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Werder (Havel) Christine Falk: „Lachen ist die beste Medizin“
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Christine Falk: „Lachen ist die beste Medizin“
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17:10 12.10.2018
Mit Spaß an der Arbeit: Ärztin Christine Falk in ihrer Praxis. Das Bild im Hintergrund bekam sie zur Eröffnung von Grundschülern geschenkt. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Seit zehn Jahren ist Christine Falk (43) als Ärztin in der Kemnitzer Straße in Werder tätig. Ihre Mutter, Jeannette Rösler, ist ebenfalls Allgemeinmedizinerin und vor allem rund um Groß Kreutz bekannt. Mit ihren 75 Jahren tourt sie noch immer über die Dörfer und betreut Patienten. Christine Falk verrät im MAZ-Interview, warum sie in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten ist.

MAZ: Frau Falk, wie war es denn, als Kind einer Ärztin aufzuwachsen?

Christine Falk: Eigentlich hätten viele Kindheitserlebnisse dagegen gesprochen, auch in die Medizin zu gehen. Meine Mutter hat mir davon abgeraten wegen der Dienste an Wochenenden oder Feiertagen und der ganzen Belastung. Wir haben in Groß Kreutz über der Praxis gewohnt, die Patienten haben oft zum Essen geklingelt oder meine Mutter wurde ständig angesprochen, wenn wir durch den Ort gelaufen sind. Dennoch wusste ich mit sechs Jahren, dass ich auch Ärztin werden will.

Warum?

Ich denke, ich habe das Helfersyndrom geerbt. Schon mein Urgroßvater George Michelet war Arzt – seine Patent-Urkunde vom König von Preußen hängt heute in meinem Sprechzimmer. Meine Mutter hat sie an mich weitergegeben. Dieses Bedürfnis, anderen helfen zu wollen, für sie da sein zu wollen, war einfach da. Ich habe in der Schule nie einen zweiten Berufswunsch aufgeschrieben.

Wenn Sie einen hätten angeben müssen, was wäre es gewesen?

Archäologin. Ich liebe es, durch die Welt zu reisen. Begonnen hat es mit Studienreisen, die ich zusammen mit meiner Mutter gemacht habe, irgendwann bin ich zu reinen Fotoreisen übergegangen. Dabei bekommt man natürlich eher weniger Informationen zu den Gebäuden oder Dingen, die man fotografiert, sondern mehr dazu, wie man das beste Bild hinbekommt. Deshalb lese ich vorab viel in Reiseführern.

Keine Zweifel am Berufswunsch

Wo geht die nächste Reise hin?

Zunächst geht es nach Lissabon. Ein großes Wunschziel für die nächsten Jahre ist Kambodscha, da gibt es die riesige Tempelanlage Angkor Wat. Die möchte ich gern im Sonnenaufgang erleben.

Ihre Patienten werden dann im Wartezimmer die Fotos bestaunen können.

Genau. Auf dem Monitor läuft eine Diashow mit Fotos von meinen Reisen, auf dem USB-Stick sind inzwischen um die 10 000 Bilder und manche fragen schon, wann wieder neue dazukommen. Ein Patient hat mich auf die Idee gebracht, die Erinnerungen nicht nur zu Hause in Fotobüchern zu bewahren, sondern sie mit in die Praxis zu bringen. Ich denke, dass die Patienten so ihre Sorgen kurz vergessen und in die Ferne reisen können.

Haben Sie denn jemals überlegt, dauerhaft von hier wegzugehen?

Nein, nie. Egal wie stressig es manchmal ist, ich habe nie gezweifelt, dass das der richtige Beruf für mich ist. Ich habe mich allerdings bewusst dagegen entschieden, in die Wohnung über meiner Praxis zu ziehen. Ich brauche auch Privatsphäre.

Wie fühlt es sich für Sie heute an, diejenige zu sein, die beim Einkaufen von Patienten angesprochen wird?

