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Werder (Havel) Seit 15 Jahren baut Schuke in den Havelauen Orgeln
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Seit 15 Jahren baut Schuke in den Havelauen Orgeln
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14:08 04.02.2019
Hans Scheffler, Johannes Schuke, Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) und Michael Schuke (v.l.) an der Orgel-Zinndrehmaschine. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Seit 15 Jahren werden in den Werderaner Havelauen Orgeln gebaut und restauriert. Ein Jahr hat der Bau der Werkstatthallen in der damals noch wüsten Landschaft, in der gerade drei Firmen ansässig waren, gedauert. Ende Januar 2004 nahmen die Orgelbauer ihre Arbeit auf. „Unser Fazit nach 15 Jahren fällt auf jeden Fall positiv aus“, sagte Johannes Schuke (33) am Montag bei einem Pressegespräch. Er und sein Bruder Michael (29) haben voriges Jahr die Geschäftsleitung von Vater Matthias (63) übernommen und wollen den Erfolgskurs fortsetzen.

Ein Geschenk der Mitarbeiter zum 15-jährigen Bestehen in Werder. Quelle: Luise Fröhlich

Im Januar hat das 18-köpfige Team in den Werkstätten fast gänzlich die Arbeit an der Restaurierung der Wagner-Orgel der Sankt-Katharinenkirche Brandenburg/Havel in Angriff genommen. Es handelt sich um ein barockes Instrument mit historischem Gehäuse. Wie Michael Schuke erklärte, werden die Haupt- und Chororgel nicht nur gereinigt, sondern auch noch um neue Klangkörper erweitert. „Auf der unteren Empore in der Kirche wird es ein Orgelwerk mit 25 Registern geben. Der Organist kann sich diese Extra-Register an einem zentralen Spieltisch hinzuziehen, wenn er sie braucht“, sagte der Orgelbaumeister. Hinzu kommt noch ein Solo-Werk mit vier Registern.

Eröffnungskonzert im Frühjahr 2020

Eine Besonderheit an dem zentralen Spieltisch sind seine fünf sogenannten Manuale, also Klaviaturen. Die Orgel im Magdeburger Dom bietet zum Vergleich eine Manuale weniger. Das Gesamtwerk für die Katharinen-Kirche zum Klingen zu bringen, sei eine große Herausforderung, an der im Verlauf das ganze Team arbeiten wird. Derzeit baut Werkstattleiter Hans Scheffler beispielsweise die Pfeifen zusammen, die anschließend einzeln an einer Referenzorgel intoniert werden. Zwischen 5000 und 6000 Pfeifen sind für das Großprojekt vorgesehen. „Um den gewünschten Ton zu erreichen, werden bestimmte Teile aus der Pfeife geschnitten“, erklärte Michael Schuke. Die Erfahrung verrät, ob die Pfeife so klingt, wie sie klingen sollte.

Werkstattleiter Hans Scheffler kann nicht nur Pfeifen zusammensetzen, sondern auch selbst Orgel spielen. Quelle: Luise Fröhlich

Nebenan in der Holzwerkstatt liegen schon die ersten fertigen Windladen. Diese tragen und versorgen die Orgelpfeifen später mit Luft, wodurch sie überhaupt Töne hervorbringen können. Den Großteil der Arbeit wollen die Schukes bis zum Ende des Jahres erledigt haben. Weil es allerdings vorher zu kalt in der Kirche ist, kann das Eröffnungskonzert erst im Frühjahr 2020 stattfinden. Welcher Organist die Ehre hat, das restaurierte und erweiterte Instrument zu spielen, steht noch nicht fest. 1936 hatte die Firma Schuke bereits neue Teile in die barocke Orgel eingebaut, unter anderem den historischen Spieltisch, der nun wieder in Gang gebracht wird.

Inzwischen wohnen Mitarbeiter in den Havelauen

In den vergangenen 15 Jahren restaurierte und baute Schuke weltweit zahlreiche Orgeln. Neubauten gingen etwa nach Polen, Mexiko oder Taiwan. In Erfurt, Suhl und Tangermünde wurden unter anderem mehrere hundert Jahre alte Orgeln restauriert. Aus den wüsten Havelauen hat sich inzwischen eine gut ausgebaute Siedlung entwickelt, in der Mitarbeiter sogar ein neues Zuhause gefunden haben.

Die Orgelbaufirma hatte ihren Ursprung 1820 in Potsdam, gegründet unter einem anderen Namen von Gottfried Heise. Alexander Schuke, Großvater des Seniorchefs, kaufte das Unternehmen 1894. Nach langem Suchen und vielen Gesprächen über Grundstücke in der Region, hatte sich Matthias Schuke 2003 für Werder entschieden – und es nicht bereut.

Von Luise Fröhlich

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