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Werder (Havel) Kitaplätze reichen noch immer nicht aus
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Kitaplätze reichen noch immer nicht aus
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16:24 29.06.2018
Nicht nur Kitaplätze sind in Werder Mangelware. Für eine neue Einrichtung muss auch Personal her. Quelle: dpa
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Werder

In der Blütenstadt mangelt es auch in diesem Jahr wieder an Kitaplätzen. Etliche Eltern stellt das vor große Probleme. Ein Antrag der SPD hat unter den Stadtverordneten am Donnerstagabend eine Debatte ausgelöst. Die Sozialdemokraten fordern darin ein Konzept von der Bürgermeisterin für die Schaffung von 200 weiteren Kitaplätzen zum September 2018. Auch Alternativen wie mehr Kapazitäten für Tagesmütter sollen geprüft werden. Vielen Abgeordneten erschien das einerseits in der Kürze der Zeit unmöglich und ein solches Konzept andererseits unnütz, weil die Ergebnisse der eigens in Auftrag gegebenen Kita- und Schulbedarfsplanung erst noch bekannt gegeben und ausgewertet werden müssen. Das soll voraussichtlich Ende nächster Woche passieren.

Werders 1. Beigeordnete, Christian Große (CDU), erklärte erneut, welche Maßnahmen die Stadt bereits angestoßen hat, um dem Problem Herr zu werden. In den vergangenen beiden Jahren seien 190 Kitaplätze geschaffen worden. In kommunalen Einrichtungen, in denen es rechtlich möglich ist, sorgen Ausnahmegenehmigungen für insgesamt weitere 60 Plätze. „Der Bauantrag für den Neubau in der Poststraße ist eingereicht. Bei der Kita am Finkenberg mit 120 Plätzen befinden wir uns in der Bauvorbereitung“, erklärte Christian Große. Es hänge an den Genehmigungen des Kreises. Sollten diese zeitnah im Rathaus eintreffen, werden zusammen mit der geplanten Kita auf dem Hoffbauer-Campus in Glindow in den nächsten Jahren insgesamt 260 Plätze geschaffen.

Vorwurf: Fördermittel nicht genutzt

„Die Plätze fehlen heute. Mir ist nicht klar, warum weiter so getan wird, als ob wir mit allem rechtzeitig unterwegs sind“, entgegnete SPD-Fraktionsvorsitzende Anja Spiegel. Sie sträube sich dagegen, die ganze Schuld auf den Kitabedarfsplan des Kreises zu schieben, der mit alten Zahlen gerechnet hat: „Er ist keineswegs eine Bibel. Man kann sogar dagegen verstoßen.“ Mit ein wenig Mut hätte die Stadt über die berechnete Kapazität gehen können und der Landkreis hätte das Personal bezahlt, wenn sich herausgestellt hätte, dass tatsächlich mehr Plätze gebraucht werden, erklärte sie. Das sieht Christian Große anders: „Was nicht in dem Plan steht, wird auch nicht bezahlt.“

Anja Spiegel warf der Stadt außerdem vor, dass sie Fördermittel des Landes für einen Kita-Neubau über 708.000 Euro nicht genutzt hätte. „Es ist kein fristgerechter Antrag eingereicht worden“, erklärte sie. Christian Große wies das zurück, die Kommunikation mit dem Land sei anders verlaufen. „Diese Frage sollte geklärt werden“, sagte Peter Kreilinger (CDU). Seiner Meinung nach wäre der Antrag der SPD erst dann seriös, wenn die Fraktion der Verwaltung konkrete Hinweise für ein Konzept geben könnte. Darüber habe die SPD durchaus nachgedacht, so Anja Spiegel. „Lassen Sie uns mal kreativ sein. Anders als Schule ist Kita schließlich eine kommunale Aufgabe“, sagte sie. Klaus Behrendt (CDU) brachte das Gemeindezentrum Kemnitz als Übergangslösung ins Gespräch. Ortsvorsteher Joachim Thiele (SPD) hielt dagegen: „Viele Kemnitzer und Werderaner sind sehr froh, dass es das Zentrum gibt und es wird auch stark genutzt.“

Ideen für eine Überbrückung sind gern gesehen

Eine Werderanerin schlug in der Einwohnerfragestunde das ehemalige Restaurant „Zur Alten Weberei“ in der Adolf-Damaschke-Straße vor. Das Gebäude wird aber gerade zu einem Familien- und Jugendzentrum umgenutzt (MAZ berichtete). Im Rathaus sei bereits geprüft worden, ob kommunale Häuser kurzfristig und überbrückend für die Kinderbetreuung genutzt werden können, erklärte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). „Wer Ideen hat, kann sich gerne an uns wenden“, sagte sie.

Aktueller Kitabedarfsplan ist in Arbeit

Ob die Kita in der Poststraße in Elisabethhöhe wirklich noch in diesem Jahr eröffnen kann, hängt davon ab, wie schnell der Landkreis Potsdam-Mittelmark den Bauantrag genehmigt. Bauen soll dann die Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder (HGW). Vorbild für den Bau ist die im vorigen Jahr neu eröffnete Kita „Havelzwerge“ in der Adolf-Damaschke-Straße.

Am Finkenberg in Werder will die HGW schon seit längerer Zeit eine Kita bauen. Bei der Planung gab es Probleme mit Garagen, die in Privatbesitz waren. Eigentlich sollte diese Einrichtung vor der Kita in Elisabethhöhe gebaut werden.

Einen größeren Bedarf an Kitaplätzen habe die Stadt Werder bereits beim Landkreis angemeldet, sagte der 1. Beigeordnete Christian Große. Die Verwaltung meldet quartalsweise die Kinderzahlen an den Kreis. Ein aktueller Kitabedarfsplan soll vom Kreistag voraussichtlich im Herbst verabschiedet werden.

Von Luise Fröhlich

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