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Werder (Havel) Todesschütze verhaftet – Nachbarn sind geschockt
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Todesschütze verhaftet – Nachbarn sind geschockt
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19:21 10.02.2019
In Werder wurde am Freitagabend ein Mann mit einem Gewehr erschossen. Quelle: Julian Stähle
Werder

In der Brandenburger Straße von Werder ist am Freitagabend ein 58 Jahre alter Mann erschossen worden. Offenbar nach einem heftigen Streit hatte ein 60-jähriger Nachbar ihn in einem Hinterhof mit zwei Schüssen aus einer Schrotflinte niedergestreckt. Der Schütze stand laut Polizei-Informationen „erheblich unter Alkohol“; die Flinte soll er in den 1990er Jahren illegal erworben haben. Die beiden Männer lebten in verschiedenen Wohnungen einer Adresse.

Der mutmaßliche Täter war zunächst geflohen, wurde dann aber nach etwa eineinhalb Stunden Verfolgung durch Erstinterventionskräfte der Polizeiinspektion Potsdam sowie Spezialkräfte der Direktion Besondere Dienste ein paar Querstraßen weiter gestellt.

Die Polizisten hatten mehrere bekannte Anlaufadressen des Mannes durchsucht und ihn in der Nähe der Kemnitzer Straße festgenommen. Bei der ersten Befragung erklärte er, wo er die Tatwaffe gelassen hat. Sie konnte wenig später gefunden und sichergestellt werden. Seinem Opfer konnte man trotz Wiederbelebungsversuchen am Tatort nicht mehr helfen.

Polizei kannte die Kontrahenten

Beide Männer waren der Polizei schon namentlich bekannt. Sie hatten mehrere Jahre lang einander gegenüber gelebt. Nach Angaben der Nachbarn habe der 60-Jährige regelmäßig Alkohol konsumiert.

Die Polizei teilte am Sonnabend mit, dass der 60-Jährige auf Antrag der Staatsanwaltschaft Potsdam per Haftbefehl des Amtsgerichtes Potsdam in ein Gefängnis gebracht wurde. Ein Richter hatte den Beschuldigten zuvor angehört und dann dem Ersuchen der Ermittlungsbehörde stattgegeben.

In einem Hinterhof in Werder/Havel wurde am Freitagabend ein Mann erschossen. Der Täter ist mittlerweile gefasst. Die Kriminalpolizei untersuchte den Tatort bis tief in die Nacht.

„So etwas will man nicht erleben“, sagte eine Frau, die auf dem Hof in der Brandenburger Straße lebt und das Szenario vom Küchenfenster aus beobachtet hat. Auf den ersten Schuss folgte ein zweiter, dann lag das 58-jährige Opfer am Boden, erzählte sie. Ihre Tochter, die mit der Enkelin zu Besuch war, und Zeugin des Vorfalls wurde, rief sofort die Polizei. „Wir haben uns nicht rausgetraut“, sagte die Frau. Zu groß war die Angst, dass auch auf sie geschossen werden könnte.

Im Video: SEK sucht den Tatverdächtigen am Hamburger Ring

Motiv: „Persönliche Diskrepanzen“

Die Mordkommision der Polizeidirektion West hat den Mann am Samstag vernommen. Er habe die Tat gestanden und nannte persönliche Diskrepanzen als Motiv, wie Polizeisprecher Heiko Schmidt erklärte.

„Sie mochten sich nicht“, sagte auch eine direkte Nachbarin der beiden, die ebenfalls durch die Schüsse aufgeschreckt wurde. Ein vorheriger Streit zwischen den Männern sei aber nicht zu hören gewesen. Auch von einem konkreten Anlass für die Auseinandersetzung weiß sie nichts. Nach MAZ-Informationen hatte der Wohnungsverwalter dem 60-Jährigen bereits im Dezember gekündigt.

Blumen und Kerzen aufgestellt

Die Nacht hat die Frau bei ihrer Tochter verbracht und kehrte erst am Samstagmorgen zurück in ihre Wohnung. „Ich hätte hier nicht schlafen können“, sagte sie. Auch die Nachbarn, die die Polizei informiert hatten, sind kaum zur Ruhe gekommen: „Wir haben vielleicht drei Stunden geschlafen.“ Die Kripo sei noch bis spät in der Nacht auf dem Hof gewesen, um die Spuren zu sichern.

Die Nachbarn legten am Samstagvormittag Blumen und Kerzen vor die Wohnungstür des Verstorbenen. Er lebte allein und sei ein Eigenbrötler gewesen. „Aber er war kein schlechter Mensch und vor allem nicht kriminell“, erklärte ein auf dem Hof ansässiger Unternehmer. Dass der Mann nun nicht mehr lebt, können die Nachbarn nicht fassen. Alles sei wie in einem Film abgelaufen.

In unserer Fotostrecke halten wir Sie über Unfälle, Brände und Kriminalfälle aus der Region auf dem Laufenden.

Von Luise Fröhlich

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