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Potsdam-Mittelmark Wer rettet die Retter? Feuerwehr sucht Leute
Lokales Potsdam-Mittelmark Wer rettet die Retter? Feuerwehr sucht Leute
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17:43 05.12.2017
Das Sturmtief „Herwart" hat einige Schäden angerichtet: Die Bad Belziger Feuerwehr musste mit schwerem Gerät anrücken, um umgestürzte Bäume zu zersägen. Quelle: Feuerwehr Bad Belzig
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Bad Belzig

Die Brandschützer schlagen Alarm: Um einen personellen Engpass abzuwenden und die Freiwillige Feuerwehr Bad Belzig zukunftssicher zu erhalten, hat sich Ortswehrführer Raphael Thon mit einem offenen Brief an die Einwohner der Stadt gewandt. „Wir machen uns Gedanken, wie wir Ihre Freiwillige Feuerwehr noch schlagkräftiger machen können und benötigen Ihre Unterstützung als aktives Mitglied“, heißt es darin.

Aktuell sind 62 Kameraden ehrenamtlich bei der Belziger Wehr tätig – 75 müssten es laut Brandenburgischem Brand- und Katastrophenschutzgesetz eigentlich sein. „Aber auch das ist nur eine theoretische Zahl“, mahnt Raphael Thon. „Die meisten Ehrenamtler sind berufstätig und daher auch nicht immer verfügbar. Wir haben Glück, dass Schichtarbeiter dabei sind oder jene, die im Rettungsdienst tätig sind – dadurch ist unsere Einsatzfähigkeit gewährleistet.“ Nach oben seien bei der Mitgliederzahl daher keine Grenzen gesetzt.

Freiwillige zwischen 16 und 45 Jahren gesucht

Landesweit gibt es Berufswehren in Brandenburg/Havel, Cottbus, Eberswalde, Frankfurt (Oder) und Potsdam.

Die Mitgliederzahl in Brandenburg lag laut Feuerwehrverband zuletzt bei 39 280. Der Großteil der Bad Belziger Kameraden ist zwischen 16 und 38 Jahren alt. Zehn der Aktiven sind befugt, die Drehleiter zu bedienen.

Gesucht werden Leute zwischen 16 und 45 Jahren mit Wohnsitz in Bad Belzig, die sich körperlich für die Arbeit der Feuerwehr geeignet sehen.

Wer Feuerwehrluft schnuppern will: Die Kameraden treffen sich jeden Mittwoch ab 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus in der Niemöllerstraße 15 in Bad Belzig.

Mehr: www.feuerwehr-bad-belzig.com oder www.facebook.de/feuerwehrbadbelzig

Mit ihrem Personalproblem stehen die Bad Belziger Kräfte nicht alleine da. Die Brücker Feuerwehr wirbt auf ihrer Facebook-Seite ebenso aktiv um neue Mitglieder. „Viele unser Kräfte arbeiten auswärts und stehen somit tagsüber gar nicht und nachts nur bedingt zur Verfügung“, schreiben auch sie – und hoffen, so Teilnehmer für den nächsten Grundlehrgang zu gewinnen, der im Januar starten soll.

Problematisch ist aber nicht nur, dass viele Kameraden aus logistischen Gründen nicht jedes Mal verfügbar sind, wenn der Pieper geht. Auch der demografische Wandel, der Mangel an Zuwachs bei der Jugendfeuerwehr sowie das Ausscheiden einiger Freiwilliger aus Alters- oder persönlichen Gründen machen der Feuerwehr zu schaffen. „In diesem Jahr sind insgesamt acht Leute gegangen, weil sie woanders Arbeit gefunden haben“, sagt der Ortswehrführer.

Die alte Feuerwache der Bad Belziger Wehr in der Niemöllerstraße. Quelle: Christiane Sommer

Ein Mal sei es in den vergangenen 15 Jahren vorgekommen, dass die Belziger Kameraden einen Einsatz aufgrund von Personalmangel nicht fahren konnten. „Ich erinnere mich gut, das war ein Pkw-Brand“, erzählt Thon. „Acht Leute waren nach der Alarmierung gekommen, aber es war kein Maschinist davei, also jemand, der das Löschfahrzeug hätte fahren können.“

17 Ehrenamtler sind derzeit im Besitz solch eines Lkw-Führerscheins der Klasse C. Er kostet etwa 3000 Euro, wird aber durch die Stadt gefördert. Auch der Brand- und Katastrophenschutz fördert Kameraden, die den Führerschein machen wollen. „Aber nicht jedes Jahr und eher wie mit der Gießkanne verteilt“, sagt Thon.

Raphael Thon ist Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Belzig. Quelle: Josephine Mühln

Bei einer Alarmierung müssen die ersten Einsatzkräfte innerhalb von acht Minuten vor Ort sein, um Rettungsmaßnahmen einzuleiten. „Wir brauchen also auch in den Ortsteilen Freiwillige, denn wir könnten beispielsweise aus Bad Belzig nicht innerhalb von acht Minuten in Groß Briesen sein“, erläutert Raphael Thon. Derzeit gehören der Wehr 54 Kameraden aus Bad Belzig und acht aus unterschiedlichen Ortsteilen an.

In der Grund- und Oberschule Bad Belzig ist die Feuerwehr bereits präsent, um über Prävention, Erste Hilfe und Brandschutz zu informieren. „Und um ein Hobby für die jungen Leute zu finden“, sagt Thon. Zudem präsentieren er und seine Mitstreiter sich beispielsweise beim Tag der offenen Tür, auf ihrer Internet- sowie einer Facebook-Seite.

Geplant sei zudem, stärker in Unternehmen reinzugehen, um mit Arbeitgebern über das Ehrenamt bei der Feuerwehr zu sprechen. Schließlich sind sie es, die ihre Mitarbeiter im Falle eines Einsatzes freistellen müssen. „Auch hier geht die Schere zwischen Theorie und Praxis aber auseinander, wenn Mitarbeiter zum Beispiel in Prozesse eingebunden sind.“

Das Engagement bei der Feuerwehr für die Einwohner verpflichtend zu machen, davon hält Raphael Thon dennoch nichts. „Wenn ich jemanden zu etwas zwinge, dann macht er es meist nicht ordentlich.“

Von Josephine Mühln

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