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Werder (Havel) Platzmangel kommt auch auf Grundschulen zu
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Platzmangel kommt auch auf Grundschulen zu
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23:05 28.08.2018
Schon jetzt wird es räumlich in manchen Schulen Werders eng – an der Carl-von-Ossietzky-Schule wurde bereits ausgebaut. Quelle: Hendrik Schmidt/DPA
Werder

Der Kampf gegen den akuten Mangel an Kitaplätzen in Werder geht voran, wenn auch langsamer, als es vielen Eltern lieb ist. Inzwischen liegen erste Ergebnisse der von der Stadt eigens in Auftrag gegebenen Bedarfsplanung für Schulen und Kindergärten vor. Sie bestätigen das bereits bestehende Defizit an Betreuungsplätzen und liefern einen Blick auf das, was folgt: Auch in den Schulen wird es in absehbarer Zeit eng werden. 13 000 Euro hat die Stadt Werder für das Konzept ausgegeben, das die Firma für Kommunalberatung Complan erstellt und am Dienstagabend dem Sozialausschuss vorgestellt hat.

„Einmal mehr hat sich bestätigt, dass Werder eine familienfreundliche und attraktive Stadt ist“, bilanziert Werders 1. Beigeordneter, Christian Große (CDU), auf MAZ-Anfrage. In den vergangenen fünf Jahren ist die Einwohnerzahl in der Blütenstadt deutlich gestiegen. Gerade Familien mit Kindern sind zugezogen. Es leben etwa 3270 Kinder zwischen null und zwölf Jahren in Werder (Stand 2017). Zunächst sei daher ein Defizit bei Plätzen in Krippen, Kitas und Horten zu erwarten. „Ohne Ausnahmegenehmigungen wären die Kapazitäten bei einer statistischen Betrachtung bereits bis 2020 überschritten“, erklärt Christian Große. Real seien sie es aufgrund des hohen Betreuungsschlüssels jetzt schon. Die Gutachter empfehlen deshalb, bereits auf den Weg gebrachte Planungen in diesem Bereich zu forcieren.

Zusätzlicher Bedarf von drei Zügen bei Grundschulen

Sehnsüchtig warten die Werderaner zum Beispiel auf die Baugenehmigung für die Kita in der Poststraße in Elisabethhöhe. Wie berichtet, sollen dort hundert Kinder unterkommen. Die Stadt hoffte auf eine Eröffnung in diesem Jahr, das hat sich inzwischen zerschlagen. „Das Verfahren läuft gut. Ich erwarte die Baugenehmigung Ende September oder Anfang Oktober“, berichtet Thomas Lück von der Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder (HGW), die Bauherr ist. Sie soll nach dem Vorbild der im vorigen Jahr eröffneten Kita „Havelzwerge“ in der Adolf-Damaschke-Straße in Modulbauweise errichtet werden. „Die Bauweise hat sich hervorragend bewährt, denn die Kita ist wirklich auf den Punkt fertiggestellt worden“, so Thomas Lück. Welche Firma bauen wird, steht bereits fest.

Abgesehen von Neubauten sollten Erweiterungen nach Ansicht der Experten die Einrichtungen entlasten. „Auch für Grundschulen ist der Spielraum für die zu erwartende Situation begrenzt“, sagt Christian Große. Die Plätze werden in den kommenden Jahren nicht ausreichen. „Es besteht ein zusätzlicher Bedarf von bis zu drei Zügen, mit zeitlicher Verzögerung gilt dies dann auch für die weiterführenden Schulen“, so der 1. Beigeordnete weiter. In einem nächsten Schritt sollen die genauen Konsequenzen nun betrachtet werden, die sich aus den Ergebnissen der Planung ergeben – auch auf politischer Ebene. Zudem will die Stadt ihre Ergebnisse an den Landkreis Potsdam-Mittelmark, der für die Bedarfsplanung zuständig ist, weitergeben. In der aktuellen Version, die der Kreis gerade erarbeitet, soll die Dynamik Werders voraussichtlich berücksichtigt werden, sagt der Vize-Bürgermeister. In der langfristigen Prognose könnte der Nachfragedruck in Kitas und Schulen aber auch wieder abnehmen.

Knackt Werder die 30.000-Einwohner-Marke?

Basis für die Analyse des Bedarfs an Kita- und Schulplätzen sind verschiedenste Daten. Grundlage waren die Bevölkerungsvorausschätzung 2014–2030 des Landesamts für Bauen und Verkehr, die Zahlen des stadteigenen Einwohnermeldeamtes sowie die Bevölkerungsprognose der Bertelsmann-Stiftung bis 2030. Für die Prognose der kommenden zehn Jahre zog Complan zusätzlich ein Berechnungsmodell des Leibnitz-Instituts für ökologische Raumentwicklung heran. „Demnach wächst Werder bis 2030 um weitere 15 bis 23 Prozent“, erklärt Christian Große. Hochgerechnet steuert die Blütenstadt damit auf 30.000 Einwohner zu. Beschränkt sich die Entwicklung der Zahl nur auf die dichtere Bebauung der vorhandenen Wohngebiete, ist mit einem Sprung von 15 Prozent zu rechnen. Zählt man die geplanten Gebiete dazu, die noch umzusetzen sind, ergeben sich 23 Prozent.

Reaktion auf Bedarfsplan des Kreises

12,5 Prozent der Werderaner sind nicht älter als zwölf Jahre. Mit Stand 2017 lebten 750 Kinder in der Blütenstadt, die zwischen null und zwei Jahre alt sind, 797 sind zwischen drei und fünf Jahre alt und 1724 liegen zwischen sechs und zwölf Jahren.

Ende vorigen Jahreshatte die Stadt die „Integrierte Kita- und Schulentwicklungsplanung“ in Auftrag gegeben, um auf die akute Unterversorgung in Hinblick auf den Kitabedarfsplan des Kreises aus dem Jahr 2015 zu reagieren.

Von Luise Fröhlich

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