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Werder (Havel) Die Erdbeersaison ist eröffnet
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Die Erdbeersaison ist eröffnet
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02:18 01.06.2018
Saftige Früchte in Glindow beim Familienbetrieb Barth/Remus. Quelle: (3): Bernd Gartenschläger
Glindow

Erdbeeren vom Folientunnel gab es auf den Werderaner Märkten schon reichlich in den letzten Tagen. Jetzt ist es endlich wieder soweit und die ersten Freilanderdbeeren hängen saftig und in leuchtendem Rot an den Stängeln.

Auf dem Feld in Glindow an der B1 am Ortsausgang beim Familienbetrieb Barth/Remus erklärte der Werdersche Obst- und Gartenbauverein die Erdbeersaison am Dienstag offiziell für eröffnet. „Die Bestände stehen gut, das Stroh in den Reihen ist ausgebreitet“, kündigte der Vereinsvorsitzender Walter Kassin den Ernte-Beginn freudig an. In der letzten Woche wurde für das Land Brandenburg die Ernte schon eröffnet. „Das war uns aber zu früh. Wir bestimmen selbst, wann wir beginnen“, so Walter Kassin.

Kleinere Früchte durch Hitze

Die Obstbauern Gerd Barth (70) und Sven Remus (58) vom Barth/Remus Obsthof bewirtschaften in der Region 14,9 Hektar Fläche – beispielsweise mit Rhabarber, Sellerie, Porree oder Kohlrabi. Pro Hektar haben sie eine Saisonarbeiterin aus Polen angestellt. Bis zum September werden sie bleiben.

Zwei Hektar der Fläche sind allein für den Anbau der Erdbeeren. Fünf verschiedene Sorten stehen dabei zur Auswahl: die früh blühende „Clery“, der Klassiker „Korona“ oder die alte Sorte „Pegasus“. Neu dabei ist in diesem Jahr die Sorte „Asia“, die besonders robust ist und recht groß wird. Die Erdbeerzeit endet mit der späten Süße der „Malwina“. Normalerweise würde diese späte Sorte bis in die Kirschernte reingehen. „Das wird dieses Jahr nicht der Fall sein, weil wir nächste Woche schon mit der Kirschernte anfangen,“ so Walter Kassin. Insgesamt bringe das Wetter einiges durcheinander. „Es ist alles ein bisschen eigenartig dieses Jahr“, sagt Gerd Barth.

Die Obstbauern Gerd Barth (l.) und Sven Remus im roten Shirt. In der Mitte Blütenkönigin Peggy Sinning und Christian Große (blaues Shirt). Quelle: Bernd Gartenschläger

Wann das Ende der Saison genau sein wird, bleibt offen. In der Regel dauert die Ernte etwa vier bis fünf Wochen. „Wenn es aber zu heiß ist, wird es eine schnelle Ernte sein“, erklärt Obstbauer Heiko Wels vom gleichnamigen Hof. Damit meint er, dass die Früchte zu schnell hintereinander wegreifen würden. Schon jetzt seien einige Erdbeeren dabei, die zu klein sind. „Weil sie so schnell reifen und keine Zeit zum Wachsen haben“, sagt Walter Kassin. Ob der Klimawandel Schuld sei und man mit besseren, angepassten Sorten dagegen halten könne? „Nein, das glaube ich nicht“, sagt Walter Kassin. „Alle paar Jahre haben wir solche Fälle.“

Erdbeeren zum Kaufen und Selbstpflücken

Die Erdbeeren können Sie zum Beispiel auf dem Frischemarkt (Auf dem Strengfeld) in Werder, auf dem Werderaner Markt in der Straße Unter den Linden sowie in der Woche im Gewerbegebiet in Ferch. Auch in Babelsberg wird es einen Stand in der Großbeerenstraße geben.

Ab Donnerstag beginnt auf vielen Werderaner Osthöfen die Selbst-Ernte.

Die Selbstpflücke beim „Obsthof Wels“ ist von Donnerstag bis Sonntag, jeweils von 8 bis 17 Uhr in Glindow in der Ziemensstraße. Telefon: 03327/66 95 40.

Die Termine für die anderen Höfe veröffentlicht der Werdersche Obst-und Gartenbauverein in den kommenden Tagen auf seiner Website unter www.obstbauverein-werder.de

Im Schnitt kostet ein Kilo Erdbeeren in diesem Jahr fünf bis sechs Euro.

Mitte Juni soll die Kirschsaison beginnen.

„Es ist ein Überlebenskampf“

Im vorigen Jahr sei die Ernte durch den späten Frost und den Starkregen sehr schlecht ausgefallen, so Gerd Barth. In diesem Jahr müsse man versuchen „es aufzuholen“, sagt er. Denn die wirtschaftliche Lage des kleinen Obsthofs von Gerad Barth und Sven Remus sei angespannt. „Wenn wir wieder so eine Ernte haben wie im letzten Jahr, wird es schwierig. Die Rücklagen sind aufgebraucht“, bedauert Gerd Barth. Staatliche Förderungen würden sie nicht wollen, zu hoch sei der bürokratische Aufwand, zu gering die Förderung. „Jedes Jahr ist ein Überlebenskampf“, so der Obstbauer.

Der erste Beigeordnete von Werder, Christian Große (CDU), fordert deshalb, dass es eine schnellere und einfachere Hilfe geben müsste. „Die Antragsflut ist ein blanker Hohn“, sagte er. In anderen Bundesländern ginge das deutlich leichter. „Damit solche Betriebe überleben können, ist es wichtig, dass die Leute auch tatsächlich lokal und regional einkaufen.“ Nur so könne die Vielfalt der Region erhalten bleiben. Früchte selbst zu pflücken, das bieten die beiden Bauern schon seit zehn Jahren nicht mehr an. „Damit haben wir schlechte Erfahrungen gemacht“, erzählt Junior-Chef Remus. Die Leute würden nur die Früchte zertrampeln und sich nur die größten Früchte rauspicken. Auch die Polizei hätte schon kommen müssen, weil es Unruhen auf dem Hof mit türkischen Bewohnern gegeben hätte.

Die Saison-Helfer sammeln die ersten Früchte. Quelle: Bernd Gartenschläger

Wer selbst Erdbeeren pflücken möchte, kann aber bei den anderen Werderaner Bauern vorbeischauen. Heiko Wels öffnet zum Beispiel ab Donnerstag seine Felder für Besucher. Stückweise lässt er dort die Sammler auf das Feld – damit die Früchte Zeit haben, nachzureifen.

Von Anne Knappe

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