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Werder (Havel) Bunte Aktionswoche kann beginnen
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Bunte Aktionswoche kann beginnen
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19:31 27.08.2018
Patrick Ley, Georg Thimme, Simone Holzwarth, Robin Stock, Dieter Dörflinger (v.l.) und Gabor Kurusz (unten) veranstalten die Aktionswoche. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Ab Samstag wird’s bunt in der Blütenstadt: Die erste Aktionswoche „Weltoffenes Werder“ steht bevor und hält unter anderem Filmpremieren, Planspiele, Schulworkshops mit einer Fernsehmoderatorin und ein beliebtes Theaterstück bereit. Herzstück der Aktionswoche ist das Konzert am Sonnabend, dem 8. September, bei dem verschiedene Bands und Künstler auf der Bühne stehen werden. In ähnlicher Form fand dieses unter dem Titel „Konzert gegen Rassismus“ bereits im vergangenen Jahr in der Heilig-Geist-Kirche statt und war der Grundstein für das, was eine Gruppe Ehrenamtlicher nun in kürzester Zeit auf die Beine gestellt hat.

Mitte April waren etwa 30 interessierte Werderaner zusammengekommen und hatten Ideen gesammelt (MAZ berichtete). Einige davon konnten sie verwirklichen. So zum Beispiel den Vorschlag, die bekannte, afrodeutsche TV-Moderatorin Mo Asumang einzuladen. Am Donnerstag, 6. September, zeigt sie in der Waldorf- und in der Carl-von-Ossietzky-Schule Ausschnitte aus ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm „Die Arier“ und diskutiert mit den Schülern zum Thema Rassismus. „Es war uns ganz wichtig, mit unserem Programm auch an die Schulen zu gehen“, sagt Mitorganisatorin Simone Holzwarth.

Theaterstück „Warten auf den Frühling“ kehrt zurück

Inhaltlich in die Tiefe geht es auch bei den Planspielen am Mittwoch, dem 5. September, ab 14 Uhr im Treffpunkt Werder. Jugendliche und Erwachsene können in verschiedene Rollen schlüpfen, Meinungen vertreten, die ihnen vielleicht fremd sind und aus diesen Standpunkten heraus argumentieren. Die Rollenspiele sollen nicht nur andere Perspektiven näherbringen, sondern auch Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, um Rassismus entgegenzutreten. Das Theater Comédie Soleil holt anlässlich der Aktionswoche das beliebte Stück „Warten auf den Frühling – Die Geschichten von Rutka und Rywka“ zurück auf die Bühne. Basierend auf Tagebüchern erzählt es vom Schicksal zweier 14-jähriger Mädchen, die 1943/44 in zwei verschiedenen Ghettos im besetzten Polen lebten (Freitag, 7. September, 19.30 Uhr)

Ideen für Fortsetzung gibt es reichlich

Die Ausstellung„Asyl und Menschenrecht“ von Pro Asyl läuft begleitend vom 2. bis 8. September in der Heilig-Geist-Kirche und im Schützenhaus.

Die Initiatorender Aktionswoche haben sich über viel Unterstützung gefreut. Die Stadt Werder steuerte zum Beispiel 1000 Euro bei. Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) ist Schirmherrin der Veranstaltungen.

Für eine Fortsetzungder Aktion im kommenden Jahr sind noch einige Ideen unangetastet geblieben.

Die Aktionswoche beginnt offiziell am Sonntag, 2. September, um 10.30 Uhr mit einer Predigt von Pfarrer Georg Thimme in der Heilig-Geist-Kirche. „Wir wollen ein Zeichen für Toleranz setzen. Das heißt zu akzeptieren, dass es andere Menschen und Meinungen gibt“, erklärt er. Dem Pfarrer liegt viel am gemeinsamen Gespräch, nicht nur unter Geflüchteten und Werderanern, sondern auch zwischen den verschiedenen Meinungen. Daran anknüpfend hat sich Georg Thimme um einen Bürgerdialog bemüht, der für Mittwoch (5. September) 19 Uhr im Schützenhaus geplant ist. Vielfältige Meinungen seien dort durchaus gern gesehen, so lange sie nicht feindselig geäußert werden. „Wer kommt um zu pöbeln, wird keinen Raum bekommen“, sagt der Pfarrer.

Filmwoche im Scala Kulturpalast

Besondere Aktualität gewinnt die Aktionswoche mit der geplanten Unterbringung von Flüchtlingen auf der Werderaner Jugendhöhe im Oktober. „Gemeinsam mit dem Netzwerk Neue Nachbarn sehen wir es als unsere Aufgabe, die Leute freundlich zu empfangen und einen Dialog zwischen ihnen und den Anwohnern zu schaffen“, sagt Mitorganisator Robin Stock.

Gösta Oelstrom vom Scala Kulturpalast hat eine breit gefächerte Filmwoche organisiert, in der er 20 Streifen zu Themen wie Flucht, Vertreibung oder Rassismus zeigt. Eröffnet wird die Reihe am 1. September um 18 Uhr mit der Premiere von „Utøya“, der in Deutschland eigentlich erst am 20. September ausgestrahlt wird. Er handelt von dem Überfall des Attentäters Anders Breivik vor sieben Jahren. Er hatte 69 Menschen erschossen. Regisseur Erik Poppe stellt in seinem Film die Opfer in den Mittelpunkt.

Beim abschließenden Konzert am 8. September vor der Heilig-Geist-Kirche treten Arno Schmidt, Fuzlami & Willy Sahel, Musicalle und die Lokalmatadoren Lennox auf. Zuvor wird die Bühne für vielfältige musikalische und künstlerische Beiträge geöffnet. Dafür gibt es bereits einige Anmeldungen, wie Gabor Kurusz berichtet. Ab 15 Uhr stimmen Schulchöre, das Orchester der Waldorfschule und die Kreismusikschule auf den Abend ein.

Das ganze Programm finden Sie unter: www.weltoffenes-werder.de

Von Luise Fröhlich

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