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Werder (Havel) Erneute Kritik vom Steuerzahlerbund
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Erneute Kritik vom Steuerzahlerbund
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02:21 30.04.2018
Podiumsdiskussion zur Blütentherme im Scala: Bürgermeisterin Manuela Saß, Moderator Jens Schneider und Ludwig Zimmermann (v.l.). Quelle: Luise Fröhlich
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Werder

Noch vor dem Beschluss der Stadtverordneten soll der Investor, der die Blütentherme zu Ende bauen und betreiben soll, sich und seinen Plan für das Bad vorstellen. Das teilte Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) bei der Podiumsdiskussion am Donnerstagabend im Scala Kulturpalast mit. Organisiert wurde diese vom Initiatorenkreis „StadtMitGestalter“, der unter anderem Vertreter der Fraktionen eingeladen hatte. Alle Plätze im Kinosaal waren besetzt und einige Gäste nutzten die Chance, sich zur Blütentherme zu äußern.

Immer wieder wurde in der Vergangenheit und auch am Donnerstagabend fehlende Transparenz im Verfahren mit den Bietern kritisiert. „Sobald es die Freigabe der Anwälte gibt, werden wir Öffentlichkeit schaffen“, erklärte die Bürgermeisterin. Wie berichtet, sollen weitere 30 Millionen Euro in die Fertigstellung der Therme fließen. Der Moderator des Abends, Jens Schneider von der Süddeutschen Zeitung, versuchte mehrfach herauszufinden, wofür das Geld genau ausgegeben werden soll. „Die Therme soll attraktiv sein, Erweiterungen sind möglich, insbesondere im Familienbereich. Entscheidend ist aber auch die Wirtschaftlichkeit, die Therme soll sich von selbst tragen“, sagte Manuela Saß. Mehr dürfe sie noch nicht verraten.

Zweifel an der Wirtschaftlichkeit

Der Vertrag mit dem privaten Partner soll noch vor der Sommerpause geschlossen werden. Die letzte Sitzung der Stadtverordneten davor ist am 28. Juni. Sobald die Formalitäten über die Bühne gegangen sind, könnten die Bauarbeiten fortgesetzt werden. Mit einer Eröffnung der Therme rechnet die Stadtchefin allerdings nicht vor 2020.

Ludwig Zimmermann vom Bund der Steuerzahler bezweifelt, dass das Bad jemals wirtschaftlich betrieben werden kann. „Dafür bräuchte es einen wesentlich größeren Einzugsbereich. Wir wollen eigentlich verhindern, dass weitergebaut wird“, sagte er. Schon zu Beginn des Projektes habe der Steuerzahlerbund das Projekt kritisiert, da die Bäderlandschaft in Brandenburg bereits gesättigt gewesen wäre.

Masterplan stößt auf Kritik und Zustimmung

Stadtplanerin Olivia Kummel und Architekt Elmar Schlenke von der Initiative stellten ihren Masterplan für das Filet-Grundstück am Ufer des Zernsees vor – den Abriss der Therme kalkulierten sie mit zwei Millionen Euro ein. Sie berechneten sogar, was Schule, Schwimmhalle, Parks sowie Spielplätze und eine Sporthalle kosten sollen: 28 Millionen Euro. Investoren würden in Wohnungen schätzungsweise weitere 24 Millionen Euro stecken.

Für den Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Markus Altmann, sei dieser Plan „sehr unterstützenswert“. Auch Peter Hinze (Die Linke) konnte sich damit anfreunden. Anders sah es Peter Kreilinger (CDU), der den Plan zwar für gestalterisch attraktiv hält, aber problematisch in der Umsetzung. Es seien einige Privatgrundstücke überplant worden, was die Kosten des Grunderwerbs in die Höhe treibt. „Außerdem wird eine solche Schwimmhalle immer massive Zuschüsse brauchen“, erklärte er. Die Therme habe so wie sie dort steht ihren Wert und eine große externe Wirkung. Auch für Sigmar Wilhelm (Freie Bürger) stünde ein Abriss nicht zur Debatte. Anja Spiegel (SPD) legte vor allem Wert darauf, dass die Verträge nach dem Verfahren offen gelegt werden.

„Therme ist eine Provokation“

Georg Enkelmann, der den Bauausschuss seit langer Zeit verfolgt, erklärte, dass ihn die 30 Millionen Euro sehr überrascht hätten, nachdem zuvor immer die Rede von 10 bis 12 Millionen Euro war. „Diese Therme ist eine Provokation und ein Beleg für das Versagen an verschiedenen Stellen“, sagte eine Havelauen-Bewohnerin. Sie vermisse vor allem Vertrauen in die Menschen, die über die Zukunft des Baus entscheiden sollen.

Unternehmer in Nachbarschaft der Therme sehen die Entwicklung indes positiv. Sie warten auf mehr Kundschaft – angelockt vom Bad. „Die Promenade ist noch sehr leer. Viele von uns können mit Mühe und Not ihre Geschäfte aufrecht erhalten“, sagte Malerin Oda Schielicke.

Bürgerbeteiligung kann kontraproduktiv sein

Zum Thema Bürgerbeteiligung sprach Linus Strothmann von der Stadt Falkensee, die gerade ein Hallenbad bauen will. Die ersten Pläne beruhen auf Studien und Workshops, die gemeinsam mit den Bürgern erstellt wurden.

Für die Blütentherme in Werder biete sich eine Beteiligung zum jetzigen Zeitpunkt nicht an. Sie könne sogar kontraproduktiv sein, weil sie Zeit in Anspruch nimmt und das Projekt dadurch teurer werden kann, sagte er. Dennoch empfahl er, die Stimmungslage unter den Werderanern abzufragen.

Von Luise Fröhlich

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