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Werder (Havel) Richtfest für das Lindowsche Haus
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Richtfest für das Lindowsche Haus
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17:36 28.09.2018
Der Zimmermann hatte traditionell Segensworte für das Lindowsche Haus vorbereitet. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Das marode Dach musste weichen, nicht aber die alten Biberschwanzziegel aus Ton. Die Remise des Lindowschen Hauses in Werder ist damit teilweise schon wieder eingedeckt. Auf dem vorderen Flügel des denkmalgeschützten Gehöftes ist dieser Tage die Holzkonstruktion aufs Dach gezimmert worden. Damit konnte auf der Baustelle am Freitag das Richtfest gefeiert werden. „Geschützt sei dieses Haus und alle, die hier gehen ein und aus“, rief der Zimmermann vom Dach, trank den Schluck Sekt und warf das Glas zu Boden, wo es zersprang. Bleiben Glück und Wetter den Bauarbeitern am Lindowschen Haus treu, könnte der erste Teil des sanierten Obstbauerngehöftes bis zum Sommer 2019 eröffnen. Unterkommen soll in dem früheren Wohnhaus, wie berichtet, die Touristeninformation.

An einigen Fenstern hängen sogar noch alte Gardinen. Quelle: Luise Fröhlich

Nach etwa neun Monaten Bauzeit lässt sich inzwischen mit etwas Fantasie erkennen, was aus dem Lindowschen Haus werden soll. Im Tourismusabteil – dem neuen Anlaufzentrum für die Gäste der Stadt, gibt es neben dem Empfangsbereich einen Informationsraum, in dem regionale Produkte zum Verkauf angeboten werden. Im Obergeschoss zieht das städtische Rechnungsprüfungsamt ein, die beiden Mitarbeiterinnen werden allerdings nicht mehr über die alte Treppe gehen. „Es wird eine neue geben. Der alte Aufgang bleibt aber erhalten und wird mit Plexiglas eingefasst“, erklärte Stefan Marten von der Marketingabteilung der Stadt bei einem Rundgang durch das Haus. Vier Mitarbeiter kommen hier dauerhaft unter, ein weiterer Arbeitsplatz stünde zusätzlich zur Verfügung.

Kosten sind gestiegen

In der einstigen Remise gegenüber des Vorderflügels soll der Bürgerservice einziehen, der derzeit etwas beengt im Schützenhaus auf der Inselstadt sitzt. Dort können sich die Bürger zum Beispiel ummelden, ein Führungszeugnis beantragen oder den Anwohnerparkausweis abholen. Über einen Glasgang sind die einzelnen Büros später zu erreichen, die zudem auch etwas mehr Privatsphäre zulassen als die jetzigen, eher offener gestalteten Räume, sagte Stefan Marten. Dieser Teil des Lindowschen Hauses soll in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres bezugsfertig sein. Den Stall, der die beiden Gebäude miteinander verbindet, nutzen beide Bereiche. Der Hof selbst bleibt offen und wird bepflanzt. Ein Neubau für den zentralen Empfang des Bürgerservices komplettiert das sanierte Ensemble. Dadurch vergrößert sich die Nutzfläche von 400 auf 475 Quadratmeter, wie der 1. Beigeordnete, Christian Große (CDU), erklärte.

Gestiegen sind unterdessen auch die Kosten um etwa 200 000 Euro auf insgesamt 2,7 Millionen Euro. 80 Prozent davon übernimmt die Städtebauförderung des Landes Brandenburg. Die noch ausstehenden Bauaufträge sind fast alle verteilt. Wenn das Lindowsche Haus fertig ausgebaut ist, geht es an den Außenanlagen weiter. Geplant ist Stefan Marten zufolge unter anderem ein Rundweg vom künftigen Besucherzentrum über die Schuffelgärten, hoch zum Galgenberg und eventuell sogar zur Bismarckhöhe. Auch die einstige Verkaufshütte, die vorn am Plantagenplatz steht, soll perspektivisch wieder belebt werden – vielleicht mit einem Obstangebot aus den Schuffelgärten. Kommen Touristen außerhalb der Öffnungszeiten des Büros, sollen sie sich an digitalen Stelen über die Stadt Werder informieren können. An einer Nextbike-Station stehen Fahrräder zum Ausleihen bereit. All das sind Ideen, die nach und nach umgesetzt werden müssen. „Die künftige Gestaltung des Außenbereichs mit Obstkulturen wurd zudem an die frühere Nutzung der Anlage erinnern“, sagte Christian Große.

Erhalten bleiben weiterhin alte Türen und Fensterläden, eine historische Räucherkammer oder die Kellergewölbe. Auch das frühere Plumpsklo mit typischem Herzausschnitt in der Tür wird vor der Eröffnung wieder aufgestellt.

Charakteristisches Gehöft für Werder

Das Lindowsche Haus ist eines der ältesten Obstbauerngehöfte im Festlandbereich von Werder (Havel). Benannt ist es nach dem Obstzüchter Friedrich Lindow, Eigentümer von 1902 bis 1937. Das Gehöft am Hang steht aber schon seit 1839.

Es gilt als Beispiel für die Obstzüchtergehöfte, wie sie für die Vorstadtbereiche von Werder im 19. und im frühen 20. Jahrhundert charakteristisch waren. Es ist denkmalgeschützt.

Von Luise Fröhlich

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