, sagte sie.

Dass die „Parkpoeten“ gemeinsam mit den „Stadtgauklern“ eine runde Sache seien, glaubt Veranstalterin Christina Bunzel. Die 42-Jährige möchte die Veranstaltungen nicht als Eintagsfliegen initiieren, sondern hofft, dass sie sich etablieren. Mit dem Bereich um das Himmel-Denkmal als Ort seien die optimalen Bedingungen geschaffen, um die Menschen zu locken, die Schönheit Treuenbrietzens zu entdecken. „Die Bühne ist der Mittelpunkt unter den riesigen, alten Eichen. Es ist wie ein Märchenwald, wenn die Blätter rauschen und der Himmel durch das Blattwerk schimmert“, schwärmt sie.

So emotional angetan Bunzel von dem Veranstaltungsort ist, so emotional wurde es am Abend auch für die Theatergruppe. Drei Abiturienten – Elaine Poet, Hendrik Herrmann und Luise Päpke – ziehen nun weiter und müssen ihr Ehrenamt aufgeben. Einen Platz für Schauspielbegeisterte hat die Gruppe allerdings immer frei.

Von Christin Iffert

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