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Werder (Havel) Spurensuche nach der Schwester: Wo ist Christine?
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Spurensuche nach der Schwester: Wo ist Christine?
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17:40 16.04.2019
Sie suchen ihre Schwester in Werder: Christina Oehmke-Dehning (l.) und Ellen Oehmke. Quelle: Privat
Werder

Diese Ähnlichkeit lässt Christina Oehmke-Dehning nicht mehr los. Groß gewachsen, dunkelblonde Haare, das gleiche Alter, sogar der Name klingt wie ihrer. Christine soll die Schwester heißen, die sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat und die ihr nun nicht mehr aus dem Kopf will. „Man würde es sehen. Die Ähnlichkeit soll stark sein“, sagt sie. „Ob das stimmt, weiß ich natürlich nicht.“ Die 39-jährige Christina hat viele Fragen. Und ihr Vater, der so vieles darüber wissen müsste, kann ihr keine Antworten mehr geben.

Etwa 18 Jahre ist jener Abend her, an dem Christina von ihrer Halbschwester erfuhr, die irgendwo in Werder wohnen soll, ganz nah an dem Ort, wo die Familie bis zur Wende lebte. Ihr sehnlichster Wunsch: Christine finden. Nur wo sie mit der Suche anfangen soll, das weiß sie nicht. Auch ihre Schwester Ellen ist neugierig auf Christine. Über Facebook haben sie dafür kürzlich einen Suchaufruf gestartet.

Ausrutscher mit lange unbekannten Folgen

„Ich habe es durch einen dummen Zufall herausgefunden“, sagt Christina. Inzwischen mit ihrer Familie von Groß Kreutz in einen kleinen Ort nach Niedersachsen gezogen, war sie zu Besuch bei der Tante in Groß Kreutz. Es ist einer dieser Abende gewesen, die Familie sitzt beisammen, die Frauen trinken Sekt, erzählen von vergangenen Tagen. „Da sagt meine Tante plötzlich: ’Das war ja auch eine schwierige Zeit damals mit dem anderen Kind’.“ Nicken. „Ich habe das erst gar nicht verstanden“, erinnert sich Christina. Es braucht eine Weile, bis bei Christina die Frage plötzlich ins Bewusstsein drängt und anfängt zu hämmern: Welches andere Kind?

Das andere Kind ist Christinas Halbschwester, vermutlich im gleichen Jahr wie sie in einem Potsdamer Krankenhaus geboren. „Meine Tante dachte, wir wüssten davon.“ Die Tante – eine jüngere Schwester des Vaters – hatte als zehnjähriges Mädchen zu Hause gehört, wie die Eltern davon sprachen; von dem unehelichen Kind und der anderen Frau. Ihr Vater lernte damals als Busfahrer in Werder und Umgebung die Unbekannte auf der Arbeit kennen. Christinas Mutter war gerade hochschwanger, als sie von der Affäre Wind bekam. Ein Brief in der Tasche des Vaters brachte das Geheimnis ans Licht. „Dass dabei ein Kind entstanden war, wusste meine Mutter nicht“. Christinas ältere Geschwister, damals drei und sechs, waren schon auf der Welt. „Mein Vater wollte um meine Mutter kämpfen.“ Die Eltern blieben zusammen und begruben den Ausrutscher.

Vater besuchte heimlich seine Schwester

Nach der Wende, als der Vater den Job verlor, zog die Familie nach Niedersachsen. Und immer, wenn sie wieder zu Hause in Werder waren, musste der Vater erstmal weg – zu Freunden. Heute weiß Christina, dass er vermutlich bei der Schwester war und sie auch finanziell unterstützte, wo es ging. „Im Nachhinein finde ich es schön, dass er sich doch gekümmert hat“, sagt die 39-Jährige. Sie ist selbst Mutter von zwei Söhnen. „Es ist ganz komisch und kommt auch ganz oft wieder auf. Auch wenn mein Vater Bockmist gebaut hat, mich würde es schon interessieren“, sagt sie.

Mit ihrer Suche möchte sie der Schwester auch mögliche Hemmungen nehmen. „Sie kann ja nichts dafür“, sagt Christina. Die Neugier auf die unbekannte Schwester ist groß, die zugleich so fremd und doch so ähnlich ist.

Von Anne Knappe

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