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Potsdam-Mittelmark Angebote für die Blütentherme liegen vor
Lokales Potsdam-Mittelmark Angebote für die Blütentherme liegen vor
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06:36 14.03.2018
2011 ist mit dem Bau der Blütentherme in Werder begonnen worden – seit Ende 2014 ruhen die Arbeiten am halb fertigen Bad. Quelle: Christel Köster
Werder

Hinter fest verschlossenen Türen kommen am Mittwoch die Angebote privater Investoren für die Blütentherme auf den Tisch. Die Verwaltung legt sie dem Badausschuss in einer nicht öffentlichen Sitzung vor. In der kommenden Woche trifft sich das Gremium ein weiteres Mal. Vor einem Jahr haben die Stadtverordneten mehrheitlich entschieden, einem Investor Fertigbau und Betrieb der Therme in den Havelauen zu überlassen. Der Badausschuss-Vorsitzenden Anja Spiegel (SPD) dauert die Findungsphase zu lange. „Wieder ist ein Jahr vergangen, ohne dass die Werderaner einen Fortschritt gesehen haben“, erläuterte die Fraktionsvorsitzende in einer Mitteilung. Vorige Woche seien erst die Angebote der möglichen privaten Partner eingegangen.

Einem von ihnen sollen der Badausschuss und die Stadtverordneteten in den nächsten Wochen den Zuschlag erteilen. Danach müssten Fristen abgewartet, Verträge unterzeichnet, eventuell neue Bauanträge gestellt und Baufirmen gefunden werden. „Machen wir uns nichts vor. Auch im nächsten Winter wird niemand im warmen Wasser der Therme schwimmen gehen. Wir können froh sein, wenn Ende des Jahres sich auf der Baustelle überhaupt etwas tut“, erklärte Anja Spiegel. Aus Sicht der SPD-Fraktion habe die Stadt mit der Entscheidung für den Antrag der CDU, der darauf abzielte, einen privaten Investor zu finden, nur Zeit und Geld verloren. Hätte sich die SPD damals durchgesetzt, würde man längst einen Generalunternehmer haben, der die nötigen Plananpassungen fertig und die Gewerke unter Vertrag hätte, so Anja Spiegel.

Bürgermeisterin blickt nach vorn

Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) wies auf MAZ-Anfrage darauf hin, dass die Verwaltung das Vergabeverfahren umsetzt, das eine große Mehrheit der Stadtverordneten nach sehr intensiver Debatte beschlossen hat. Das Votum ging mit 17 Ja- und neun Gegenstimmen aus. „Wir gucken kurz vor dem Abschluss nach vorn“, sagte die Verwaltungschefin. Hermann Bobka, Fraktionsvorsitzender der CDU, zeigte sich enttäuscht über die Äußerungen von Anja Spiegel. „Bei diesem demokratisch gewählten, europäischen Verfahren gibt es Spielregeln einzuhalten“, sagte er. Die Vorsitzende des Badausschusses sei sich dessen bewusst und habe sich ausschreibungsschädigend verhalten. „Sie hätte mit ihren Aussagen dazu die Sitzungen des Ausschusses abwarten sollen. Es dient der Sache einfach nicht“, so Bobka.

Claudia Fehrenberg (Freie Bürger) steht als Mitglied des Fach-Gremiums nach wie vor hinter der Entscheidung für einen privaten Partner. „Es war uns allen klar, dass es einige Zeit dauert bis die Investoren ihre Angebote abgegeben und die Verwaltung sie bis ins winzigste Detail geprüft hat“, erklärte sie. Am wichtigsten sei es, nach dem Debakel mit der Kristall Bäder AG nun einen Partner zu finden, auf den sich die Stadt verlassen kann. Claudia Fehrenberg sei sehr gespannt auf die Angebote und hofft auf eine Eröffnung der Therme in zwei Jahren.

Grüne lehnen Therme weiter ab

Peter Hinze (Die Linke) kündigte gegenüber der MAZ an, den künftigen Investor auf Herz und Nieren prüfen zu wollen. „Wir werden das kritisch begleiten“, so der Fraktionsvorsitzende. Nach einem Jahr noch immer über getroffene Entscheidungen zu debattieren, ergebe seiner Meinung nach hingegen keinen Sinn. „Das ist Vergangenheit. Frau Spiegel wiederholt zudem nur das, was wir schon lange prophezeit haben“, erklärte Peter Hinze. Ginge es nach seiner Fraktion bräuchten die Havelauen anstelle einer teuren Therme und Luxus-Hotels viel eher bezahlbare Wohnungen.

Neben der SPD brachten damals auch die Grünen einen Alternativ-Vorschlag in die Diskussion ein, der abgeschmettert wurde. Die Fraktion sprach sich für den Abriss des Bades und die Entwicklung eines Stadtquartiers mit Platz für Kitas, Schulen, Sport und Spiel aus. Das Projekt Blütentherme lehnen die Grünen noch immer ab, wie Fraktionschef Markus Altmann auf Anfrage bestätigte. „Der zu erwartende Aufwand, sowohl in zeitlicher als auch finanzieller Hinsicht, steht in keinem vernünftigen Verhältnis zum erwarteten Mehr an Lebensqualität.“ Mangelnde Attraktivität und ein hohes Risiko hätten dafür gesorgt, dass die Suche nach einem Investor so lange dauert. „Weitere Millionenbeträge für den Bau und nicht absehbare Betriebs- und Folgekosten stellen schon heute, besonders aber für künftige Generationen, eine nicht zumutbare Belastung dar“, so Markus Altmann.

Therme bleibt Eigentum der Stadt

Die Blütentherme soll in den Grundzügen der bestehenden Baugenehmigung zu Ende gebaut werden. Sie bleibt Eigentum der Stadt Werder. Ein Verkauf kam für die Verwaltung nicht infrage.

Rund 16 Millionen Euro sind seitens der Stadt in den Bau geflossen. Zehn Millionen Euro müssten Gutachtern zufolge bis zur Fertigstellung noch investiert werden. Das europaweite Vergabeverfahren hatte im April 2017 begonnen.

Gas, Wasser, Strom, Kameraüberwachung und Bewirtschaftung der Therme und des Grundstücks haben 2017 etwa 140 000 Euro gekostet.

Von Luise Fröhlich

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