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Potsdam-Mittelmark „Wer Störche liebt, muss Kröten retten“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Wer Störche liebt, muss Kröten retten“
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11:45 24.05.2016
Katrin Mielsch Quelle: Andreas Koska
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Bad Belzig

Die Laichsaison ist vorbei, die Gefahr, auf den Straßen des Hohen Flämings versehentlich gefährdete Amphibienarten zu überfahren, ist für dieses Jahr vorbei. Zum Schutz der Tiere errichtet die Naturwacht „Hoher Fläming“ alljährlich Fangzäune, die Frösche vom Überqueren der Landstraßen abhalten. Stattdessen landen die wanderwilligen Tiere in Eimern und können von Helfern bequem an sichere Orte gebracht werden. Naturwacht-Mitarbeiterin Katrin Mielsch zieht Bilanz über den Einsatz in diesem Frühjahr.

Wie viele Helfer haben sie beim Auf- und Abbau sowie der Betreuung der Zäune?

Katrin Mielsch: Beim Auf- und Abbau sind zehn ehrenamtliche Helfer dabei. Immerhin haben wir in diesem Jahr 7,9 Kilometer Zaun an 31 Standorten in 21 Orten aufgestellt. Insgesamt 37 Betreuer waren acht Wochen lang mit der Überwachung der Zäune beschäftigt.

Verlief alles reibungslos?

Mielsch: Im Wesentlichen ja. Allerdings gibt es am Stadionteich in Bad Belzig immer wieder Probleme mit zerstörten Abschnitten, herausgenommenen Eimern und Hundekot. Dabei ist gerade dieser Ort sehr wichtig. Dort haben wir etwa 12 000 Amphibien. Der Zaun müsste dort sogar noch verlängert werden.

Hat sich der neu eingerichtete Krötentunnel unter der B 107 am Gesundbrunnen bei Rottstock bewährt?

Mielsch: Ja, eindeutig. Wir haben ihn mehrfach überprüft, es sah gut aus. Er wird von den Tieren genutzt.

Sind solche Anlagen andernorts ebenfalls wünschenswert?

Mielsch: Oh ja, damit wäre auch die Rückwanderung der Jungfrösche sicherer. Vor allem jedoch zwischen Golzow und Cammer. Dort steht seit 2014 ein Zaun, den wir in diesem Jahr noch einmal verlängert haben. Es waren nicht nur allgemein viele Amphibien, die dort die L85 queren, sondern auch einige besonders geschützte Arten, wie Kammmolch, Moorfrosch oder Knoblauchkröte. In den Eimern haben die Helfer aber auch Zauneidechsen, Blindschleichen und Ringelnattern gefunden.

Wie kommt das?

Mielsch: Die Lebensräume an der Stelle sind wie ein kleines Mosaik. Auf der einen Seite ist die kiefernbestandene Düne, dann ein ehemalige Torfstich und Feuchtwiesen – sie bieten gute Lebensbedingungen. Leider wird in diesem Bereich großflächig Gartenabfall entsorgt, was eindeutig verboten ist. Falls der Radweg gebaut werden sollte, könnte in dem Zug einen Krötentunnel eingerichtet werden.

Waren es jetzt mehr oder weniger Tiere, denen sie geholfen haben?

Mielsch: Eher weniger. Wegen des milden Winters und der Trockenheit haben einige die Wanderung teilweise schon in den Februar vorgezogen. Das Nahrungsangebot war nicht so reichhaltig. Wir haben zum Teil ausgemergelte Tiere vorgefunden. Durch die Zäune gibt es nicht mehr Kröten, wir verhindern nur, dass es weniger werden.

Können Sie sagen, wie viele Tiere insgesamt im Hohen Fläming gerettet wurden?

Mielsch: Noch nicht. Wir sind dabei, die erfassten Tiere zusammenzuzählen. Dazu kommen ohnehin noch viele, die von Bürgern aufgesammelt und auf die andere Straßenseite getragen werden.

Wie sieht es bei der Rückwanderung aus?

Mielsch: Diese erfolgt über einen größeren Zeitraum, den wir nicht kontrollieren können. Es dürfte hunderttausende Jungkröten sein, über deren Schicksal sich nichts sagen lässt.

Welche Maßnahme eignet sich denn besser zum Schutz der Tiere, Zäune oder Tunnel?

Mielsch: Tunnel sind die bessere Wahl, denn die stehen ganzjährig. Der Aufwand wäre Zaunbetreuern nicht zuzumuten. Da stoßen wir an unsere Grenzen.

Sehen Sie einen entsprechenden Zusammenhang zwischen dem Amphibienschutz und der Storchenpopulation?

Mielsch: Eindeutig. Die Vielzahl und Vielfalt der Arten lässt auf gute Population der Störche hoffen. Wer Adebar liebt, sollte Kröten retten. Deshalb suchen wir zum Beispiel noch Zaunbetreuer in Jeserig/Fläming, Benken und an der Wiesenburger Kirche. Dort soll ein Zaun zwischen Fabrikteich und Park aufgebaut werden. Wir führen schon Gespräche mit der Gemeinde, den Eigentümern und Anliegern.


Von Andreas Koska

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