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Werder (Havel) Lindowsches Haus soll schon im Mai eröffnen
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Lindowsches Haus soll schon im Mai eröffnen
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16:58 28.02.2019
Der Anbau verbindet Wohnhaus und Remise des Lindowschen Gehöftes. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Das Lindowsche Haus im Herzen Werders trägt seit Donnerstag offiziell den Titel „Denkmal des Monats“. Seit 20 Jahren verleiht die AG Städte mit historischen Stadtkernen im Land Brandenburg Plaketten und Urkunden an historische Gehöfte, Ensembles und Anwesen mit besonderem Charme. Die 234. Auszeichnung ging nun nach Werder. „Oft feiern wir Denkmale des Monats, wenn sie fertig saniert sind oder schon einige Jahre wieder genutzt werden. Hier befinden wir uns auf einer Baustelle und sind begeistert vom Umgang mit dem Detail“, sagte AG-Geschäftsführer Hathumar Drost. Seit rund einem Jahr wird das letzte vollständig erhaltene Obstbauerngehöft der Blütenstadt saniert, erweitert und zu Tourismusbüro und Bürgerservice umgebaut.

Manuela Saß und Hathumar Drost mit der Plakette. Quelle: Stadt Werder (Havel)

Damit passt es perfekt in das Jahresthema der AG für die Auszeichnung der Denkmale: „Stadtwärts! Zu Gast in der Mark“. Anlass für dieses Motto ist der 200. Geburtstag Theodor Fontanes. Im Januar ging der Titel an die ehemalige Poststation in Kyritz, im Juni folgt beispielsweise das Deutsche Haus in Beelitz. „Werder ist mehr als die wertvolle und wichtige Inselstadt und um das zu verdeutlichen, hat man sich bewusst für ein Besucherzentrum in der Stadtmitte entschieden“, erklärte Hathumar Drost. Die Touristeninfo, die im Vorderhaus am Plantagenplatz unterkommt, soll bereits im Mai eröffnen, wie Projektsteuerer Steffen Lehmann am Donnerstag ankündigte. Bis September soll der Bürgerservice umziehen und Ende des Jahres könnten auch die Außenanlagen fertig sein. Drei neue Mitarbeiter werden für die Touristeninfo eingestellt, um unter anderem auch verlängerte Öffnungszeiten anbieten zu können.

Kern des Hauses ist älter als gedacht

Die Baukosten sind auf 2,9 Millionen Euro gestiegen. Die Stadt will die fehlenden 479 000 Euro nachträglich in den Haushalt einstellen. „Wie viel das Projekt am Ende kostet, wissen wir erst, wenn die letzte Ausschreibung durch ist“, sagte Werders 1. Beigeordneter, Christian Große (CDU). 80 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt die Städtebauförderung des Landes. Welche Posten das genau sind, stehe noch nicht detailliert fest. Die Außenanlagen zählen nicht dazu.

Visualisierungen Lindowsches Haus Werder Quelle: Lehmann Bauprojekt

Klar ist inzwischen, dass der Kern des einstigen Wohnhauses aus den Jahren 1751/52 stammt und damit rund 90 Jahre älter ist als bislang angenommen. Das haben wissenschaftliche Untersuchungen am Gebälk und an den Fenstern ergeben (MAZ berichtete). Um 1839 wurde das Haus der Obstzüchterfamilie Friedrich Lindow an beiden Seiten erweitert. Der Seitenflügel kam 1902 dazu und die Remise mit Ställen und Kochstelle 1931. „Es ist ein eher einfach gehaltenes, aber sehr charakteristisches Gehöft“, sagte Steffen Lehmann. Nach Vorgabe des Denkmalschutzes wurden unter anderem historische Fenster und Türen aufgearbeitet, ein Fliesenspiegel in der ehemaligen Küche sowie ein Futtertrog, die Räucherkammer und die Waschkessel erhalten. Im künftigen „Traditionsraum“ wird eine Wandmalerei aus dem 19. Jahrhundert aufgefrischt.

Schüler zu Gast auf der Baustelle

Am Eingang zum Innenhof, der ursprünglich geschlossen war, um neugierige Nachbar-Augen fernzuhalten, steht der Neubau. Durch ihn gelangen Bürger, die künftig etwa ihren Ausweis verlängern wollen, in den Wartebereich und durch einen Glasgang in die einzelnen Büros. Die Rohbauarbeiten sind abgeschlossen und im Vorderhaus wird derzeit der Unterbeton aufgebracht. Als nächstes folgt die Installation der Fußbodenheizung.

Kommende Woche besuchen Schüler das Lindowsche Haus im Zuge der Veranstaltungsreihe „Ingenieure treffen Schule“. Die Brandenburgische Ingenieurkammer stellt dem Nachwuchs aus verschiedenen Schulen des Landes am 7. März den Ingenieurberuf in Werder vor. Erster Programmpunkt ist ein Baustellenrundgang, der die unterschiedlichen Aufgaben eines Ingenieurs bei der Sanierung eines Gebäudes veranschaulichen soll.

Obsthütte vor Einsturz geschützt

Abgerissen wurde auf dem Anwesen lediglich ein Nebengebäude an der Straße, das nicht in den Plänen verzeichnet war. Das Plumpsklo mit Herzausschnitt wird wieder aufgebaut, versicherte Steffen Lehmann.

Die Obsthütte an der Einfahrt ist nicht Bestandteil der derzeitigen Sanierung und wurde zunächst vor dem drohenden Einsturz gesichert.

Von Luise Fröhlich

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