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Werder (Havel) Bangen um den Schlossgarten geht weiter
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Bangen um den Schlossgarten geht weiter
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01:16 15.07.2018
Hinter diesen Toren und Mauern liegt der Petzower Schlossgarten. Quelle: Luise Fröhlich
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Petzow

Hinter dem dicken Holzzaun und den historischen Gemäuern am Schloss in Petzow versteckt sich ein Kleinod. Stück für Stück hat der von Klaus Kosakowski angelegte Garten in den vergangenen zwei Jahren Form angenommen. Er beherbergt sonnengeflutete Gemüsebeete, einen Waldgarten, Obstbäume alter Sorten, Rhododendren, Rosen, Weinstöcke und Bienenwagen. Öffnen will und kann Klaus Kosakowski (75) den Schlossgarten erst, wenn die Wirtschaftsgebäude mit Gartenhaus, Toiletten, Empfangshaus und einem Unterstand fertig sind. An der Genehmigung dieser droht das ganze Vorhaben zu scheitern. Der Investor sieht sich von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises noch immer blockiert. Die Behörde weist die Vorwürfe nun zurück.

Wie berichtet, soll das geplante Gartenhaus zum Teil im Landschaftsschutzgebiet „Potsdamer Wald- und Havelseengebiet“ errichtet werden. Grundlage ist ein rechtsgültiger Bebauungsplan, den Werders Stadtverordnete 2012 beschlossen haben. In dem Schutzgebiet ist Bauen nur ausnahmsweise erlaubt, wenn ein überwiegendes öffentliches Interesse vorliegt. Dazu seien der UNB zufolge im Verfahren aber keine Gründe genannt worden. Da der alte Gutsgarten ein Wirtschaftsgarten ohne Orangerie oder Gartenhaus war, ließe sich der Neubau an der Stelle beispielsweise nicht historisch begründen. Die UNB habe bereits frühzeitig gefordert, dass Alternativen für den Standort geprüft werden, teilte Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert mit. Der B-Plan sei aber ohne Rücksicht darauf beschlossen worden.

Hoffen auf eine Einigung

Klaus Kosakowski sieht das anders: „Der Kreis hätte rechtlich dagegen vorgehen können.“ Außerdem seien Alternativen geprüft worden, woraufhin man sich schließlich auf den im B-Plan verankerten Standort geeinigt hätte. Das Gartenhaus sieht er als Versicherung für den Garten. Wenn der Berliner sein Projekt altersbedingt abgibt, soll der spätere Besitzer dort wohnen können. „Ohne das Haus verliert der ganze Garten an Attraktivität“, sagt Klaus Kosakowski. Das Gebäude ein Stück zu versetzen, um dem Landschaftsschutzgebiet zu entgehen, ist für ihn keine Lösung. Es zerstöre den kompletten Gartenplan und würde dazu führen, dass das Wohnhaus Fenster mit Blick auf den Parkplatz der Wohnungen im Schloss hätte.

Aus Sicht des Landkreises spricht nichts dagegen, den Garten bereits jetzt öffentlich zu machen. „Wie soll das funktionieren? Der Garten ist groß. Ich muss die Kontrolle darüber behalten, wer in den Garten geht. Außerdem wollen die Besucher sicher auch mal zur Toilette gehen“, erklärt Klaus Kosakowski. Er hofft weiter auf eine Einigung mit der Behörde, zumal das Umwelt- und Denkmalschutzamt hinter dem Projekt stehen. „Wenn wir es in diesem Sommer nicht schaffen, sind meine Bemühungen am Ende“, sagt der Gartenliebhaber. Eine Einzelfallentscheidung lehnt die UNB ab wegen der erheblichen Beispielwirkung für andere Grundstückseigentümer ab. Erschwerend hinzu kommt, dass die Stadt Werder den B-Plan ändern müsste, sollte das Haus tatsächlich versetzt werden. „Das dauert lange und ist sehr aufwendig. So viel Zeit habe ich nicht mehr“, so Klaus Kosakowski.

Café Drei Kaehne öffnete im April

Gemessen an den Reaktionen der Gruppen, die er privat durch den Garten geführt hat, sei das Interesse der Öffentlichkeit enorm. Dass eine Landschaftsschutzgrenze scheinbar willkürlich mitten durch das Gelände führt, habe niemand nachvollziehen können.

Im April hat Klaus Kosakowski immerhin das Café „Drei Kaehne“ am Schloss im ehemaligen Schulhaus in der Zelterstraße eröffnen können. Es gehört zu dem Ensemble, das erst komplett sein wird, wenn der Garten öffentlich zugänglich ist.

Von Luise Fröhlich

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