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Werder (Havel) Pony Franzi soll den Weinberg pflügen
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Pony Franzi soll den Weinberg pflügen
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02:22 19.04.2018
Pony Franzi lebt seit Anfang Januar auf dem Töplitzer Weinberg – Lara Wolenski trainiert es. Quelle: Luise Fröhlich
Töplitz

Auf dem Töplitzer Weinberg ist tierisch was los. Nachdem sich Familie Wolenski vor zwei Jahren Schafe angeschafft hat, die das Grün flach halten und den Wein entlauben, soll jetzt ein Mini-Shetlandpony mithelfen. Es hört auf den Namen „Franzi“ und wird gerade von Pferdetrainerin und Weingut-Betreiberin Lara Wolenski ausgebildet. In zwei Jahren soll es Mulchwalzen über den Boden ziehen und zwischen den Reben pflügen. Aktuell erledigen die Wolenskis das mit dem Trecker, der allerdings unebene Spurrinnen hinterlässt und den Boden teilweise stark verdichtet.

Weil das Weingut Klosterhof seit 2015 öko-zertifiziert ist, verzichtet der Betrieb auf Unkrautvernichter wie Glyphosat. „Das wäre natürlich viel einfacher, zerstört aber immer auch ein paar Pflanzen“, sagt Klaus Wolenski. Dank Franzi soll der Boden im biologischen Gleichgewicht bleiben. Das knapp ein Jahr alte Pony stammt aus der Nähe von Dessau und lebt seit Anfang Januar in Töplitz. In direkter Nachbarschaft des Weinbergs befindet sich die Reitanlage, auf der Lara Wolenski Ross und Reiter für Wettkämpfe trainiert. Pony Franzi hat den etwa zehn anderen dort untergebrachten Pferden anfangs Angst eingejagt, erzählt die 32-Jährige. „Zwei Wochen hat es gedauert bis sie sich daran gewöhnt haben.“ Bei den Schafen sei es anfangs genau andersherum gewesen. Jetzt fürchten sie sich vor dem Pony.

Pony Franzi kommt leichter um die Kurven

Bis zu 80 Zentimeter misst die Schulterhöhe, wenn Franzi ausgewachsen ist. „Vor allem muss sie noch etwas kräftiger werden, damit sie die 30 bis 40 Kilo schwere Walze ziehen kann“, sagt Klaus Wolenski. Bis dahin wird sie spielerisch an die Rebstöcke auf dem Weinberg gewöhnt.

Nicht nur die Größe des Shetland-Ponys sei bei der Arbeit auf dem 54 Meter hohen Berg hilfreich, sondern auch Franzis Furchtlosigkeit und ihr ruhiges Gemüt. „Vom Wesen her gleicht sie einem Kaltblüter und ist damit ganz anders als die Rennpferde, die unten im Stall stehen“, erklärt der Winzer. Die würden vor den Drähten an den Rebzeilen zurückschrecken und vor allem mit dem Pflug nicht um die engen Kurven kommen.

Pony Franzi für die Arbeit auf dem Weinberg auszubilden, sei zwar sehr aufwendig, aber kein Vergleich zu den Trainings, die Berufsreiterin Lara Wolenski sonst absolviert. Immer öfter nimmt die Winzerin das Tier jetzt mit auf den Berg oder probiert im Stall ein kleines Zaumzeug auf. Für den Pflug und die Walze braucht Franzi später noch ein richtiges Geschirr, das sich Lara Wolenski bis jetzt von einem Bekannten leiht.

Schafe leisten bereits gute Arbeit

Die Schafherde, die mittlerweile auf 60 Tiere angewachsen ist, und Franzi sollen später zusammen den Weinberg bearbeiten. Mit der Leistung der Schafe ist Klaus Wolenski sehr zufrieden: „Sie sorgen dafür, dass wir weniger Nässe an den Pflanzen haben, was wiederum das Risiko für Pilzbefall mindert. Das funktioniert sehr gut.“

Nachwuchs war bei den Schafen seitens der Winzer-Familie eigentlich nicht mehr geplant, aber ein Männchen scheint der Kastration im vorigen Jahr entkommen zu sein. Dadurch zählen die Wolenskis jetzt 20 Junge in der Herde. Einige Tiere werden sie in diesem Jahr wieder abgeben müssen, da die drei Hektar Weinberg für 40 Tiere genau perfekt seien, so Klaus Wolenski.

Die sanfte Würze vom Weinberg

Vor etwa 25 Jahren kam Familie Wolenski wegen der Pferde nach Töplitz und hat den Weinberg rekultiviert. 2007 begann alles mit 1,5 Hektar.

Im vorigen Jahr stellte die Familie erstmals in größeren Mengen „Verjus“ aus den unreifen, harten Beeren her. Die sind eigentlich ein Abfallprodukt. Denn bevor die reguläre Weinlese im September losgeht, werden die Reben ausgedünnt.

Etwa 800 Liter Verjus haben die Wolenskis im vorigen Jahr gepresst. Der Verkauf sei sehr gut gelaufen, berichtet Klaus Wolenski. In diesem Jahr sei eine ähnliche Produktionsmenge geplant.

Verjus wird zum Würzen vor allem in der gehobenen Gastronomie verwendet. Er dient als Alternative zu Essig oder Zitrone.

Von Luise Fröhlich

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