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Werder (Havel) Evangelische Grundschule für Werder
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Evangelische Grundschule für Werder
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02:22 19.05.2018
Pfarrer Georg Thimme (v.l.) , Markus Althoff, Abteilungsleiter für Primarbildung, Jürgen Kraetzig, Geschäftsführer der Hoffbauer gGmbH. Quelle: Anne Knappe
Werder

Wie rekrutieren Sie Lehrer? Wie groß sind die Klassen? Und wie sieht es mit der Anbindung aus: Kommt mein Kind auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Schule? – Zahlreiche interessierte Bürger waren am Dienstagabend ins Gemeindehaus nach Werder in gekommen. Dort stellte die Hoffbauer Stiftung gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Werder das pädagogische Konzept der neu entstehenden Grundschule vor. Im September 2019 soll, wie berichtet, im Ortsteil Glindow auf dem Feld zwischen der Landstraße nach Klaistow und dem Langen Grund ein Bildungscampus erbaut werden. Geplant sind zwei Schulen, eine Kita und eine Turnhalle. Die Stadt Werder und die Hoffbauer-Stiftung investieren 30 Millionen in das Projekt. Es soll eine Schule für alle sein „Wir sind offen für alle Kinder – egal ob konfessionell oder nicht“, sagte Jürgen Kraetzig, Geschäftsführer der Hoffbauer Stiftung, gestern. Es solle nicht darum gehen, sich im Sinne von „besser“ oder „schlechter“ von anderen Schulen abzugrenzen. Der große Baumboom in der Region, der Zuwachs an Menschen fordere neue Angebote, so Kraetzig. Der Auftrag: „Wir wollen Kindern einen Lebensraum Schule schaffen, der sie fördert, mündige, konstruktiv, kritische, selbstständige Menschen zu sein,“ erklärt Kraetzig. Es ginge im Kern darum, Kinder zu stärken.

Die Grundschule soll für alle offen sein. „Verschiedenheit ist kein Problem, sondern eine Ressource“, so Markus Althoff, Abteilungsleiter für Primarbildung bei der Stiftung und Schulleiter der Evangelischen Grundschule Mahlow. Das Stichwort lautet Inklusion. Ein weiterer Pfeiler, auf dem das Konzept beruht: Freiheit. „Sie ist ein zweischneidiges Schwert in der Pädagogik“, dessen ist sich Althoff bewusst. „Die Kinder können sich entfalten, wenn sie ihre Potenziale, die jeder einzelne mitbringt, frei entwickeln.“ Lerngruppen und keine Noten Konkret sieht das so aus: Es soll keine Einzelstunden, sondern Zeitblöcke á 90 Minuten geben mit Pausen für Frühstück oder Mittag. Die Lehrinhalte orientieren sich dabei an den Rahmenplänen des Landes Brandenburgs, so dass die Grundlagen für die weiterführende Schule sichergestellt sind. Betreut werden die Kinder den ganzen Tag von 7. 30 Uhr bis 17 Uhr. Erzieher und Lehrer würden dabei ganz eng verzahnt miteinander arbeiten. Auch Arbeitsgemeinschaften werde es geben – vom Hort oder externen Kooperationspartnern. Jeden Montag soll dann Zeit fürs gemeinsame Beten oder Singen sein. Zensuren gäbe es aber bis zur vierten Klasse keine, so Althoff. Seit 2004 würde die Stiftung mit sogenannten Lernentwicklungsgesprächen, an denen die Eltern auch teilnehmen, sehr gut arbeiten. Die Schüler lernen darin, sich selbst zu reflektieren. Lerngruppen und Klasse – das seien Begriffe, die man synonym verwendet, so Althoff. Die Klassengrößen liegen bei höchstens 26 Kindern, gestartet wird einzügig. Ein Schulgeld müsse erhoben werden, das sozial gestaffelt ist. Der Mindestbeitrag für ein Kind würde im Monat bei 27 Euro liegen. Zum Lehrermangel konnte Kraetzig beruhigen: „Die Bewerbersituation von Lehrern ist sehr gut“, versicherte er . Auch die Anbindung an den Verkehr werde sichergestellt und die Verbindung mit dem Powerbus ausgeweitet, das habe man bei der Wahl des Standortes schon berücksichtigt, meldete sich Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) zu Wort. So soll es beispielsweise auch einen „Kids&Ride“-Parkplatz geben. Bedenken gab es bezüglich der vorbeifahrenden Autos. Derzeit würden diese in der Tempo 50-Zone weitaus schneller fahren. Saß verwies dazu auf den Bauausschuss, der am 13. Juni stattfindet. Für möglich halte sie einen Kreisverkehr, der die Situation entschärfen könnte, so Saß.

Generell zeigten sich die meisten Eltern begeistert von dem Konzept. „Ich freue mich auf so kompetente Pädagogen“, sagt Christoph Bischoff-Everding (53). Als er vor fünf Jahren aus Berlin nach Werder kam, war er von der Schullandschaft ernüchtert. Sein Sohn (9) geht derzeit auf die Waldorfschule in Werder. Auch Mutter Sybille Klemt (34) kann sich vorstellen, dass ihr fünfjähriger Sohn die Schule besucht. „Wenn es tatsächlich so ist, dass sie individuell auf die Kinder eingehen – ist das super. Ich wünsche mir, dass die Schule tatsächlich entsteht.“ Das pädagogische Konzept wird bis zum 30. September dieses Jahres beim Ministerium für Bildung, Jugend und Sport ( MBJS) eingereicht. Notwendig sind dafür rund 30 Unterschriften der Bürger, dass die Schule, gewünscht wird.

Von Anne Knappe

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