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Werder (Havel) „Damit stand uns die Welt offen“
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) „Damit stand uns die Welt offen“
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15:54 12.03.2019
Lutz Binneboese und Thomas Walter Maria vor den Türen des Scala Kulturpalastes in Werder. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Am Freitag, 15. März, eröffnet „Papa Binnes Jazz Band“ das Musikfestival „Werder klingt“ im Scala Kulturpalast. Sie gilt als die dienstälteste Jazzband der DDR. Bandgründer Lutz Binneboese aus Kleinmachnow stand mit der Gruppe vor 60 Jahren das erste Mal auf einer Bühne.

MAZ: Herr Binneboese, wie viel Aufregung bleibt vor den Auftritten nach 60 Jahren Bühnenerfahrung?

Lutz Binneboese: Eigentlich bin ich immer aufgeregt. Es gibt jedes Mal eine Besonderheit, auf die man nicht vorbereitet ist und auf die man sich einstellen muss. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich zum Beispiel vor einem Auftritt in einem Jazzclub in Berlin die Notenbücher ausgepackt und festgestellt, dass meins nicht dabei war. Ohne Noten geht nichts, also musste ich zurück nach Kleinmachnow und mein Buch holen. Fünf nach acht war ich wieder in Berlin. Fast hätten sie ohne mich angefangen.

Die Liste der Ehemaligen bei „Papa Binnes Jazz Band“ ist lang. Sie sind das einzig verbliebene Gründungsmitglied.

Wir sind eine Sieben-Mann-Band und leider sind über die Zeit schon viele verstorben. Der Schlagzeuger, mit dem ich 1959 angefangen habe, ist schon 1990 von uns gegangen. Natürlich ist man traurig, wenn welche nicht mehr da sind. Aber die Neuen bringen sehr viel frischen Wind hinein und so haben wir in der Zeit Profis in die Band bekommen. Thomas Walter Maria, der „Werder klingt“ organisiert, ist zum Beispiel seit zwölf Jahren dabei. Dennoch war es nicht immer einfach, Nachfolger zu finden, die vor allem menschlich zu uns passen. Wir wollen uns auf der Bühne ja nicht prügeln.

Wie ist die Band überhaupt entstanden?

Das war bei einer Faschingseröffnung in einem Landschulheim in der Nähe von Erkner. Es gab eine Truppe, die für die Getränke zuständig war, und eine andere sollte sich um die Musik kümmern. Weil ich üben musste, hatte ich zufällig meine Trompete dabei und im Keller lag noch ein Schlagzeug, mit dem sich einer meiner Schulkameraden gut auskannte. Ein Klavier war auch da und so legten wir los. Als unsere Schuldirektion davon hörte, waren wir gleich für das Weihnachtskonzert und den Faschingsball engagiert, wahrscheinlich weil sie sich das Geld für eine Band sparen wollten. Relativ bald sind wir dann immer bekannter geworden.

Was hat dazu beigetragen?

Zunächst einmal gab es nicht sehr viele Dixielandbands. Wir bekamen immer mehr Auftritte in Studentenclubs, spielten in einem Weimaraner beispielsweise 23 Jahre hintereinander zum Fasching. Fast 20 Jahre in Folge waren wir beim Internationalen Dixieland Festival in Dresden zu Gast und initiierten dort auch eine Kinderveranstaltung. Zu DDR-Zeiten hatten wir außerdem den Auftrag, in Kulturhäusern oder Schulen im damaligen Bezirk Potsdam zu vermitteln, was Jazz ist. 1970 kamen wir über unsere Arbeit am Deutschen Theater in Peter Hacks Komödie „Der Frieden“ zu unserer ersten Gastspielreise nach Westdeutschland. Damit stand uns die Welt offen und wir reisten in Länder wie Frankreich, England, Dänemark, Kuba, Bulgarien oder in die Schweiz.

Info: Jazzsängerin Ruth Hohmann (87) ist Stargast beim Auftritt von „Papa Binnes Jazz Band“. Sie war bereits bei der ersten Auflage von „Werder klingt“ dabei. Karten gibt es für 25 Euro im Vorverkauf. Das Kombiticket für drei Tage kostet 60 Euro.

Von Luise Fröhlich

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