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Wenn der hellblaue Flieder wieder blüht

Massiver Rückschnitt in Wenzlow Wenn der hellblaue Flieder wieder blüht

Wenzlower wundern sich: Wo vor wenigen Wochen auf dem Wall unweit der Kirche noch üppige Fliederbüsche standen, herrscht jetzt Kahlschlag. Inzwischen scheint der erste Schock in der Nachbarschaft verdaut zu sein _ in der Hoffnung, dass der hellblaue Flieder eines Tages wieder blüht. Im Gemeinderat reifen Überlegungen zur Neugestaltung.

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Solange Heinz Thiede zurückdenken kann, gab es auf diesem Wall eine Fliederhecke.

Quelle: Claudia Nack

Wenzlow. Upps, was ist hier denn passiert? Jeder in Wenzlow wunderte sich. Denn wo vor wenigen Wochen noch üppige Fliederbüsche standen, herrscht jetzt Kahlschlag. Inzwischen scheint der erste Schock im Dorf verdaut zu sein _ in der Hoffnung, dass die Natur es von selber regelt und der hellblaue Flieder eines Tages wieder blüht.

„Irgendwas muss da wohl schiefgelaufen sein“, mutmaßt Rentner Heinz Thiede, der gleich neben dem Gotteshaus wohnt und sich so seine Gedanken macht. Aber in zwei Jahren sei die Hecke wieder da. „Ich dachte erst, dass es mit den Vorbereitungen für die Straßeninstandsetzung losgeht“, sagt Elke Neugebauer, die mit ihrem Gatten Wilfried gegenüber der Kirche an der unbefestigten kommunalen Wenzlower Dorfstraße wohnt. „Doch wenn nichts an der Fahrbahn gemacht wird, was hatte diese Maßnahme dann für einen Sinn?“, fragt sich der Pfarrer im Ruhestand, der die Heiligabend-Gottesdienste in Wenzlow und Boecke halten wird.

Rückschnitt ja, aber nicht so massiv

Auch Nachbar Bernd Schwarz und die in der gleichen Straße wohnende Ilka Müller, die für die Bürgerinitiative „Gesundes Wenzlow“ im Gemeinderat sitzen, glaubten ihren Augen nicht zu trauen. Man hatte sich zwar darauf verständigt, dass eine Firma mit dem Rückschnitt des wuchernden Buschwerks beauftragt wird. Von einem Kahlschlag war jedoch keine Rede. „Inzwischen wurde alles in der Gemeindevertretung ausgewertet und eine mögliche Gestaltung des Erdwalls besprochen.“

Das bestätigt Bürgermeister Martin Schäfer, der die Radikalkur auf seine Kappe nimmt. „Der Flieder wächst schneller wieder als ein Pferd rennt.“Das Buschwerk habe teils bereits zur Straße herübergeragt. Zwei trockene Birken mussten gefällt werden, weil Gefahr in Verzug war, verteidigt er die Maßnahme. Was den Bürgermeister nicht erst seit gestern wurmte: „In der wilden Hecke wurde teilweise Müll abgelagert.“ Scherben, Schutt, Rasenschnitt, sogar alte Gummistiefel und Autoreifen hat Schäfer gefunden. „Zwei Pkw-Fuhren voller Müll habe ich da rausgeholt“, berichtet er. Zugegebener Maßen sehe die Böschung jetzt gewöhnungsbedürftig aus, dafür aber sauberer.

Schöner als vorher soll alles sein

Im Wenzlower Gemeinderat wurde inzwischen festgelegt, Geld für eine Neugestaltung im nächsten Haushaltsjahr zu berücksichtigen. Pflegeleicht und schöner als vorher soll alles sein. Denkbar wären zum Beispiel neu angepflanzte kleinere Gehölze als Lückenschluss. Der Flieder soll wieder ausschlagen und der alte Maschendrahtzaun weg. Ilka Müller könnte sich sogar einen kleinen Rodelberg für Kinder vorstellen. Überlieferungen zufolge soll der Wall vor dem Kirchengrundstück vor einigen Jahrzehnten aus Flugsand vom nahen Acker entstanden sein. „Meine Mutter hat als Kind schon im Flieder gespielt“, erzählt Ilka Müller, die auch im Gemeindekirchenrat ist und sich jetzt auf das Krippenspiel konzentriert.

Von Claudia Nack

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