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Wenn die Schilderwagen im Weg stehen...

Jahresbilanz der Autobahnmeisterei Wenn die Schilderwagen im Weg stehen...

Drei kaputte Schilderwagen, ein und derselbe LKW war in gleich zwei Unfälle verwickelt – die Autobahnmeisterei Niemegk (Potsdam-Mittelmark) hatte 2015 viel Sachschaden zu beklagen. Immerhin blieben die Mitarbeiter unversehrt, sagt Hans-Joachim Bastian. Zum Jahreswechsel wünscht sich der Chefstraßenwärter von den Kraftfahrern Vernunft und Verständnis.

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Schwerer Unfall auf der A9: Ein LWK aus Hamburg fuhr am 30. Juli ungebremst in einen Schilderwagen der Autobahnmeisterei.

Quelle: julian stähle

Niemegk. Das Jahresresümee der Autobahnmeisterei Niemegk spricht eine deutliche Sprache: drei fahrbare Absperrtafeln, so genannte Schilderwagen, waren 2015 in Unfälle verwickelt. Einer der Lastwagen wurde gleich zweimal beschädigt. Allein die Schäden aus diesen Unfällen summieren sich auf etwa 130 000 Euro. „Dazu kommen dann noch viele Kleinigkeiten wie beispielsweise abgefahrene Spiegel“, sagt Hans-Joachim Bastian, der Chef der Autobahnmeisterei Niemegk.

Für den 61-jährigen ist trotz der enormen Schäden klar: „Wir haben immer noch unheimliches Glück gehabt.“ Für den Ingenieur besteht dieses Glück darin, dass seine Mitarbeiter gesund wieder nach Hause kommen. „Wir haben bislang, da klopfe ich auf Holz, noch keine Todesfälle unter unseren Angestellten beklagen müssen“, so Bastian. Auch schwere Verletzungen seien sehr selten.

Keine Todesfälle unter den Mitarbeitern

Die Autobahnmeisterei ist für den Straßenbetriebsdienst der Autobahn 10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Werder sowie der A9 von der brandenburgischen Landesgrenze bis zum Dreieck Potsdam zuständig. „Das sind 63 Kilometer einfache Strecke“, erklärt Hans-Joachim Bastian. „Aber eben dreispurig und in zwei Fahrtrichtungen.“ Zu den Aufgaben der Meisterei gehören neben dem Winterdienst auch der Baumschnitt am Fahrbahnrand, Entwässerungspflege, Reparaturarbeiten aller Art und die Pflege der sanitären Einrichtungen auf Parkplätzen.

Die Autobahnmeisterei Niemegk

28 feste Mitarbeiter hat die Autobahnmeisterei, dazu kommen noch 14 Saisonkräfte. Dabei liegt die Sollstärke bei 35 festen Angestellten, doch diese Zahl wurde seit Jahren nicht erreicht.

Der Fuhrpark enthält neben Lastwagen, Unimogs und Transportern auch Schilderwagen und einen Radlader. Das Betriebsgelände in Niemegk bietet sogar eine eigene Tankstelle.

Im Winter arbeitet die Straßenmeisterei im Schichtdienst: drei versetzt arbeitende 12-Stunden-Schichten sorgen dann für die Sicherheit auf den Autobahnen.

Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei die ständige Kontrolle der Fahrbahnen ein. „Die gesamte Strecke wird täglich von unserem Streckenwart kontrolliert“, sagt Bastian. Dies sei notwendig, weil schon kleinste Schäden an den viel befahrenen Autobahnen – täglich rauschen um die 90 000 Fahrzeuge über den Asphalt – zu schweren Unfällen führen können. Dann entstehen Staus, für die, so Bastian, wenig Verständnis vorhanden sei. „Anstatt sich aufzuregen, sollten die Leute lieber schleunigst eine Rettungsgasse bilden“, sagt der oberste Straßenmeister. Er betont: „Unsere Baustellen sind keine Schikane, wir müssen bei Pannen absichern und bestimmte Arbeiten an den Straßen ausführen, damit diese auch übermorgen noch nutzbar sind.“

Täglich 90 000 Autos auf den Autobahnen

Zum Jahreswechsel rechnet Hans-Joachim Bastian noch einmal mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen: „Erfahrungsgemäß steigert sich die durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge noch einmal um rund 10 000 Fahrzeuge.“ Auch wenn die mit Schnee und Eis einhergehenden Gefahren noch auf sich warten lassen, ist Aufmerksamkeit rund um die Uhr gefordert. „Eine morgens kontrollierte Strecke kann nachmittags schon einen Schaden in der Fahrbahndecke haben“, sagt Bastian. „Der kann zu einem geplatzten Reifen führen, den Rest kann sich jeder ausmalen.“

Gegenseitige Vorsicht und Rücksichtnahme – angesichts der Schäden am Fuhrpark der Autobahnmeisterei klingt das nach einem frommen Wunsch. Die drei beschädigten Schilderwagen etwa hatte Hans-Joachim Bastian eigens mit einer CB-Funkanlage ausstatten lassen. In acht Sprachen werden LKW-Fahrer vor der mobilen Baustelle gewarnt. Dennoch krachten drei Brummi-Piloten in die jeweils 25 000 Euro teuren fahrbaren Tafeln. Einer schleifte den Schilderwagen gar mehrere hundert Meter mit sich, bevor er mitten auf der Piste umkippte.

Von Saskia Popp

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