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Werder (Havel) Digitalwerk hat alte Güterhalle bezogen
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Digitalwerk hat alte Güterhalle bezogen
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20:15 11.01.2019
Michaela Scheeg ist Leiterin des neuen Digitalwerks Werder, das am Mittwoch eröffnet.  Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Schreiner, Friseure und Dachdecker an das Thema Digitalisierung heranzuführen, ist nicht immer ein leichtes Unterfangen. Oftmals wissen sie nicht, wie ihnen moderne Technologien helfen können oder trauen sich nicht ran. Im Digitalwerk Werder, das am kommenden Mittwoch im Bahnhofsgebäude seine Eröffnung feiert, können sie Digitalisierung hautnah erleben – ohne das Gefühl, auf der Schulbank zu sitzen. „Ziel ist es, möglichst viele Handwerker und Betriebe hierher zu locken. Sie können vor Ort digitale Lösungen für ihre Arbeitsabläufe kennenlernen und ausprobieren“, verrät Michaela Scheeg. Sie ist Geschäftsführerin des Instituts für Innovations- und Informationsmanagements, das vor einem Jahr als eigenständiger Betrieb aus der Technischen Hochschule Brandenburg/Havel hervorgegangen ist. Das Digitalwerk ist eins von zwei großen Projekten des Institutes.

Das Digitalwerk Werder will keine Raketenwissenschaft vermitteln, sagt Michaela Scheeg, sondern mit einfachen Mitteln zeigen, wie digitales Arbeiten den Alltag der Handwerker erleichtern kann. Das Zentrum versteht sich als Anlaufpunkt für Digitalisierung und richtet sich vor allem an kleinere und mittelständische Unternehmen im Land Brandenburg. Firmen können Angebote wie Workshops kostenlos nutzen. Gefördert wird das Projekt Digitalwerk von EU und Land mit zwei Millionen Euro für drei Jahre.

Fünf Erlebnisstationen stehen bereit

Zur Eröffnungsveranstaltung am Mittwoch finden Gäste in der modern umgebauten Bahnhofshalle fünf Erlebnisstationen. Sie dienen als Beispiele für digitale Themen, die den Handwerkern helfen können. Später soll es 19 solcher Inseln im Digitalwerk geben. „Unser Anliegen ist es auch, dass wir gemeinsam mit den Betrieben Lösungen entwickeln, die auf ihre ganz eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sind“, erklärt Michaela Scheeg. Die Palette ist beliebig erweiterbar.

Eine der Erlebnisstationen befasst sich mit bargeldlosem Bezahlen beim Bäcker. „Man kennt das: Die Verkäuferin fasst die Brötchen mit Handschuhen an, die sie sich dann erst ausziehen muss, wenn der Kunde ihr das Geld in die Hand drückt. Das ist nicht nur umständlich, sondern auch unhygienisch, wenn der Handschuh dann doch nicht erst ausgezogen wird“, erklärt Michaela Scheeg. Es geht auch anders: Jeder Kunde erhält einen Account und kann darüber mit einer Karte zahlen, die er nur an ein Lesegerät halten muss. „Es macht durchaus Sinn, diesen Vorgang als Unternehmer auch mal von der Kundenseite aus zu erleben“, so die Initiatorin des Digitalwerks.

Crashkurs zum „Thema der Woche“

An einer anderen Station erfahren zum Beispiel Friseure, wie sich ihre Kunden nicht mehr telefonisch einen Termin zum Haareschneiden machen, sondern über eine App oder die Webseite. „Das hat den Vorteil, dass der Friseur die Schere nicht mehr aus der Hand legen und vom Kunden weggehen muss“, erklärt Michaela Scheeg. Im Kern der Themeninseln geht es darum, wie Arbeitsabläufe effizienter oder Infos und Angebote nutzerfreundlicher werden. Eine weitere Idee ist ein Crashkurs durch ein ausgewähltes Thema – ein „Thema der Woche“, den Betriebe in der Mittags- oder Frühstückspause ohne vorherige Anmeldung durchlaufen können. „Das Motto ist, dass wir den Handwerkern, während sie in 15 Minuten ihren Kaffee trinken, alles Wichtige über dieses digitale Thema sagen können“, erklärt Michaela Scheeg. Es sei wichtig, dass sich die Handwerker trotz guter Auftragslage nach vorn orientieren,

Für größere Veranstaltungen und Workshops mit 15 bis 20 Teilnehmern besteht eine Anmeldepflicht. Sieben Mitarbeiter des Instituts werden künftig regelmäßig vor Ort im Digitalwerk tätig sein. Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen für die große Eröffnung. Unter anderem fertigt der 3D-Drucker kleinere Stücke wie Ersatzteile für Werkzeuge an, die den Gästen vorgeführt werden.

Info: Etwa 20 Plätze sind für die Eröffnungsveranstaltung noch frei. Bis Montag können sich Betriebe über das Formular unter www.digital-werk.org anmelden.

Standort bewusst gewählt

Die ersten fünf Themen für die Stationen im Digitalwerk sind aus einer gemeinsamen Runde mit den Handwerkskammern entstanden. Dabei wurde über Bedürfnisse, Lücken und Ziele der Unternehmen gesprochen.

Den Standort Werder hat das Institut für Innovations- und Informationsmanagement bewusst ausgewählt, wie Geschäftsführerin Michaela Scheeg sagt: „Werder wächst, weshalb das auch für uns ein guter Standort ist.“

Hinzu kommt die gute Anbindung via Bahn zwischen der Technischen Hochschule Brandenburg und Werder sowie aus den anderen Regionen des Landes oder über den Berliner Ring.

Für das Digitalwerk hat der Vermieter die Bahnhofshalle umgebaut, zum Teil auf eigene Kosten. Es gibt unter anderem neue Fenster und eine Heizung.

Von Luise Fröhlich

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