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Werder (Havel) Jugendschutzteam soll Alkoholleichen und Drogen beim Baumblütenfest verhindern
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Jugendschutzteam soll Alkoholleichen und Drogen beim Baumblütenfest verhindern
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18:23 11.02.2019
Auf der Insel in Werder treffen sich beim jährlich stattfindenden Baumblütenfest erfahrungsgemäß die meisten Jugendlichen. Quelle: Julian Stähle
Werder

Erstmals sollen beim Baumblütenfest in Werder Jugendschutzteams aus Sozialarbeitern zum Einsatz kommen. Das sieht eine Projektskizze vor, die die Stadt gemeinsam mit dem Jugendamt des Landkreises und dem Jugendhilfeträger Stiftung Job erstellt hat. Ziel dieser Teams ist es, den Alkoholmissbrauch und Drogenkonsum auf dem Volksfest einzudämmen. Zwei Sozialarbeiterteams mit jeweils zwei Fachkräften bewegen sich im Festbereich und gehen auf womöglich gefährdete Jugendliche zu, um sie anzusprechen und pädagogisch wirksam zu werden. Entstehende Konfliktsituationen sollen sie zudem deeskalieren, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung der Stadt Werder und des Landkreises heißt.

Beim Baumblütenfest fließt der Obstwein bekanntlich in Mengen und wird in seiner Wirkung gerade von Jugendlichen oft unterschätzt. Auch die Zahl der Drogendelikte ist gestiegen. Beim jüngsten Fest im Frühjahr 2018 registrierte die Polizei 375 Straftaten – 105 mehr als im Vorjahr. Darunter fielen insgesamt allein 168 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zwei Jahre zuvor waren es noch 59 Drogendelikte. 257 Mal sprach die Polizei im vorigen Jahr einen Platzverweis aus und 80 Personen kamen in Gewahrsam. In dem meisten Fällen waren die Betroffenen stark alkoholisiert.

Sozialarbeiter kennen Werder und die Materie

„Das Baumblütenfest ist eine Veranstaltung ohne Zaun und Eintritt. Für die Organisatoren ist es eine Herausforderung, in einem offenen Festbereich wirksame Akzente für einen besseren Jugendschutz zu setzen“, sagte Thomas Lettow vom Vorstand der Stiftung Job. Als in Werder tätiger Träger, zum Beispiel für das Familienzentrum, habe sich die Stiftung verantwortlich gefühlt, die Stadt zu unterstützen. Sie könne Fachkräfte einsetzen, die die Jugendlichen in Werder kennen und mit der Materie vertraut sind. Die freiwilligen Angebote seien ein neuer Baustein, um auf das Thema Alkoholmissbrauch und Drogenkonsum zu reagieren.

„Dass Jugendliche beim Blütenfest Alkohol trinken oder Drogen konsumieren, werden wir zwar nicht verhindern können. Ich denke aber, dass das neue Angebot ein Gewinn für den präventiven Jugendschutz ist“, sagte Bernd Kreissl, Jugendschutzbeauftragter des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Für die Polizei und die Ordnungskräfte sei es nicht immer einfach, einen pädagogisch wirksamen Zugang zu den Jugendlichen herzustellen, die sich in einer Ausnahmesituation befinden. Auf diesem Gebiet geschulte Sozialarbeiter hätten mit ihren freiwilligen Angeboten oft andere Möglichkeiten, präventiv oder deeskalierend aktiv zu werden. „Wir haben da gemeinsam mit der Stadt und der Stiftung Job etwas Gutes auf die Beine gestellt“, resümiert Bernd Kreissl.

„Kein Werderaner Phänomen“

Die Teams werden an speziellen T-Shirts erkennbar sein und agieren eigenständig im Rahmen ihres Auftrags der Prävention. Bei Bedarf können sie Sicherheitsleute oder medizinische Hilfe hinzuziehen. Eine Jugendhilfefachkraft unterstützt sie ständig und übernimmt an einem festgelegten Ort zum Beispiel eine Nachbetreuung oder vermittelt an die Sorgeberechtigten der Person oder an eine Kriseneinrichtung. Das Angebot ergänzt gesetzliche Jugendschutz- und Ordnungsmaßnahmen. Es schaffe „zusätzliche Ansprechpartner für die Zielgruppe selbst, aber auch für Anwohner und andere Festbesucher und ergänzt wahrnehmbar das Sicherheitskonzept für einen abgegrenzten und oftmals in der öffentlichen Kritik stehenden Themenbereich“, heißt es in der Projektskizze.

„Der Alkoholmissbrauch und der Drogenkonsum von Jugendlichen sind kein Werderaner Phänomen. Es handelt sich um ein gesellschaftliches Problem, dem sich die Stadt als Veranstalter des Baumblütenfestes verstärkt stellen muss“, erklärte Werders 1. Beigeordneter Christian Große (CDU). Kinder und Jugendliche würden diesem Thema aber nicht nur an den neun Festtagen begegnen. Es sei Aufgabe der ganzen Gesellschaft und der Eltern, mit den jungen Menschen dazu im Gespräch zu bleiben. Das 140. Baumblütenfest findet in diesem Jahr vom 27. April bis 5. Mai statt.

Sicherheitskonzept für den Festumzug?

Immer wieder kommt es auch vor, dass Betrunkene den Festumzug stören, mit dem ein jedes Baumblütenfest traditionell beginnt. Die SPD-Fraktion forderte unter anderem deshalb, ein Sicherheitskonzept nur für den Umzug zu erstellen.

In den Ausschüssen wurde zum Beispiel darüber beraten, Start- oder Endpunkt des Umzugs zu ändern, die Absperrungen zu verbessern, kein Publikum auf dem Brückenabschnitt zuzulassen oder gänzlich auf Fahrzeuge zu verzichten. Eine Entscheidung zu diesen Punkten steht aus.

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Von Luise Fröhlich

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