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Werder (Havel) Biologe weist Urzeitkrebse im Wolfsbruch nach
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Biologe weist Urzeitkrebse im Wolfsbruch nach
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12:55 16.04.2019
Solche Urzeitkrebse sind im Töplitzer Wolfsbruch gefunden worden. Quelle: privat
Töplitz

Im Töplitzer Wolfsbruch sind mehrere kleine Urzeitkrebse gefunden worden, die als lebende Fossilien gelten. Der Biologe Kai Heinemann vom Landschaftspflegeverein Potsdamer Kulturlandschaft hat die Tiere der Art Lepidurus apus, die auch unter den Namen „Schuppenschwanz“, „Frühjahrsschildkrebs“ oder „Kleiner Schildkrebs“ bekannt sind, dort erstmals nachweisen können. „Diese Art findet man am ehesten in den Frühjahrsmonaten, wenn sich die Flüsse füllen und schließlich überlaufen“, erklärt er. Neben den Flüssen entstehen dabei kleine abgeschnittene Tümpel, sogenannte „Qualmgewässer“, in denen die Urzeitkrebse leben können. Sie sind oft klar und mit Gras bewachsen.

Im noch sehr kalten Wasser schlüpft der Krebs etwa von Februar bis März und entwickelt sich bei rasch steigenden Temperaturen schnell. „Das muss er auch, denn Qualmgewässer haben nur eine sehr kurze Lebensdauer, ehe sie meist bis Mai vollständig ausgetrocknet sind“, sagt Kai Heinemann. Die Urzeitkrebse selbst leben dann etwa ein Jahr. Wie der Biologe berichtet, hat sich die Natur dabei etwas Schlaues einfallen lassen: „Wie alle Urzeitkrebse verfügt auch diese Art über die Fähigkeit, solche Trockenperioden mithilfe eines ,Dornröschenschlafes’ zu überdauern. Die Krebse legen Dauereier ab, die Jahre ohne Wasser überleben können.“

Auch in Schmergow ist die Art heimisch

Beim Erhalt solcher unscheinbarer Tümpel oder Pfützen in den Wiesen setzt die Managementplanung des Flora-Fauna-Habitats an. „Eigentümer und Nutzer dieser Flächen sollen überzeugt werden, das Wasser auf den Flächen länger zu belassen, um optimale Lebensbedingungen für bedrohte Arten wie Moorfisch, Rotbauchunke oder eben für diese kleinen Krebse aus längst vergangenen Zeiten zu schaffen oder zu erhalten“, erklärt Kai Heinemann. Aufgetaucht sind einige Urzeitkrebse dieser Art bereits vor zwei Jahren bei faunistischen Untersuchungen auf einer überschwemmten Wiese entlang der Havel bei Schmergow.

Wie berichtet, wurde das Töplitzer Wolfsbruch für die Erstellung eines Schutz- und Bewirtschaftungsplanes voriges Jahr kartiert. Experten haben das etwa 112 Hektar große Gebiet zwischen Havel, Großem Zernsee und der Wublitz im Auftrag der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg dabei auf geschützte Arten untersucht. Kai Heinemann, der ursprünglich aus Werder stammt, hatte indes vor zwei Jahren ein Buch über Pflanzen und Tiere der Urgeschichte in der Region vor der menschlichen Besiedlung veröffentlicht. Seine Ausführungen hat er durch hiesige Funde von Tierzähnen oder Spuren in Gesteinen belegt.

Von Luise Fröhlich

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