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Werder (Havel) Werder lehnt Windräder im Wald erneut ab
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Werder lehnt Windräder im Wald erneut ab
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16:03 14.12.2018
Einige mehr als 240 Meter hohe Windräder sind im Wald geplant. Quelle: Max Bögl Wind AG/Siegert
Werder

Den Bau von 18 Windrädern im Wald haben Werders Stadtverordnete am Donnerstag deutlich abgelehnt. 26 Abgeordnete stimmten dafür, dass die Gemeinde ihr Einvernehmen für die Pläne der Potsdamer Firma Notus Energy nicht erteilt. Elke Rietz votierte für die Grünen als Einzige dagegen. „Uns wird nichts anderes übrig bleiben als Windräder zu bauen und wenn wir keine wollen, müssen wir etwas anderes machen. Letztlich müssen wir unseren Energieverbrauch senken“, sagte sie. Dass die Grünen in Werder beim Protest gegen Windräder im Wald aus der Reihe tanzen, ist nicht neu, dennoch für manch andere Stadtverordnete nicht nachvollziehbar. „Ich habe noch nie verstanden, wie man als Grüne für die massive Fällung von Bäumen stimmen kann“, sagte Anja Spiegel (SPD). Auch Peter Kreilinger (CDU) hätte auf ein Umdenken der Fraktion gehofft: „Es geht nicht, dass nur wenn Energiewende drauf steht, alles für gut befunden wird. Es gibt noch eine Reihe anderer Möglichkeiten.“

Wie berichtet, plant Notus Energy die bis zu 244 Meter hohen Windräder im Wald zwischen Göhlsdorf, Ferch und Bliesendorf. Seit Mitte Juli liegt dem Landesamt für Umwelt der Antrag vor. Bliesendorfs Ortsvorsteherin Eveline Kroll verdeutlichte vor den Stadtverordneten das Ausmaß: „Für den Standort und den Bau der Wege müssten 15 000 Waldbäume abgeholzt werden. Das kann nicht im Sinne des Klima- und Umweltschutzes sein.“ Kürzlich habe der Bund für Umwelt und Natur (BUND) Brandenburg angedeutet, den Kampf gegen die Windräder im Bliesendorfer Wald zu unterstützen und auch in Kloster Lehnin wurde das gemeindliche Einvernehmen versagt.

Gefahr für Vögel und belastender Schall

Welche Gründe gegen den Bau von Windrädern in der Bliesendorfer Heide sprechen, hat Rechtsanwalt Armin Brauns in einer Einschätzung zusammengefasst. In dem Waldgebiet brüten beispielsweise Greifvögel wie der Rotmilan, Schwarzmilan oder der Mäusebussard. Am südlichen Rand der geplanten Windkraftzone liegt vermutlich ein Brutgebiet des Seeadlers. Ebenfalls heimisch sind mehr als zehn verschiedene Fledermausarten. Dem Bau des Windparks steht außerdem entgegen, dass sich ein Teil davon im Wasserschutzgebiet Ferch-Mittelbusch befinden würde. Die Windräder würden die Landschaft um Werder sowie den Erholungswert entstellen und zerstören, heißt es weiter. In Gefahr ist auch die Waldsiedlung Resau, die im Halbkreis mit einem Abstand von nur 762 Metern von den Anlagen umgeben sein soll. Die geschützte Bogendüne Renneberge würde besonders durch sechs Windräder in der Zone besonders in Mitleidenschaft gezogen werden. Sie würde unwiderruflich abgebaggert und geebnet werden, um Wege für Wartung und Reparatur der Windräder zu ermöglichen.

Besorgniserregend ist auch die Schallprognose. In Bliesendorf wären die Windräder einem Gutachten zufolge mit 35 bis 45 Dezibel zu hören. „Das vermischt sich dann noch mit dem Autobahnlärm. Elisabethhöhe ist von dem Schall auch betroffen“, sagte Anja Spiegel. Die SPD-Fraktionsvorsitzende ärgere sich über die Gemeinde Schwielowsee, die sich darauf ausruhe, dass das Problem Winkraft an ihrer Gemarkungsgrenze liege und die eigenen Einwohner nicht betreffe. Eveline Kroll und der Glindower Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm (Freie Bürger) hatten im September in einem offenen Brief um Unterstützung in Schwielowsee gebeten.

„Im Wald ist das absolut nicht umsetzbar“

„Die Antwort war nicht zufriedenstellend. Das ist kein Verhalten einer Nachbargemeinde“, erklärte Sigmar Wilhelm. Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) berief sich darauf, gesetzlich verpflichtet zu sein, Grundstücke im Gemeindegebiet für Windenergie auszuweisen. Unabhängig vom ungültigen Regionalplan regele der vom Gemeinderat beschlossene Flächennutzungsplan die Windkraftnutzung und sei andernfalls selbst unwirksam. Aus Sicht von Eveline Kroll und Sigmar Wilhelm sei es wegen des für unwirksam erklärten Regionalplans Havelland-Fläming durchaus möglich, den Nutzungsplan anzupassen.

„Niemand widersetzt sich der Energiewende oder der Nutzung von Windrädern. Aber im Wald ist das absolut nicht umsetzbar“, sagte Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU), die Ehrenmitglied des Vereins der Windkraftgegner „Waldkleeblatt – Natürlich Zauche“ ist. Es stünden ausreichend andere Gegenden für Windräder zur Verfügung. Auch die Fraktion Die Linke sprach sich gegen die Pläne von Notus Energy aus: „Es gibt Alternativen zu diesen Riesenkloppern, die aber für die Investoren nicht so attraktiv sind, weil die hinsichtlich Anschaffung und Wartung viel teurer sind“, sagte Fraktionsvorsitzender Peter Hinze.

Zuletzt hatte die Stadt Werder vor einem Jahr den Bau von drei Windkraftanlagen im Wald abgelehnt. Die Firma Uka Cottbus Projektentwicklung hatte damals einen Antrag beim Landesamt gestellt und ihn später zurückgezogen.

Von Luise Fröhlich

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