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Werder (Havel) Lindowsches Haus könnte noch älter sein
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Lindowsches Haus könnte noch älter sein
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00:23 19.01.2019
Projektsteuerer Steffen Lehmann, Regine Bootz aus dem Werderaner Bauamt und Bauleiter Elman Mamadov (v.l.) an der Fledermausgaube. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Ein Teil des Lindowschen Hauses am Plantagenplatz in Werder könnte älter sein, als bislang angenommen. Das haben restauratorische Untersuchungen im Zuge der Sanierung ergeben, wie Projektsteuerer Steffen Lehmann am Mittwoch bei einem Baustellenrundgang mit der MAZ erklärte. Bislang galt, dass das Wohnhaus des Obstbauerngehöftes um 1839 errichtet wurde. Anhand von alten handgebeilten Dachbalken und verzierten Fenstern mutmaßen Denkmalexperten, dass die Ursprünge des Hauses schon im 18. Jahrhundert liegen. „Vielleicht hat an der Stelle vorher ein anderes Haus gestanden, von dem Bestandteile für das Lindowsche Haus wiederverwendet wurden“, erklärte Steffen Lehmann. Der Seitenflügel des denkmalgeschützten Gehöftes kam etwa 1902 dazu und die Remise mit Stall und Waschküche um 1931.

Am 1. März 2018 war der symbolische Spatenstich für die Sanierung des Obstzüchtergehöftes – seit rund einem Jahr wird gebaut. Wie sieht es aktuell aus?

Seit dem Richtfest Ende September hat sich auf der Baustelle viel getan. So sind die Rohbauarbeiten in den Gebäuden zum großen Teil abgeschlossen. Am Dach des Vorderflügels werden derzeit die historischen Biberschwanzziegel, die gerettet werden konnten, aufgebracht. Auch die für das Haus typische Fledermausgaube wurde inzwischen aufgearbeitet. Alle anderen Dächer sind neu gedeckt und teils mit neuen Fenstern versehen, um den künftigen Arbeitsplätzen ausreichend Licht zu bieten.

Fußbodenheizung und Klimaanlage

Wie berichtet, soll das Lindowsche Haus nach der Sanierung hauptsächlich für die Tourismusinfo und den Bürgerservice genutzt werden. Im Obergeschoss des ehemaligen Wohnhauses kommen die beiden Mitarbeiter des Rechnungsprüfungsamtes unter. In deren Büro befindet sich mit der Räucherkammer ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert. Es ist nicht der einzige Überrest: In der späteren Behindertentoilette bleibt ein Futtertrog erhalten und im Remise-Teil ein alter Waschkessel. In diesen Bereich zieht der Bürgerservice ein. Im Obergeschoss befindet sich ein Konferenzraum. Im Erdgeschoss des Vorderhauses wird ein „Traditionsraum“ eingerichtet, in dem die Geschichte des Hauses und die der Blütenstadt präsentiert wird. „Hinter der alten DDR-Tapete lagen grüne Farbreste. Ein Restaurator wird die alte Wandfarbe aufbringen“, verriet Steffen Lehmann.

Geheizt wird im Lindowschen Haus mit einer Gasabsorptionswärmepumpe. Sie nutzt nach modernstem Standard Erdwärme und Gas. „Das ist wesentlich teurer als eine normale Heizung, aber nach Energieeinsparverordnung nötig“, sagte Steffen Lehmann. Dank Fußbodenheizung sind Heizkörper überflüssig. Im Sommer wird die Seite des Bürgerservices klimatisiert.

Denkmal des Monats Februar

Die Planer rechnen damit, dass das Lindowsche Haus im Sommer bezogen werden kann. „Wir hoffen aber, dass wir es früher schaffen“, so Steffen Lehmann. Die erste große Veranstaltung findet auf der Baustelle am 28. Februar statt, wenn das Obstzüchterhaus als Denkmal des Monats von der AG Städte mit historischen Stadtkernen ausgezeichnet wird.

Lesen Sie auch: Spatenstich am alten Obstzüchterhaus

Von Luise Fröhlich

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