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Potsdam-Mittelmark „Diese Karriere habe ich nicht erwartet“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Diese Karriere habe ich nicht erwartet“
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19:46 16.04.2014
Manuela Saß ist vom steilen Aufstieg überrascht, will es nun aber zum Stadtoberhaupt schaffen. Quelle: Christel Köster

MAZ: Nach dem angekündigten Rückzug von Werders Stadtoberhaupt Werner Große (CDU) aus gesundheitlichen Gründen sind Sie jetzt der Trumpf der CDU in Werder für die Bürgermeisterwahl am 14. September. Haben Sie mit so einer Karriere je gerechnet?

Manuela Saß: Nein, überhaupt nicht. Mein Einstieg in Werder war im Januar 2010 als Fachbereichsleiterin für Ordnung und Sicherheit, nachdem ich mich auf die in einer Zeitung ausgeschriebene Stelle beworben hatte. Zuvor habe ich als Kämmerin und stellvertretende Amtsdirektorin in Beetzsee für meinen neuen Job schon wertvolle Erfahrungen sammeln können.

Doch schon acht Monate später waren sie auf Vorschlag des Bürgermeisters von der Stadtverordnetenversammlung zur 1. Beigeordneten gewählt worden. Ein steiler Aufstieg in kurzer Zeit, finden Sie nicht?

Saß: Ja, ich war damals sehr überrascht, habe mich über diesen Vertrauensbeweis aber sehr gefreut, nicht gekniffen und mich der neuen Verantwortung gestellt. So wie jetzt, wo es um die Nachfolge des Bürgermeisters geht. Die CDU hat mich jetzt als ihre Kandidatin aufgestellt. Für mich ein Beweis, man traut mir zu, fortzusetzen, was Werner Große in Werder begonnen und schon erreicht hat. Gleichzeitig habe ich den Antrag auf Mitgliedschaft in der Partei gestellt, die für mich schon lange politische Heimat ist. Bürgermeister Werner Große stand mir sozusagen auch als Mentor bei meiner Arbeit für die Stadt immer zur Seite. Durch ihn und seinen Einsatz für Werder habe ich viel gelernt.

Warum nehmen Sie die Herausforderung als Bürgermeisterkandidatin an?

Saß: Weil es ganz und gar nicht meine Art ist, aufzugeben, wenn es darum geht, mehr Verantwortung zu übernehmen. Hinzu kommt, dass meine Familie und ich seit 1997 in Werder zu Hause sind, wir die Stadt sehr lieben und ich jeden Tag sehen kann, wie sich engagierte Arbeit für die Stadt und ihre Bürger auszahlen kann.

Haben Sie nicht Angst davor, ständig mit ihm verglichen zu werden, sollten sie am 14. September zur Bürgermeisterin gewählt werden?

Saß: Werner Große hat in Werder große Fußstapfen hinterlassen, ich habe großen Respekt vor dem, was er geschaffen hat, Angst vor dem Vergleich habe ich jedoch nicht.

Was würden sie als gewähltes Stadtoberhaupt künftig anders machen?

Saß: Ich werde mir auf jeden Fall selbst treu bleiben, egal in welcher Funktion ich künftig für Werder aktiv bin. Warum sollte ich ändern, was sich über 25 Jahre mit dem Bürgermeister in Werder und den Ortsteilen gut bewährt hat. Auf jeden Fall will ich wie bisher ein offenes Ohr für die Probleme der Werderaner haben, mich weiter für Investitionen im Sinne der Generationen stark machen und die Planung für ein sinnvolles Verkehrsnetz vorantreiben, um nur einige Aufgaben zu nennen. Die Beteiligung der Bürger an maßgeblichen Entscheidungen ist weiterhin sehr wichtig. Das heißt aber, dass sich die Bürger über die Entwicklungen in der Stadt informieren, bevor sie schimpfen, man hätte sie nicht einbezogen.

Das Blütenfest, das die Stadt Werder traditionell veranstaltet, steht unmittelbar vor der Tür. Sie haben es schon einmal während der schweren Krankheit des Bürgermeisters vorbereitet. Ein Kinderspiel war es bestimmt nicht?

Saß: Ganz gewiss nicht. Aber alles lief ohne große Zwischenfälle ab, denn das Sicherheitskonzept der Stadt hat funktioniert und sich inzwischen bewährt. Dennoch muss man stets wachsam sein, auch beim diesjährigen 135. Blütenfest. Nur wenn Mitarbeiter der Stadtverwaltung und die Sicherheitspartner Signale ernst nehmen, können sich unsere Gäste sicher fühlen.

Was sagt eigentlich Ihre Familie dazu, dass sie im Herbst Bürgermeisterin werden wollen?

Saß: Sie steht voll hinter mir, sonst würde ich mich darauf auch nicht einlassen. Für mich ist sie Ausgleich, Kraftquell und wertvoller Kritiker zugleich.

Die Kurstadt Belzig wird von einer Frau regiert, auch der Erholungsort Schwielowsee. Sie könnten mit dem Erholungsort Werder die dritte Frau im Bunde sein...

Saß: Das ist mir noch gar nicht aufgefallen. Aber ich finde es schon bemerkenswert. Dennoch halte ich es für einen Zufall, dass eine Frau an der Spitze der einzigen Kurstadt im Kreis und im Erholungsort Schwielowsee steht.

Stationen der Bürgermeisterkandidaten

  • Manuela Saß wurde am 18. November 1965 in Wolgast geboren.
  • Sie ist verheiratet und hat eine Tochter. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit dem Enkel, im Garten und bei Reisen nach Norwegen.
  • Die Juristin schloss 1996 ihr zweites juristisches Staatsexamen ab.
  • Im August des Jahres 2010 wurde Manuela Saß, zuvor stellvertretende Amtsdirektorin im Amt Beetzsee, auf Vorschlag von Bürgermeisters Werner Große (CDU) zur 1. Beigeordneten der Stadt Werder gewählt.
  • Die 48-Jährige kandidiert nach 24Jahren Amtszeit von Werner Große für die Bürgermeisterwahl am 14. September in Werder.
  • Bisher war die 1. Beigeordnete parteilos, am 15. April stellte sie den Antrag auf Aufnahme in die CDU.

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