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Werder (Havel) Asylbewerber könnten im September einziehen
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Asylbewerber könnten im September einziehen
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21:15 11.06.2018
So sah das ehemalige Lehrlingswohnheim vom OSZ Werder vor der Sanierung aus. Quelle: Archivfoto/Plönnig
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Werder

Zum 1. September soll voraussichtlich das Übergangswohnheim auf der Jugendhöhe in Werder eröffnen. Geplant ist eine Gemeinschaftsunterkunft für Aussiedler, Asylbewerber und Flüchtlinge, die vom Landkreis Potsdam-Mittelmark betrieben wird, wie Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert auf MAZ-Anfrage mitteilte. Die Maximalkapazität liegt bei 240 Personen. Derzeit wird das einstige Lehrlingswohnheim in der Schubertstraße saniert und umgebaut. Diese Arbeiten sollen noch im Juni fertiggestellt werden. Der Mietvertrag mit dem Landkreis beginnt mit Übergabe des Heims durch den Eigentümer.

Werders Stadtverwaltung kritisiert, dass sie zur Unterbringung der Flüchtlinge bislang nicht ausreichend informiert wurde. Mündlich habe die Stadt im April bei einem Flurgespräch erfahren, dass Asylbewerber in das frühere Lehrlingswohnheim einziehen sollen, so der 1. Beigeordnete Christian Große (CDU). Eine noch im April gestellte schriftliche Anfrage zu dem Thema sei bis jetzt vom Landkreis unbeantwortet geblieben.

Abstimmung zwischen Kreis und Stadt ist geplant

Im Rathaus bleiben daher viele Fragen offen, zum Beispiel, wann das Heim in Betrieb genommen wird, welches Konzept der Betreiber verfolgt oder wie viele Betreuer und Sozialarbeiter es geben soll. „Wir kennen aktuell nicht mehr als die mündliche Ankündigung, dass demnächst Flüchtlinge auf die Jugendhöhe ziehen sollen“, sagte Christian Große. Die fehlende Kommunikation trage nicht zur Integration und einem erfolgreichen Miteinander in der Flüchtlingsarbeit bei.

Eine schriftliche Antwort habe der Landkreis nach der mündlichen Ankündigung des zuständigen Fachbereichsleiters in der Kreisverwaltung nicht für notwendig erachtet, entgegnete Kai-Uwe Schwinzert. Im Laufe der konkreten Belegungsplanung sollen die entsprechenden Informationen folgen – einen verbindlichen Bezugstermin könne der Kreis bekanntlich noch nicht nennen. Seit zwei Jahren stehe zudem bereits fest, dass der Kreis in dem Heim Asylbewerber unterbringen will. Deshalb könne der Landkreis die Überraschung seitens der Stadt Werder nicht nachvollziehen. Eine Abstimmung beider Verwaltungen werde noch erfolgen, versicherte Kai-Uwe Schwinzert.

Stadt Werder hält an vormaliger Zusage fest

Wie viele Asylbewerber genau zum Einzugstermin nach Werder kommen, steht noch nicht fest. „Die Gesamtkapazität ist abhängig von der Zusammensetzung der jeweiligen Familienstrukturen und der daraus möglichen Wohnbelegung“, erklärte der Kreissprecher. Aktuell werden die Ausschreibung der sozialen Betreuung sowie der unterbringungsnahen Migrationssozialarbeit vorbereitet. Die Anzahl der Fachkräfte richte sich danach, wie viele Personen letztlich in dem Haus unterkommen. Für die Heimkoordination soll der Personalschlüssel bei 1:120 liegen und für die sozialen Betreuung bei 1:80. Die Mitarbeiter haben unter anderem die Aufgabe, nach einer gewissen Zeit des Ankommens in allen Lebenslagen wie Lernen, Wohnen und Arbeit mit den Flüchtlingen arbeiten.

Die Stadt hält an der Zusage des Kreises fest, dass Flüchtlingsfamilien mit Bleiberecht und Bürger aus der Region einziehen können und Tür an Tür leben. Dies erleichtere Christian Große zufolge die Integration. „Aus dieser Zusage werden wir den Landkreis auch nicht entlassen“, so der Vizebürgermeister. Auf die Frage, ob dieser Plan auch aus Sicht des Kreises noch besteht, hieß es, dass vorzugsweise Familien aus Übergangswohnheimen des Kreises, die bestehen oder geschlossen werden sollen, einziehen werden. Dies ergebe sich daraus, dass es im Gebäude eigene Wohnungen gibt. Hinzu kommen Personen oder Familien aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt.

Schule, Polizei und Schulamt sollen in Planung integriert werden

Im Werderaner Rathaus seien bereits Sofortmaßnahmen abgestimmt worden. Mit der nächstgelegenen Grundschule soll geprüft werden, ob zusätzliches Personal und Sozialarbeiter im Schulumfeld eingebunden werden können. Mit dem Schulamt wird über den Einsatz von Sonderpädagogen und weitere Maßnahmen gesprochen und auch die Polizeiwache wird in die Planung integriert.

Mehr Ausländer leben in Potsdam-Mittelmark

Zehn Standorte sind in Potsdam-Mittelmark laut Homepage des Kreises für Flüchtlinge verfügbar. Die Verwaltung prüft weitere Objekte oder bereitet sie für die Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen vor.

Die Zahl der Flüchtlinge im Landkreis Potsdam-Mittelmark ist stabil geblieben, während die Zahl aller im Kreis lebender Ausländer angestiegen ist.

Im Dezember 2015 waren es 7174, Ende 2017 lag die Zahl bei 8110 ausländischen Personen.

Von Luise Fröhlich

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