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Werder (Havel) Blütentherme: Das ist der beste Bieter und das will er verändern
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Blütentherme: Das ist der beste Bieter und das will er verändern
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10:59 08.06.2018
Visualisierung der Havel-Therme in Werder Quelle: Schauer&Co
Werder

Der Bestbieter im Vergabeverfahren zur Blütentherme ist das Unternehmen „Schauer&Co.“ mit Sitz in Überlingen am Bodensee. Wenn die Firma um den Inhaber und Geschäftsführer Andreas Schauer (47) den Zuschlag bekommt, würde die Stadt Werder die Fertigstellung und den Betrieb des Bades im Sommer mit Vertragsabschluss in seine Hände geben. Am Donnerstag stellte sich der Bieter erstmals öffentlich zunächst bei einem Pressetermin und anschließend am Abend den Bürgern auf der Bismarckhöhe vor.

Andreas Schauer und Manuela Saß, Therme Werder Quelle: Luise Fröhlich

Das Bäder-Unternehmen habe von allen Bietern das wirtschaftlichste Angebot abgegeben, so Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). „Das Konzept ist plausibel und hat uns überzeugt“, sagte sie. Für rund 28,3 Millionen Euro will Andreas Schauer die halb fertige Therme am Zernsee mit einem erweiterten Angebot zu Ende bauen. Freuen können sich die Werderaner nun zusätzlich auf ein großes Familienbad und eine Seesauna.

Anbaden erst in drei Jahren

Die geplanten Erweiterungen haben den Nachteil, dass neue Bauanträge gestellt werden müssen. Andreas Schauer rechnet deshalb mit einer Eröffnung in drei Jahren, wie er am Donnerstag erklärte. Baustart könnte in einem Jahr sein – wenn die Behörden mitspielen. Die Fertigstellung des reinen Bestandes wäre schneller gegangen und hätte etwa 17,6 Millionen Euro gekostet. Dank großem Familienbereich und erweiterter Saunalandschaft soll die Therme aber attraktiver und auch auf Dauer wirtschaftlich sein. Wichtig war der Stadt auch, dass sie keinen Betriebskostenzuschuss zahlen muss. „Darauf konnten wir uns verständigen“, sagte Manuela Saß. Die Stadt bleibt Eigentümerin der Therme. Der künftige Investor zahlt einerseits jährlich einen sechsstelligen Betrag Pacht an die Stadt und hält andererseits eine sechsstellige Summe für Modernisierungen zurück.

Eine Änderung soll es beim Namen des Bades geben. „Der Name ,Blütentherme’ ist verbrannt. Uns war wichtig etwas zu finden, das mit der Region zu tun hat, aber auch Gäste aus Berlin und von außerhalb anzieht“, schilderte Andreas Schauer. Also entschied man sich für den Titel „Havel Therme“.

Komplettangebot soll Gäste anlocken

Hinter Schauer&Co. stecken mehr als 300 Mitarbeiter und über 20 Jahre Erfahrung beim Bau und Betrieb von Bädern. Mit jeweils eigenen Gesellschaften betreibt Andreas Schauer unter anderem das größte Bad der Schweiz bei Basel namens „Aquabasilea“, die Solymar Therme in Bad Mergentheim (Baden-Württemberg), die Saarland Therme in der Nähe von Saarbrücken und seit zehn Jahren zudem das Liquidrom in Berlin. Aktuell bereitet das Unternehmen den Neubau der Lindau Therme am Bodensee vor – es ist das bislang größte Projekt der Firma. Erfahrung mit der Übernahme von gescheiterten Projekten hat Andreas Schauer auch: „Die Solymar Therme ist mit Insolvenz gescheitert. Wir haben sie fertiggestellt und mittlerweile läuft sie gut“, erklärte der Geschäftsführer.

Punkten will Andreas Schauer gegenüber der Konkurrenz rund um die Werderaner Therme mit einem Komplettangebot für verschiedene Zielgruppen. Stärker als bisher geplant soll sie auf Familien ausgerichtet werden. So hatten es die Stadtverordneten gefordert. „Vor allem der gesundheitsorientierte Gast, der sich erholen und entspannen will, soll ein umwerfendes Angebot vorfinden“, sagte er. Anbieten will er zwölf Saunen und Dampfbäder, darunter ein Hamam, und einen riesigen Spa-Bereich mit Kaminraum. „Mit der Seesauna ist ein echtes Highlight geplant“, so Andreas Schauer. Im Bereich Gastronomie sind drei Thermenrestaurants und drei Poolbars geplant. Noch sei es auch nicht zu spät, auf Wünsche der Werderaner einzugehen und Änderungen im Entwurf vorzunehmen.

Um Transparenz zu wahren, kündigte Andreas Schauer an, regelmäßig einen Tag der offenen Baustelle zu veranstalten. Zu diesen Anlässen können die Werderaner mit eigenen Augen sehen, was auf der Baustelle passiert.

Frühschwimmen und Eintritt ab zwei Euro

2016 hatte sich die Stadt vom früheren Projektpartner Kristall Bäder AG getrennt. Seitdem ist sie über Verfahren und Wettbewerbe auf der Suche nach einem geeigneten Investor für die Therme.

Andreas Schauer überzeugte vor allem die Lage am Zernsee, wie er sagte und nannte den Standort den „wahrscheinlich schönsten Bauplatz für eine Therme in Deutschland“.

Die Eintrittspreise sollen sich im sozialverträglichen Rahmen bewegen. Für zwei Stunden im Sport- und Familienbad werden pro Kind zwei und für Erwachsene drei Euro fällig.

Therme inklusive Sportbad kosten 15,50 Euro und das volle Programm mit Sauna kostet 17,50 Euro. Die Tagestarife ließ Andreas Schauer noch offen.

Frühaufsteher können sich im Sport- und Familienbau mittwochs und freitags auf Frühschwimmen ab 7 Uhr freuen. Therme und Sauna sind freitags und samstags bis 1 Uhr geöffnet. Regulär liegen die Öffnungszeiten täglich zwischen 9 und 22 Uhr.

Von Luise Fröhlich

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