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Wer will schon einen Fahrrad-Schnellweg?

Kleinmachnow gegen Berliner Vorhaben Wer will schon einen Fahrrad-Schnellweg?

Der Tenor ist eindeutig: Wir wollen keinen Fahrrad-Schnellweg auf der Stammbahn-Trasse. Dafür hätten die drei Gemeinden in der Teltower Region nicht jahrelang die Flächen an den stillliegenden Regionalbahngleisen frei gehalten. Sie wollen die ehemalige Potsdamer Stammbahn ganz anders nutzen.

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Pedelecs gern – aber bitte nicht auf der Stammbahn-Trasse in der Teltower Region!

Quelle: dpa

Kleinmachnow. Gegen eine seit Jahren in der Region Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf (TKS) gewünschte Wiederinbetriebnahme der stillliegenden Fern- bzw. Regionalbahngleise der „Potsdamer Stammbahn“ richten sich Berliner Überlegungen, die Fläche als Fahrrad-Schnellweg zu nutzen. Dagegen spricht sich Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) in einem am Freitag veröffentlichten Schreiben an Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) aus.

Wörtlich heißt es: „Für die Gemeinde Kleinmachnow spreche ich mich deshalb mit Nachdruck gegen die Konzeption eines Fahrrad-Schnellweges auf der Stammbahntrasse aus. Es sollte unsere Aufgabe sein, im Sinne einer vorausschauenden Planung die Chancen für einen mittel- bis langfristigen Wiederaufbau der Bahn auf Dauer offenzuhalten.“

Heilmann ist zugleich Vorsitzender des größten Berliner CDU-Kreisverbandes Steglitz-Zehlendorf (Kleinmachnows Nachbarbezirk), der nach Berliner Presseberichten den Plan eines Fahrrad-Schnellweges von Berlin bis nach Potsdam unterstützt. Angedacht sei der Bau eines etwa 12 Kilometer langen, durchgehend asphaltierten und beleuchteten Radweges zwischen Potsdamer Platz/Gleisdreieck und Zehlendorf – mit der Option einer Verlängerung in Richtung Kleinmachnow und Potsdam.

Neue Brücken wären nötig

Für den Weg wären unter anderem der Rückbau gegenwärtig nicht genutzter Bahngleise und die Neuerrichtung von Brücken nötig. Grubert begrüßt zwar, dass auch die Zehlendorfer Christdemokraten die „sehr unbefriedigende Anbindung“ des Berliner Südwestens und der angrenzenden TKS-Kommunen durch den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) bemängeln. Wie es heißt, hält aber der CDU-Kreisverband gerade im Sommer „eine Zugfahrt in die Innenstadt für unzumutbar“.

Kritisiert werden fehlende Klimaanlagen in den S-Bahn-Zügen und eine zu geringe Waggonzahl, so dass sich Pendler zu Stoßzeiten aneinander drängen müssen. Laut Grubert belege die Kritik, „dass es vor allem an einer leistungsfähigen Ergänzung des S-Bahn-Angebotes fehlt“ und ein Fahrrad-Schnellweg „dürfte hier keine wirkliche Alternative sein“. Im Winter und über größere Strecken hinweg wäre nur eine Kombination von SPNV und Rad „tatsächlich konkurrenzfähig“. Nicht umsonst hätten sich die TKS-Kommunen bei Beratungen zum Projekt „EBikePendeln“, in das auch Steglitz-Zehlendorf einbezogen ist, gegen jede Einbeziehung stillliegender Bahnstrecken in einen Pedelec-Korridor ausgesprochen.

Chancen für Zugverkehr gering

Dass die Bahn-Verantwortlichen darauf achten werden, ob die CDU-Pläne eine spätere Wiederaufnahme des Zugverkehrs auf der ersten preußischen Eisenbahnstrecke zulassen, ist aus Gruberts Sicht „äußerst unwahrscheinlich“. Die Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow machten derzeit „gegenteilige Erfahrungen mit der Deutschen Bahn: Flächen, für die keine Leistungsbestellungen der Länder Berlin und Brandenburg nach dem Regionalisierungsgesetz vorliegen, werden als nicht (mehr) betriebsnotwendig angesehen und entsprechend vermarktet“. schreibt Grubert. Sein Schreiben ging ebenfalls an Karl-Georg Wellmann, der als CDU-Bundestagsabgeordneter für den Bezirk Steglitz-Zehlendorf ebenfalls in den Presseartikeln zitiert wird.

Zug-Verbindungen liegen seit Mauerbau still

Die Region TKS drängt seit Jahren darauf, im Bereich des Schienepersonennahverkehrs wenigstens ansatzweise wieder Vorkriegsniveau herzustellen. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit der Kommunen, auch mit dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf und mit der Stadt Berlin insgesamt unverzichtbar.

Die TKS-Gemeinden versuchen bereits mittels Bauleitplanung, auf potenziellen Bahnflächen Nutzungen auszuschließen, die den künftigen Bahnbetriebszwecken grundsätzlich entgegenstehen.

Seit der Wiedervereinigung ist es nicht gelungen, die mit dem Mauerbau unterbrochenen SPNV-Verbindungen zwischen Berlin und Potsdam auch in der Region TKS schrittweise wiederherzustellen.

Von Claudia Krause

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