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Werder (Havel) Initiative entwickelt eigene Pläne für das Thermen-Grundstück
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Initiative entwickelt eigene Pläne für das Thermen-Grundstück
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02:20 30.04.2018
Bauruine: Die Arbeiten an der Therme am Ufer des Zernsees in Werder ruhen seit Ende 2014. Quelle: Bernd Gartenschläger
Werder


30 Millionen Euro in die Fertigstellung der Blütentherme zu stecken, ist nicht im Interesse aller Werderaner. Wie das Gelände rund um das halb fertige Bad am Zernsee auch aussehen könnte, zeigen am kommenden Donnerstag die „StadtMitGestalter“. Der frisch gegründete Initiativkreis aus Architekten, Stadtplanern, Künstlern und anderen Unternehmern aus Werder hat sich vor allem mit der Frage beschäftigt, wo in Werder Kindergärten, bezahlbarer Wohnraum oder Orte für Jugendliche geschaffen werden könnten. Aus Sicht der „StadtMitGestalter“ wäre das Grundstück in den Havelauen, das Anfang des Jahres verkauft wurde, für diese Zwecke ideal. „Wir alle wollen gern in der Blütentherme in Werder baden, aber bisher ist das Projekt ein einziges Desaster für die Stadt Werder und seine Bürger“, heißt es in der Mitteilung.

Jochen Fritz ist Mitglied der Bürgerinitiative und bewirtschaftet gemeinsam mit Roland von Schmeling seit drei Jahren den Biohof Werder. „Es geht uns vor allem um Transparenz in dem Vergabeverfahren zur Blütentherme“, erklärte er am Freitag auf MAZ-Nachfrage. Die Initiatoren kritisieren, dass bisher vieles geheim gehalten wurde. Am 17. Mai sollen die Stadtverordneten über den Zuschlag für einen Investoren entscheiden. Im Kern besteht die Initiative aus sieben Werderanern.

„Nicht als alternativlos abstempeln“

Der Masterplan für das Gelände, den der Architekt und Gründer des Initiativkreises, Elmar Schlenke, entwickelt hat, soll den Bau der Therme aber nicht zwingend verhindern. Er soll ein Denkanstoß sein. „Wir wollen den Leuten visualisieren, was dort noch entstehen könnte und neue Impulse geben“, so Jochen Fritz. Dennoch ist die Therme auf dem Masterplan nicht vorgesehen. Dort wo sie jetzt steht, sehen die „StadtMitGestalter“ Grünfläche und einen Park mit Spielplätzen vor. Südlich wäre Platz für eine Grundschule, eine weiterführende Schule, eine Schwimmhalle sowie einen Sportplatz und eine Sporthalle. Gegenüber liegt die Gartenstadt mit mehreren Wohneinheiten und einem Marktplatz.

Katharina Forster ist Künstlerin in der Blütenstadt und wirkt ebenfalls bei den „StadtMitGestaltern“ mit. „Mir liegt das Gestalten am Herzen, nicht nur in der Kunst selbst, sondern auch in meiner Umgebung“, erklärte sie. Wichtig sei ihr außerdem, dass eine Bereitschaft da ist, Dinge nicht als alternativlos abzustempeln, sondern von verschiedenen Seiten zu betrachten.

Mitstreiter sind willkommen

Abgesehen von den erhofften Informationen zum Vergabeverfahren sollen die Parteien der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag über die Zukunft der Therme diskutieren. Auch Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) versuche, Termine zu verschieben, um teilzunehmen, sagte Jochen Fritz. Grüne, SPD, Linke, Freie Bürger und CDU hätten bereits zugesagt.

Außerdem dabei sein wird Ludwig Zimmermann vom Bund der Steuerzahler, der die Blütentherme 2016 ins Schwarzbuch eingetragen hatte, und Vertreter aus Falkensee, wo derzeit ebenfalls ein Hallenbad gebaut wird – „allerdings mit einer breiteren Beteiligung“, so Jochen Fritz.

Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) erklärte wiederholt, dass die Öffentlichkeit wegen der Wahrung des Wettbewerbs nicht einbezogen werden könne. Für den Initiativkreis sei es jetzt, obwohl nur noch ein Beschluss fehlt, entscheidend, die Werderaner nach ihrer Meinung zu fragen. Vielen seien die 30 Millionen Euro zusätzlich zu den bereits investierten 21 Millionen sauer aufgestoßen. So war es auch bei Katharina Forster. „Das ist eine gigantische Summe: Deshalb betrifft mich das Thema nicht nur als Künstlerin, sondern auch als Steuerzahlerin.“ Jochen Fritz betonte, dass die Initiative keine eingeschworene Gruppe ist, sondern durchaus noch Mitstreiter aufnimmt.

Lesen Sie auch: So sieht es jetzt in der Blütentherme aus.

Hohe Summe wurde kritisiert

Ende März hatte der Badausschuss sein Mandat dafür gegeben, mit dem wirtschaftlichsten Bieter in die Verhandlung zu gehen. Der Zuschlag mit Vertragsabschluss soll vor der Sommerpause erteilt werden. Kritik gab es nach dieser Entscheidung unter anderem von der Badausschuss-Vorsitzenden Anja Spiegel (SPD).

In diesem Zusammenhang nannte die Stadt erstmals öffentlich die 30 Millionen Euro für die Fertigstellung.

Die Podiumsdiskussion beginnt am 26. April um 19 Uhr im Scala.

Von Luise Fröhlich

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