Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Werder (Havel) Same procedure – diesmal auf der Theaterbühne
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Same procedure – diesmal auf der Theaterbühne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:01 03.12.2018
Miss Sophie (Karoline Hugler) und James (Edward Scheuzger) beim Dinner for One auf der Bühne der Comédie Soleil.  Quelle: Diether Godbersen
Werder

Einen Sketch auf die Bühne zu bringen, den der größte Teil des Publikums in allen Einzelheiten kennt, ist ein ziemlich kühnes Unterfangen. Das „Dinner for One“ des englischen Komikers Freddie Frinton mit seiner Partnerin May Warden, das bei uns an jedem Silvestertag auf allen TV-Kanälen zu sehen ist, quasi als „Same procedure as every year“, kann man wohl als Klassiker seiner Art bezeichnen. Muss man dann nicht damit rechnen, dass zig Souffleure und Souffleusen im Publikum sitzen? Regisseur Julian Tyrasa nahm das in Kauf, vertraute offenbar ganz auf das Können seiner Schauspieler. Und die Premierengäste am Samstag gaben ihm mit ihrem Lachen und ihrem Beifall Recht. Ganz nah am Original sind Karoline Hugler (Miss Sophie) und Edward Scheuzger (Butler James) sowie Gerhard Gutberlet als Erzähler. Und doch entstand da etwas Eigenes, Lebendiges, was es von der Fernseh-Konserve abhebt. Wie Butler James um Haltung kämpft, während er an Stelle der vier längst verblichenen Freunde von Miss Sophie zu jedem Gang des Geburtstagsdinners alkoholreiche Toasts auf die Lady ausbringen muss, ist sehenswert. Und jeder der abwesenden Verflossenen erhält durch James einen Hauch Identität zurück. Natürlich darf auch der Gag mit der Stolperfalle Tigerfell nicht fehlen. Edward Scheuzger läuft zu Hochform auf. Gegen ihren begrenzten Aktionsradius setzt Karoline Hugler Stimme!

Vor das besondere „Dinner“ hat Julian Tyrasa ein kurzes Stück mit dem Titel „Alte Freunde“ gesetzt. Es ist eine Uraufführung aus seiner eigenen Feder. Nach Jahrzehnten sehen sich zwei ehemalige Schulfreunde wieder. Kurt (Gerhard Gutberlet) besucht Heinz (Edward Scheuzger) zur Weihnachtszeit in dessen Villa.

Kurt will sich heimlich aus dem Staub machen

Wie in solchen Fällen üblich, kramt jeder in seinen Erinnerungen. Doch irgendwie kommen die beiden nie auf einen gemeinsamen Nenner. Nicht einmal seine Jugendliebe Eva ist Kurt im Gedächtnis geblieben. Heinz kann es nicht fassen. Das Abendessen mit dem früheren Lieblingswein und dem angeblichen Lieblingsessen aus der Jugendzeit wird zum Fiasko. Man ahnt bald, da ist etwas faul.

Selbst das Hausmädchen Asta (Karoline Hugler) wahrt kühle Distanz zu dem Gast. So ist man nicht überrascht, dass Kurt sich nachts klammheimlich mit ein paar Kostbarkeiten aus dem Staub machen will. Natürlich wird er vom Gastgeber erwischt, dem längst klar ist, dass ihm kein alter Freund sondern ein Betrüger ins Haus geschneit ist. Dennoch ruft er nicht die Polizei, sondern macht dem Mann mit der kriminellen Vergangenheit ein höchst attraktives Angebot. Zum beiderseitigen Vorteil. Spätestens da nimmt die bislang reelle Geschichte eine Wendung in Richtung Weihnachtsmärchen. Der Inszenierung hätte zudem etwas mehr Tempo und eine Prise Pep gut getan. Sie kommt etwas sehr brav und bieder daher. Aber da lässt sich bei einem so guten Ensemble gewiss noch ein wenig nachjustieren.

Info: Die Vorstellung mit den beiden Salon-Komödien ist noch bis zum 22. Dezember zu sehen, jeweils freitags und samstags um 19.30 Uhr sowie an den Sonntagen um 17 Uhr.

Von Edith Mende

Die Polizei sucht Zeugen, die den schweren Verkehrsunfall am Mittwoch in der Kesselgrundstraße in Werder beobachtet haben. Dabei wurde ein sechsjähriger Junge schwer verletzt. Der Unfallhergang wird untersucht.

30.11.2018

In Werder hat ein Keller gebrannt. Ursache war wahrscheinlich ein technischer Defekt.

30.11.2018

Der Werderaner Thomas Dosk (65) wird neuer Vereins-Chef des Ruder-Klubs Werder – er tritt damit die Nachfolge der verstorbenen Olympia-Siegerin Brigitte Ahrenholz an.

30.11.2018