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Werder (Havel) Werderaner verfilmen die Digedags als Serie
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Werderaner verfilmen die Digedags als Serie
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16:51 28.11.2018
Die Entwicklung ist abgeschlossen: Die Digedags werden verfilmt - mit einem Mädchen. Grafik: Quelle: Mar Vista
Werder

Dags buschige Augenbrauen wippen lustig unter dem blonden Schopf hin und her, Digedags lange Gestalt erkennt man ebenso wieder. Dig hat leicht lila schimmernde Haare bekommen. Die drei Kobolde sitzen in einem Boot mitten in Venedig – neben ihnen steht Ritter Runkel mit seinem Pferd, das mit Wucht ein Loch in den Boden stampft und die Gondel zum Sinken bringt. So in etwa beginnt der Trailer der neuen Animations-Serie. Zum ersten Mal sollen die DDR-Kulturfiguren Digedags zum Leben erweckt und im Fernsehen ausgestrahlt werden.

Hinter dem Projekt stecken die beiden Werderaner David Wachsmuth (40) und Eik Mellin (41). Schon als Achtjähriger hat David Wachsmuth die Hefte gelesen. „Ich habe mich später gefragt: Warum hat die nie jemand produziert – die gehören ins Fernsehen.“ Freund und Geschäftspartner Eik Mellin, mit dem er seit 2007 im Filmstudio Babelsberg die Medienproduktions-Firma „Mar Vista“ leitet, zog dann sofort mit.

Start in der Mitte

Die Produzenten starten mit der fünften Hauptserie der Mosaik-Reihe um den tollpatschigen aber sehr liebenswerten Ritter Runkel. Sie erschien von Mai 1964 bis Juni 1969 und gilt als beliebteste unter den Fans. Ein Grund mehr für die Werderaner mit dieser Reihe den Auftakt zu wagen. Dig und Dag reisen darin im Jahr 1284 mit dem Ritter Runkel noch einmal nach Italien und begleiten ihn auf der Suche nach einem Schatz, den sein Vater in Asien zurücklassen musste. Dabei stoßen sie am Ende auch auf Digedag – der seine Freunde im zweiten Teil auf der Römer-Reise verlassen musste.

Von 1955 bis 1975 erlebten die Digedags, die Protagonisten der Mosaik-Sammelhefte, viele Abenteuer. Schöpfer ist der deutsche Zeichner und Grafiker Hannes Hegen (1925-2014). „Es hat zehn Jahre gedauert, bis wir die Filmrechte bekommen haben“, erzählt David Wachsmuth. Der erste Kontakt war noch zu Hegens Lebzeiten. Mehrere namenhafte Produzenten bemühten sich immer wieder um die Filmrechte.

Letztlich machte sich ihre Hartnäckigkeit bezahlt, erzählt David Wachsmuth. Irgendwann bekamen die Erben mit, dass sich die zwei Werderaner schon seit über zehn Jahren um die Rechte bemühten. Im vorigen Jahr wurden sie dann eingeladen, um ihr Konzept zu präsentieren. „Da wurden wir auf Herz und Nieren geprüft, ob wir den Stoff auch kennen und verstehen“, sagt David Wachsmuth.

Bereits in der Entwicklungsphase fand das Projekt große Aufmerksamkeit. In Stuttgart auf dem „Animation Production Day“ – der als der bedeutendste auf Animationsprojekte spezialisierte Koproduktions- und Kofinanzierungsmarkt in Deutschland gilt – wurde das Projekt als „Bestes Serienkonzept mit dem größten Potenzial auf dem internationalen Markt“ ausgezeichnet. Zudem hat das Medienboard Berlin-Brandenburg die Animations-Serie mit 20 000 Euro gefördert. „Ohne die Unterstützung des Medienboards und die damit verbundene Wahrnehmung in der Branche wären wir nicht so weit gekommen“, ist sich David Wachsmuth sicher.

Fans durften mitreden

Auch die Fans nehmen sie bei der Entwicklung mit. „Man muss sie involvieren – das ist uns auch ganz wichtig“, sagt Eik Mellin. Und so klein ist die Runde nicht: Etwa 2,5 Millionen regelmäßige Leser hatten die Digedags zu DDR-Zeiten. „Es ist ein großes Kulturgut, ein großer Schatz“, sagt David Wachsmuth.

In der Serie bleiben die Handlung und die Reiseroute wie im Original. Die Figuren sind jedoch deutlich moderner geworden. Auch kleine Feinheiten wurden angepasst. „Die Erzählweise und der Humor sind heute in einem ganz anderen Duktus als früher“, weiß Wachsmuth. „Es ist ein schmaler Grad etwas für Kinder zu produzieren und gleichzeitig die älteren Fans mitzunehmen.“

So begleitet ab sofort auch ein Mädchen die Freunde. „Die Geschichte ist jungslastig. Sie bringt frischen Wind rein“, erklärt Wachsmuth. Das Mädchen sei aber nicht nur ein Mittel zum Zweck, betonen die Filmemacher. „Abgesehen davon, brauchen wir das Mädchen, um Informationen zu vermitteln. Sie hat einen hochinteressanten Hintergrund und eine spannende Aufgabe.“ Den wollen die beiden aber noch nicht verraten. „Wir denken, die Fans werden sie lieben“, erklärt Wachsmuth.

So entspinnen sich 25 Folgen mit jeweils 22 Minuten Länge. Die Entwicklung der einzelnen Folgen und das Design sind bereits abgeschlossen. Aktuell stehen sie täglich mit Studios, Koproduzenten und Sendern in Verhandlungen, um möglichst im nächsten Jahr – voraussichtlich im vierten Quartal – mit der Produktion zu starten. „Wir wollen, dass es ein internationales Projekt wird. Aus Finanzierungsgründen ginge das auch gar nicht anders“, erklärt David Wachsmuth. Mit einer Ausstrahlung rechnen die Filmemacher frühstens Ende 2020. Und währenddessen arbeiten sie schon an der Fortsetzung. Ideen haben sie zur Genüge.

Von Anne Knappe

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