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Werder (Havel) Einbruch auf der Thermen-Baustelle
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Einbruch auf der Thermen-Baustelle
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20:14 06.12.2018
Bereits in der Vergangenheit ist es zu Vandalismusschäden auf der Thermen-Baustelle gekommen – ab 2014 ruhten die Arbeiten. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Unbekannte Täter haben vorige Woche gewaltsam eine zugemauerte Wand des halb fertigen Bades in den Havelauen eingerissen, Türen aufgebrochen und Servertechnik einschließlich Rechner gestohlen. Das teilte Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) den Badausschuss-Mitgliedern bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend mit. Die Diebe hätten es besonders auf die Kommunikationstechnik abgesehen und großen Schaden angerichtet. Die eingerissene Mauer ist inzwischen ersetzt und die Polizei ermittelt. „Wir haben alles in die Wege geleitet, um die Therme vor Vandalismus zu schützen“, sagte Manuela Saß. Nach wie vor führe eine Wachschutzfirma regelmäßige Kontrollen durch. Das gesamte Gebäude wird zudem videoüberwacht.

Die unerfreuliche Nachricht über den Einbruch kam überraschend, denn eigentlich war der Badausschuss, erstmals unter Führung des neuen Vorsitzenden Gunter Schinke (Die Linke), zusammengekommen, um zu erfahren, wer die Fertigstellung der Havel-Therme ab sofort steuert und überwacht. Das Ingenieurbüro PST mit Hauptsitz in Werder hat die Ausschreibung des sogenannten Controllings für sich entscheiden können. 1994 in Ferch gegründet, beschäftigt PST inzwischen 45 Mitarbeiter am Standort in Werder. Insgesamt sind 75 auf alle vier Niederlassungen verteilt. „Wir sind eins der wenigen Unternehmen der Branche in Berlin und Brandenburg, das sämtliche Gewerke mit eigenem Personal abdecken kann“, erklärte Geschäftsführer Torsten Schulz. Das heißt: PST kann Verkehrsplanung, Hoch- und Tiefbau, Projektsteuerung sowie Freiflächenplanung leisten.

Bericht wird wichtigster Bestandteil

Am Ufer des Zernsees wird PST jetzt den Fertigbau der Therme betreuen und kontrollieren. „Wir schauen auf Dinge wie Risiken, den aktuellen Sachstand, die Einhaltung von Terminen und verfolgen, wie sich die Kosten entwickeln“, sagte Stefan Kulczak, ebenfalls Geschäftsführer bei PST. Die Liste der Referenzen auf diesem Gebiet ist lang. Die Firma war unlängst etwa in die Wiederherstellung des Olympischen Dorfes in Elstal für die DKB-Stiftung involviert oder steuert den Verwaltungsneubau am Luftschiffhafen in Potsdam. Aktuell läuft ferner bereits die Planung für die neue Rad- und Fußgängerbrücke von Wildpark-West nach Werder.

Über den aktuellen Stand auf der Bad-Baustelle ließ sich am Donnerstag noch nicht viel berichten. „Wir arbeiten uns intensiv ein und stimmen uns zur Genehmigungsplanung ab. Was wir sagen können ist, dass der Stand sehr gut ist und Schauer und Co. eine ambitionierte Arbeit leistet“, sagte Stefan Kulczak. Laut Bürgermeisterin Manuela Saß wird der Sachstandsbericht der wichtigste Bestandteil der kommenden Badausschuss-Sitzungen sein. Das Gremium trifft sich am 24. Januar zum nächsten Mal. „Für unseren Ausschuss ist der Bericht wichtig, denn so haben wir ein Auge darauf, was mit dem Geld der Werderaner passiert“, erklärte Gunter Schinke. Konkret fließen, wie berichtet, 28,3 Millionen Euro in die Fertigstellung der Havel-Therme. Im Anschluss zahlt die Stadt aber keine Zuschüsse zum laufenden Betrieb.

Andere Firma kümmert sich um die Vergangenheit

Derzeitige Arbeiten an dem Bau beschränken sich Manuela Saß zufolge auf Planung und Bestandsaufnahme. Auf Nachfrage einer Einwohnerin machte sie deutlich, dass PST nur das aktuelle Projekt begleitet und nicht die Vergangenheit der Therme aufarbeitet. Im September hatten die Stadtverordneten beschlossen, dass ein externes Büro die Umsetzung des früheren Vertrages mit der Kristall Bäder AG zum Bau der Blütentherme prüfen soll. Dies wird PST definitiv nicht übernehmen, so die Bürgermeisterin.

Im nicht öffentlichen Teil der Badausschuss-Sitzung wurde über Vertragsinhalte bezüglich des Familienbereiches gesprochen. Auf Nachfrage von Elmar Schlenke von den Stadtmitgestaltern, die das Bürgerbegehren für mehr Transparenz bei der Vergabe gestartet hatten, sagte Manuela Saß, dass noch keine Entscheidungen getroffen würden. Sobald die Informationen dazu spruchreif sind, sollen sie veröffentlicht werden.

Was die Therme zu bieten haben wird

Die ganzjährig geöffnete Havel-Therme will Schwimmen, Bewegung, Spaß und Action vereinen. Sportschwimmer, Familien und Jugendliche zählen zu den wichtigsten Zielgruppen.

Das 25-Meter-Sportbecken mit vier Bahnen können auch Vereinen und Schulen nutzen. Von dort aus geht es direkt in den Familienbereich mit Rutsche und Cabriodach.

Zum großen Thermenbereich wird ein Innen- und Außenbecken, eine Poolbar, ein Vitalbad und ein Heißwasserbecken gehören. Außerdem soll es fünf verschieden heiße Saunen und Dampfbäder geben. Das Alleinstellungsmerkmal der Havel-Therme wird die Seesauna sein.

Von Luise Fröhlich

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