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Werder (Havel) Generationswechsel beim Orgelbau Schuke
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Generationswechsel beim Orgelbau Schuke
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01:17 14.12.2018
Dieser alte Spieltisch von 1936 wird restauriert.
Werder

Das Traditionsunternehmen Orgelbau Schuke geht neue Wege: Die Brüder Johannes (33) und Michael Schuke (29) haben kürzlich die Firma übernommen und gleich einen spektakulären Auftrag an Land gezogen. Sie sollen die barocke Wagner-Orgel in der Sankt Katharinenkirche in Brandenburg an der Havel sanieren und erweitern. Ihr Konzept und die langjährige Erfahrung konnten bei dem Ausschreibungsverfahren überzeugen. Vater Matthias Schuke (63) hat sich aus den Geschäften zurückgezogen. „Wenn so ein Generationswechsel bevorsteht, können ja viele nicht loslassen. Aber er gibt komplett ab“, sagt Johannes Schuke. Als Mitarbeiter bleibt er bis zur Pensionierung noch im Unternehmen und kümmert sich wieder um die Arbeit an den Orgeln, wofür in den Jahren als Geschäftsführer weniger Zeit blieb.

Die Brüder teilen sich die neuen Aufgaben ideal ein: Als Orgelbaumeister kümmert sich Michael Schuke um das Schreiben von Aufträgen oder das Entwickeln von Konzepten. Johannes hingegen verantwortet als studierter Wirtschaftsingenieur vorrangig die Steuer-, Marketing- oder Personalfragen.

Schuke Orgelbau blickt auf eine fast 200-jährige Geschichte zurück. Einst im Holländer Viertel von Gottlieb Heise gegründet, ging das Unternehmen 1894 in den Besitz von Alexander Schuke über. Zu DDR-Zeiten wurde das Unternehmen enteignet. Nach der Wende schaffte es der frühere Inhaber und Orgelbaumeister Matthias Schuke den Orgelbau wieder zu reprivatisieren. Nun führen seine Söhne Johannes und Michael die Geschäfte des Familienbetriebes in vierter Generation fort.

Orgel für Shanghai

Seit jeher baut, konstruiert und restauriert das Unternehmen Orgeln aller Größen und Arten – auch international. So baute der Betrieb unter anderem schon im mexikanischen Zamora in Mexiko eine neue Orgeln. Derzeit steht zudem in den Hallen eine Orgel, die demnächst nach Shanghai verschifft wird. Im heimischen Potsdam setzen sie jüngst die Orgel in der Pfingstkirche wieder in Stand. „Wir decken hier alle Bereiche des Orgelbaus ab und sind nicht auf Zulieferer angewiesen“, erklärt Michael Schuke. Vom Metallpfeifenbau über den Windladen bis hin zur Holzkonstruktion findet alles in den großen Werkstatthallen in den Werderaner Havelauen statt, wo das Unternehmen seit 2004 sitzt. „Es ist eine große Verantwortung, die wir übernommen haben – auch gegenüber der Geschichte“, sagt Johannes Schuke. „Aber wir wollen es erfolgreich weiterführen.“

Mit dem Mega-Auftrag in der Brandenburger Katharinenkirche haben sie dafür die besten Voraussetzungen geschaffen. Das 800 000 Euro teure Projekt wurde durch das brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, die Gemeinde sowie durch Spenden finanziert.

Die barocke 1927 von Joachim Wagner fertiggestellte Orgel wurde zuerst von der Firma Sauer, in den 30er Jahren von der Familie Schuke restauriert. „Es ist ein gewachsener Bestand – und dieser Zustand soll bewahrt werden“, erklärt Michael Schuke. Die Hauptorgel und die Chororgel sind in den Jahren beide dreckig geworden und müssen gereinigt werden.

Das ganze Team ist gefragt

Der Organist wünschte sich zudem mehr Register, um eine breitere Klangpalette auf der Orgel zu spielen. Dafür hat sich das 17-köpfige Team eine pfiffige Lösung überlegt: Auf der unteren Empore soll ein drittes, eigenständiges Werk ergänzt werden, ein sogenanntes Auxiliar, mit 20 Registern. Über einen zentralen Spieltisch sollen so alle drei Orgeln miteinander verbunden sein. „Man kann wie in einer Bibliothek auf alle Register zugreifen“, erklärt Michael Schuke. Der Spieltisch ist fahrbar, sodass die Zuschauer dem Organisten beim Spielen zuschauen können. Ein weiteres Mini-Werk mit fünf bis sechs Registern hebt die Solo-Stimmen hervor. „Die Konstruktion ist einzigartig. So ein Projekt gibt es in der Region und auch in Berlin nicht“, weiß Johannes Schuke.

Eine besondere Herausforderung wird die Intonation der Orgel, das heißt die Klanggebung abzustimmen. „Das ist eine besondere Arbeit, bei der man viel Zeit braucht“, erklärt Michael. Schon beim Bau müssen Maße, Formen und Arten der über 6300 Pfeifen so bedacht werden, dass sie am Ende alle exakt aufeinander abgestimmt werden können, sodass am Ende das alte Instrument wieder im neuen Glanz erstrahlen kann. Bis Ende 2019 wollen die Brüder mit dem Mammut-Projekt fertig sein.

Von Anne Knappe

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