Gerade am Anfang ist das häufig vorgekommen, ich kann es auch nachvollziehen, aber man muss irgendwann nett zeigen, dass es Grenzen gibt. An einer Supermarkt-Kasse stand mal alles still, weil eine Kassiererin zu mir rübergestürmt ist und mit offenem Mund vor mir stand, um zu sagen, dass sie immer noch Halsschmerzen hat. Andere wollten zwischen den Kühltruhen ihre Laborwerte mit mir besprechen. Meine Kinder gehen extrem ungern mit mir einkaufen.

Sie schreibt die Notdienstpläne für die Region

Im Oktober 2008 haben Sie begonnen, in der Praxis Ihrer Vorgängerin mitzuarbeiten, seit Januar 2009 läuft sie unter Ihrem Namen und vier Jahre später haben Sie die eigenen Räume ein paar Meter weiter bezogen. Wie lautet Ihr Fazit nach zehn Jahren?

Man sieht die Menschen aufwachsen, das finde ich sehr schön. Einige Patienten habe ich jung kennengelernt, die mittlerweile eigene Kinder oder sogar Enkel haben. Schon bei meiner Mutter fand ich es toll, dass sie die ganzen Familienverhältnisse kannte. Sie hätte sich natürlich gefreut und hätte es auch sicher gewollt, dass ich ihre Praxis übernehme. Aber die war mir zu groß und ich wollte lieber nach Werder, was die richtige Entscheidung war.

Ihre Praxis ist nicht nur Anlaufpunkt für viele Patienten, sondern auch eine Lehrpraxis der Charité. Was heißt das?

Regelmäßig kommen Studenten für Praxistage oder Famulaturen, das heißt für vier Wochen, zu mir in die Praxis und lernen den Umgang mit den Patienten. Es macht mir Spaß, mich auf diese Weise in der Ausbildung der Medizinstudenten zu engagieren. Einer muss sich ja drum kümmern und ich denke, man sollte sein Wissen auch weitergeben. Seit zehn Jahren mache ich außerdem vierteljährlich die Notdienstpläne für die Region Werder, Geltow und Groß Kreutz (Havel).

Was ist Ihr Markenzeichen?

Ich lache gerne und viel, mit meinen Patienten, aber auch mit meinen drei Sprechstundenhilfen oder meiner Kollegin Anja Malysch, die hausärztlich tätig ist, den Facharzt für Innere Medizin hat und seit Kurzem mit mir in der Praxis arbeitet. Wer immer ein bitterböses und ernstes Gesicht sehen will, ist bei uns falsch. Denn lachen ist die beste Medizin.

Im Alter von 18 Jahren das Studium begonnen

Bis zur 8. Klasse besuchte Christine Falk die Schule in Groß Kreutz und wechselte dann zum heutigen Humboldt-Gymnasium in Potsdam, wo sie 1993 das Abitur ablegte.

Als sie ihr Studium der Humanmedizin an der Humboldt-Universität begann, war sie gerade mal 18 Jahre alt und damit eine der Jüngsten. „Als ich mit 23 im Krankenhaus angefangen habe, wurde ich noch nicht für voll genommen. Das hat sich erst mit der Zeit gelegt“, erzählt Christine Falk.

Die Doktorarbeitschrieb sie über die Wirkung von Mediakamenten an der Niere und schloss ihre Promotion 2001 ab. Von 1999 bis 2005 durchlief sie mehrere Stationen in der Inneren Medizin des Ernst-von-Bergmann-Klinikums in Potsdam und begann danach ihre ambulante Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin.

Dabei war sie in der Chirurgie in Werder tätig, in einer Kinderarztpraxis in Potsdam und zuletzt bei ihrer Mutter.

2012 hat Christine Falk ihre eigenen, neu gebauten Praxisräume in der Kemnitzer Straße 39 bezogen.

Ihr Sohn ist 17 Jahre alt und die Tochter ein Jahr jünger.

Von Luise Fröhlich

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