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Wenn das Regenwasser zum Problemfall wird

Sanierungsbedarf Wenn das Regenwasser zum Problemfall wird

Wer in Locktow (Potsdam-Mittelmark) zu Fuß unterwegs ist, muss trittsicher sein, denn an vielen Stellen ist das Pflaster, falls überhaupt vorhanden, marode. Noch schlimmer wiegt das Problem, das rund einen Meter unter dem Pflaster liegt: Der Regenwasserkanal.

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Viele Anwohner haben den Gehweg vor ihrer Tür selbst saniert. Doch das eigentliche Problem schlummert darunter.

Quelle: Uwe Klemens

Locktow. „Seit 30 Jahren ist hier nichts mehr gemacht worden, nun ist es einfach an der Zeit, dass etwas passiert“, sagt Niemegks Baumamtsleiter Thomas Griesbach. „Hier“ bedeutet in diesem Fall die Gehwege und das Abwassersystem im Planetaler Ortsteil Locktow.

Vor allem der schlechte Zustand der Borde sorgt seit Jahren für Unmut bei den Einwohnern. „Dadurch kann die Gemeinde schon lange ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht mehr nachkommen“, setzt Bürgermeisterin Karin Commichau (parteilos) nach. Ihr Vorschlag, das Amt solle nun ein Sanierungskonzept erarbeiten, war auf der jüngsten Beratung des Ortsbeirates das wichtigste Thema und Grund für die rege Teilnahme von Einwohnern.

Regenwasserkanal macht Probleme

Dass es nicht geht, einfach nur die Gehwege zu erneuern, erläuterte dort Thomas Griesbach sehr ausführlich. Denn unter dem größtenteils wackeligen, zum Teil aber auch von Anwohnern in Eigenregie neu verlegtem Pflaster, liegt das nächste Problem: Der Regenwasserkanal, der nicht nur das Straßen-, sondern auch das Dachflächenwasser am Ende ungeklärt in die Plane einfließen lässt, was nach heutigen Standards nicht mehr erlaubt ist und von der Umweltbehörde derzeit nur noch geduldet werde. „Aus beiden Gründen müssen wir hier eine neue Lösung finden“, sagt Griesbach. „Früher oder später kommt diese Forderung sowieso auf uns zu. Jetzt neue Gehwege darüber zu bauen, wäre Quatsch.“

Die topographische Vermessung aller vier sämtlich kommunaler Straßen sei der erste Schritt, um verschiedene Varianten einer Gehweg- und Regenwasserkanal-Erneuerung zu erarbeiten. Diese erste Etappe würde, so der Bauamtsleiter auf die prompte Nachfrage besorgter Bürger, die Anwohner nichts kosten. Erst wenn die Varianten erarbeitet seien, können und sollen sich die Locktower entscheiden, welche davon sie sich, inklusive der Anliegerbeiträge, leisten wollen und können.

Kommune ist knapp bei Kasse

Trotz der Angst vor den Kosten herrschte über die Notwendigkeit der Sanierung bei den etwa 15 anwesenden Anwohnern und den Mitgliedern des Ortsbeirates Einigkeit. Um die kollektiven Zweifel zur Zufriedenheit aller auszuräumen, sei eine frühe Beteiligung der Anwohner ausdrückliches Ziel jeglicher Planung, versicherte Griesbach.

Da die Kommune selbst knapp bei Kasse ist, werde die Sanierung ohnehin über mehrere Jahre verteilt in Etappen erfolgen. Ob es Fördermittel für den neuen Regenwasserkanal geben könnte, könne man derzeit nicht sagen. Wenn, dann würde sich dadurch an der Höhe der Anliegerbeiträge allerdings nichts ändern, da nur der Eigenanteil der Kommune förderfähig ist. Dass der Einbau eines Sandfangs und eines Ölabscheiders nicht billig zu haben sei, allen Beteiligten klar.

Nachdem nun gefassten Beschluss zur Auftragsvergabe soll spätestens im Frühjahr kommenden Jahres ein Vermessungsbüro mit den Arbeiten beginnen. Sobald die ersten belastbaren Entwürfe vorliegen, wird es eine Einwohnerversammlung zum Thema geben.

Von Uwe Klemens

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