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Werder (Havel) Verjüngter Ziegeleiverein startet in die Saison
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Verjüngter Ziegeleiverein startet in die Saison
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20:08 12.03.2019
Christiane Sellner (l.) und Claudia Winter engagieren sich seit Jahresbeginn im Vorstand des Glindower Ziegeleivereins. Quelle: Luise Fröhlich
Glindow

Die gelben Ziegelsteine haben es Christiane Sellner angetan. Sie lotsten die vormalige Bayerin vor vier Jahren nach Glindow und schließlich auch zum Ziegeleiverein. Seit Jahresbeginn ist die 64-Jährige dort die neue Vorsitzende und startet nun mit einem verjüngten Vorstand in die Saison. Dass der Ziegeleiverein überhaupt noch ein weiteres Jahr erlebt, war alles andere als selbstverständlich. Die Mitglieder hatten große Sorgen, mussten die Öffnungszeiten des Museums verkürzen und standen vor dem Aus. „Ich habe es als Wink des Schicksals betrachtet“, sagt Christiane Sellner, die auch in Glindows Heimatverein aktiv ist.

Von der Vorsitzenden Edelgard Baatz und aus der MAZ erfuhr sie von der Not des Ziegeleivereins und zögerte nicht lange. „Was hier an diesem Ort passiert, hat eine große kulturhistorische Bedeutung und die gilt es zu bewahren“, erklärt die neue Vereinschefin. Dabei profitiert das Museum vor allem von der benachbarten Ziegelmanufaktur mit dem Hoffmann’schen Ringofen, der noch immer nach altem Vorbild betrieben wird. Die Ziegelei selbst sei ein lebendiges Industrie- und Handwerksdenkmal, in dem Ziegel, Formsteine und Sonderformate für den Denkmalschutz, für moderne Architektur, Gärten, Landschaftsbau und Kunst produziert werden. Immer mittwochs darf der Verein Besucher durch den Betrieb führen – „ein glücklicher Umstand“, wie es Christiane Sellner beschreibt.

Kenntnisse an die nächste Generation weitergeben

„Wir sind eine zwar noch kleine, aber sehr kompetente Truppe von Spezialisten aus den Bereichen Historie, Keramik, Wissenschaft, Architektur, Bau und Pädagogik“, sagt sie. Die gebürtige Hamburgerin studierte von 1972 bis 1977 Werkstoffwissenschaften in Erlangen und belegte unter anderem die Fachrichtung Glaskeramik. Schon als Kind befasste sie sich mit Malerei, arbeitete nach dem Studium mit Museen und Galerien zusammen, organisierte Ausstellungen und forschte im Bereich der alten Glasindustrie. Mit der Zeit kam eine weitere Leidenschaft hinzu: Seit 2003 restauriert Christiane Sellner Gemälde.

Ebenfalls neu im Vorstand ist die 33-jährige Claudia Winter, die unweit der Ziegelei in den Keramischen Werkstätten arbeitet. Gemeinsam mit fünf weiteren Studenten aus dem Westerwald hatte sie sich dort 2011 niedergelassen und war sogar übergangsweise in der Ziegelei tätig. Hauptanliegen der neuen Schatzmeisterin ist es, die Vermittlung des kulturellen Erbes vor allem an Kinder weiterzuführen. „Sie sind die Generation, die die Tradition bewahren kann. Wenn wir die Kenntnisse und Forschungen nicht weitergeben, können sie verloren gehen“, sagt Claudia Winter.

Laut aktualisierter Satzung erfüllt der Verein verstärkt eine museumspädagogische Aufgabe. „Nach wie vor melden sich viele Schulklassen bei uns. Wir haben Ideen für mehr Angebote, brauchen dafür aber auch entsprechende Räume“, so die Keramikerin. Vorstellen können sich die Frauen außerdem, neben der Dauerausstellung im Turm, weitere Expositionen mit vor Ort arbeitenden Künstlern zu organisieren.

Was Fontane über die Ziegelei gesagt hat

Die Ausstellung im Galerie-Geschoss des Ziegelturms „Quelle des Wohlstandes“ hat Barbara Czycholl, die jahrelang auf dem Gebiet geforscht und Material zusammengestellt hat, um eine Tafel ergänzt. Sie dreht sich anlässlich des Fontane-Jahres um all das, was der Schriftsteller über die Glindower Ziegelei gesagt hat. „Er beschrieb zum Beispiel ausführlich den Brennofen und wie er technisch funktioniert“, erklärt Barbara Czycholl. Umrahmt sind die wortwörtlich zitierten Textstellen mit Bildern des Profi-Fotografen Karl-Ludwig Lange aus Berlin. Vor etwa 20 Jahren bildete er die Arbeit der Arbeiter in der Ziegelei ab. Künftig sollen die Forschungen zur Ziegelproduktion in Glindow und Umgebung bis in die Gegenwart fortgeführt werden.

In Not geraten war der Verein, nachdem im Frühjahr 2018 zuerst der Finanzverantwortliche und im Sommer der Präsident Wolfgang Firl verstorben waren. Den Mittwoch mussten die Ehrenamtler deshalb als Öffnungstag zunächst streichen.

Wieder dreimal wöchentlich geöffnet

Den neuen Vorstand des Ziegeleivereins bilden Christiane Sellner, Dieter Schultz, Claudia Winter und Björn Alte. Die ehemalige Schatzmeisterin Barbara Czycholl kümmert sich weiter um die Dauerausstellung.

Ab sofort ist das Museum in der Saison wieder dreimal wöchentlich geöffnet: mittwochs, samstags und sonntags sowie feiertags von 10 bis 16 Uhr oder nach vorheriger Anmeldung.

Der Verein steht mit dem neuen Vorstand zwar wieder auf solider Basis, sucht aber weiter Mitstreiter. Interessenten können sich bei Christiane Sellner melden: 0177/3 88 63 20.

Von Luise Fröhlich

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