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Werder (Havel) Mehr Raum für Musik: Gitarrenfabrik zieht um
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Mehr Raum für Musik: Gitarrenfabrik zieht um
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16:57 30.08.2018
Ani und Adi Magler leben in Werder, sind verheiratet, haben zwei gemeinsame Kinder und starten mit der Gitarrenfabrik jetzt richtig durch. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Neue Adresse für Werders Gitarrenfabrik: Ani und Adi Magler eröffnen am Sonntag endlich ihre eigenen Räume im ehemaligen Schaltgerätewerk in der Eisenbahnstraße 73. Drei Jahre lang haben sie den Betrieb von zu Hause aus gesteuert und waren dabei immer auf der Suche nach einem Heim für die Gitarrenfabrik, für ihre Vision von einem Kreativzentrum. Für mehr als ein halbes Jahr ist der Musiker, Mentor und Instrumentenbauer Adi Magler in die Rolle eines Handwerkers geschlüpft und hat mit vielen Helfern in Eigenregie eine etwa 340 Quadratmeter große Fläche umgebaut und gestaltet. Die junge Familie hat einen sechsstelligen Betrag in ihren Traum investiert. „Wir wollen jetzt nicht länger mit der Eröffnung warten, auch wenn noch nicht alles fertig ist“, sagt Adi Magler (33).

Teuerster und wertvollster Teil der neuen Gitarrenfabrik ist das Tonstudio. Um es für Aufnahmen oder Produktionen akustisch zu isolieren, hat Adi Magler einen Raum auf Gummifüßen in einen anderen gebaut. Akustikdecken und Schallschutztüren sorgen dafür, dass kein Ton hinaus- oder hineindringt. Das Prinzip der Bauart kannte er zwar aus dem Studium, richtig angepackt hat er es aber zum ersten Mal. „Ich habe über Monate Youtube-Videos studiert und mich reingefunden“, erzählt er. Das galt für den ganzen Umbau des einstigen Theaterfundus’, der vorher in dem Fabrikteil untergebracht war. Elektrik und Heizungen mussten erneuert und das Innenleben renoviert werden.

Ganzheitliches Coaching

Insgesamt kann die Gitarrenfabrik künftig drei Proberäume anbieten. Zwei davon sind schon vergeben. Wenn der dritte fertig ist, können ihn Bands oder Künstler stundenweise anmieten. In einem etwa 80 Quadratmeter großen Probe- und Bühnenraum findet der Großteil des Coachings statt. Bands und Schüler können sich auf der Bühne, die über Lichttechnik und eine Anlage verfügt, austoben. „Gerade die Schüler haben bei ihren Auftritten oft Probleme, aus sich herauszukommen. Hier können sie sich besser darauf vorbereiten“, berichtet Ani Magler (31), die sich um Eventmanagement, Marketing und die Terminplanung für die Gitarrenfabrik oder andere Bands kümmert. Zuletzt darf in dem Komplex eine Gitarren- und Designwerkstatt nicht fehlen. „Anfangen werden wir mit Saiteninstrumenten aus Kohlefaser. Ich glaube, dass ich erst realisieren werde, was wir hier geschafft haben, wenn ich die erste eigene Gitarre in der Hand halte“, sagt Adi Magler. Die Instrumente, die er bauen möchte, sollen sich leichter spielen lassen und Formen erlauben, die mit Holz nicht möglich sind. Das Interesse sei groß.

Die drei bisherigen Säulen Gitarrenunterricht, Instrumentenbau und Musikproduktion sind durch Design ergänzt und sollen zu einem ganzheitlichen Coaching führen. Eine weitere Idee der Maglers ist es, ein neuartiges Label zu gründen. Bands, die finanziell nicht so gut ausgestellt sind, könnten damit in der Gitarrenfabrik Alben aufnehmen, ein Musikvideo drehen oder die Bühnenshow gestalten lassen. Das Label basiert auf Mitgliedsbeiträgen. „Ziel ist es, dass jeder Zugang zu allen Bereichen haben kann, ob Amateur oder Profi“, erklärt Adi Magler. Deshalb gibt es in der Gitarrenfabrik keine Aufnahmekriterien, Wartelisten oder Verträge. „Wir freuen uns über jeden, der hier herkommt, unabhängig von seinem Kenntnisstand“, ergänzt Ani Magler.

Konzerte zur Eröffnung

Wer Interesse an Workshops der Gitarrenfabrik hat, kann am Eröffnungstag (2. September) in Kurse reinschnuppern. Mit Beginn um 15 Uhr werden einige von Adi Maglers Studenten spielen, am Abend treten Bands auf. Eine Bilderstrecke zeigt Fotos von der Baustelle, die dokumentieren, wie aus dem Theaterfundus ein Kreativort wurde.

Neue Theaterkurse in der Eisenbahnstraße 73

Vor zwei Wochen haben in direkter Nachbarschaft der Gitarrenfabrik in der Eisenbahnstraße 73 die Tulipa-Theater-Studios eröffnet. Ab September starten dort neue Theaterkurse für Kinder und Erwachsene.

In den Kursen kann jeder, ob groß oder klein, jung oder alt, die Grundlagen des Theaterspielens kennenlernen. Leiterin ist die Theaterpädagogin Julia Zimmermann aus Potsdam.

Infos und Anmeldung zu den Kursen unter: www.tulipatheater.de/werder

Von Luise Fröhlich

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