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Werder (Havel) Wie sich die Schüler um den Abiball bemühten
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Wie sich die Schüler um den Abiball bemühten
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03:05 05.07.2018
Sophia Lohmüller, Carl Weiland und Julia Fiddicke (v.l.) haben den Abiball organisiert. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Seit zwei Jahren bereiten sie ihren großen Tag vor: Sophia Lohmüller (17), Julia Fiddicke (18) und Carl Weiland (18) haben bereits nach dem Abschlussfest der 10. Klasse damit begonnen, den Abiball zu organisieren. Am Sonnabend ist es nun soweit. Die Abiturienten des Ernst-Haeckel-Gymnasiums Werder nehmen Abschied von ihrer Schulzeit – diesmal allerdings nicht wie sonst üblich auf der Bismarckhöhe, sondern in der Potsdamer Caligari-Halle. Ausschlaggebend dafür waren die Probleme, die der vorherige Abi-Jahrgang mit dem Veranstalter auf der Bismarckhöhe hatte (MAZ berichtete). Die Abiturienten beschuldigten Wohlthat-Entertainment und andersrum. Unter anderem ging es darum, dass die Veranstaltungsfirma die Mehrwertsteuer nicht im Angebot aufgelistet hatte und kurz vor dem Abiball plötzlich nachgezahlt werden sollte.

„Das sind Probleme, mit denen man sich als Schüler nicht auseinandersetzen kann“, erklärt Sophia. Sie und ihre Mitstreiter seien von Beginn an offen für Alternativen gewesen, hätten aber auch für die Bismarckhöhe ein Angebot angefordert. Das schied allerdings aus, weil das Preis-Leistungsverhältnis die Schüler nicht überzeugte.

Hilfe von den „Auenländern“

Schon in der 11. Klasse holten sie sich verschiedene Angebote etwa vom Waschhaus, der Schinkelhalle, dem Kongresshotel und der Metropolis-Halle am Potsdamer Filmpark ein. Zunächst sollte es die Metropolis-Halle sein. Der Filmpark-Betreiber habe dann aber die Caligari-Halle vorgeschlagen, die für die 375 Gäste besser geeignet ist.

Parallel machte sich Carl auf die Suche nach Sponsoren und klopfte bei sämtlichen Werderaner Unternehmern an die Tür. So auch bei der Auenländer GmbH, die zum Beispiel das Havelauenfest organisiert. Dort traf der Schüler auf Geschäftsführerin Franziska Hollatz, die ihm nicht nur finanzielle, sondern auch fachliche und mentale Hilfe anbot. „Das war ein großes Plus für uns. Franzi hat uns bei jeder kleinsten Kleinigkeit unterstützt“, erzählt Carl. Die Schüler jobbten auf Festen, marschierten beim Festumzug der 700-Jahr-Feier mit und bekamen im Gegenzug Hilfe beim Erstellen des Programmes oder bei Besichtigungen.

30 Sponsoren gefunden

Letztlich sprachen sie etwa 130 Unternehmen an, von denen 30 ihre Sponsoren wurden. „Die vorherigen Jahrgänge hatten vier bis sechs“, sagt Carl. Mit diesem Finanzschub konnten alle Karten für die Schüler finanziert werden, sodass jede Familie eine Karte weniger zahlen muss. „Es ist toll, wie engagiert die Gruppe ist. Sie waren sehr frühzeitig dran, gut vorbereitet und auch sehr mutig“, erzählt Franziska Hollatz, die sich inzwischen wie eine Patentante des Abi-Jahrgangs fühlt. „Ich habe auch das Gefühl, dass wir mit ihnen gewachsen sind“, sagt sie. Das Abiball-Team habe den Grundstein für eine Kooperation mit dem nächsten Jahrgang gelegt. „Es ist wichtig, sich für die Organisation jemanden zu suchen, der sich mit Veranstaltungen und rechtlichen Dingen auskennt“, sagt Sophia.

Viele Eltern seien auf die Bismarckhöhe eingestellt gewesen und hätten zunächst nur den Mehraufwand der Abifeier in Potsdam gesehen. Mittlerweile gebe es eine große Zustimmung für die Location.

„Eine gute Erfahrung“

Im Abiball-Komitee, das aus insgesamt 15 Schülern bestand, waren die drei die treibenden Kräfte. Zwei weitere haben zum harten Kern gehört. „Am Ende gibt es zwei bis drei, die hauptsächlich verantwortlich sind. Man muss sich Verbündete suchen“, erklärt Julia. Gelernt haben die Schüler auch, dass nicht alles, was man sich vornimmt, funktioniert. Zwischendurch hätten sie einmal sogar das Gefühl gehabt, dass ihre Pläne scheitern und sie eine Gartenparty feiern müssen.

Jetzt freuen sich die drei darauf, das Ergebnis ihrer Mühe zu sehen, wissen aber, dass sie am Tag selbst einiges zu tun haben werden. „Es ist eine gute Erfahrung und auch wenn es mal nicht so einfach war, geht man trotzdem mit einem Lächeln raus“, resümieren die Schüler.

Benannt nach einem Kinoklassiker

Bei der Caligari-Halle handelt es sich um die zweitgrößte Event-Location im Filmpark Babelsberg. Sie hat eine expressionistische Fassade und bietet etwa 1800 Quadratmeter Fläche in glamourösem Filmambiente.

Benannt wurde die Location nach dem 1920 in Babelsberg gedrehten Stummfilm „Das Kabinett des Dr. Caligari“. In der Halle wird mit verschobenen Formen, linearen Strukturen und bewusst falsch gesetzten Perspektiven nach Original-Szenebildern des Kinoklassikers gearbeitet.

Die Bühne stammt aus dem 2004 in Babelsberg gedrehten Film „Beyond the Sea“. Sie gehört zur festen Ausstattung.

Von Luise Fröhlich

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