Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Werder garantiert Eltern Erhalt der Kita-Plätze

Ringen um künftige Finanzierung freier Kita-Träger Werder garantiert Eltern Erhalt der Kita-Plätze

Die Stadt Werder will die Finanzierung von freien Kita-Trägern neu regeln. Eine Richtlinie, die am Donnerstag beschlossen werden soll, sorgt allerdings für Unruhe. Denn durch das neue Abrechnungsverfahren stehen nicht alle Kitas besser da. Eine beklagt, dass ihr bald nahezu 150.000 Euro fehlen könnten.

Werder 52.3647941 12.8700716
Google Map of 52.3647941,12.8700716
Werder Mehr Infos
Nächster Artikel
Karin Engel aus Brück liebt die Schneiderei

Wer soll was bezahlen in Werder? Im Streit um die Finanzierung freier Kita-Träger geht es vor allem ums Geld.

Quelle: DPA

Werder. Trotz eines ungelösten Konflikts mit zwei freien Kita-Trägern wollen die Werderaner Stadtverordneten am Donnerstag die neue Kita-Richtlinie verabschieden. Der Punkt wird nicht von der Tagesordnung genommen, sagte Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). Sie hatte zugleich eine klare Botschaft für die Eltern, deren Kinder die Waldorf-Kita und den Kindergarten „Hanna Legoranto“ besuchen: „Niemand in der Stadt hat ein Interesse daran, dass Kita-Plätze verloren gehen. Wir werden nicht zulassen, dass auch nur eine Kita geschlossen wird“, sagte sie jüngst bei einer Informationsveranstaltung. Die neue städtische Finanzierungsrichtlinie für freie Kita-Träger hatte zuvor einen ernsten Streit zwischen den freien Trägern und der Kommune ausgelöst. Die Kita der Waldorfschule sieht sich in Bedrängnis, sollte die Stadt die Betreibungskosten künftig nach den neuen Regeln erstatten. Rebekka Ley, Vorstandsmitglied der Waldorfkita, sprach von einer Lücke von 140.000 Euro, die im Etat des Kindergartens dadurch entsteht.

Die Stadt rechnet ihrerseits vor, dass sie auch nach neuer Richtlinie immer noch mehr zahlt, als sie eigentlich müsste. Laut Kita-Gesetz muss die Kommune die Gebäude und deren Unterhalt finanzieren, könnte aber freiwillig mehr Geld geben. Laut Saß tut die Stadt das auch. Sie zahle weiterhin Miete und Betriebskosten für die freien Träger. Zusätzlich sollen nach der Richtlinie 15 Euro pro Kind und Monat als pädagogischer Zuschuss und 15 Euro als Verwaltungszuschuss gezahlt werden. Im Fall der Waldorfkita wäre die Stadt laut Bürgermeisterin verpflichtet, 190.000 Euro zu zahlen. Tatsächlich sind es dieses Jahr knapp 260 000 Euro, so Saß.

Der Bedarf ist aber offensichtlich größer. Statt der 30 Euro pro Kind und Monat „braucht man 90 Euro, dann könnten wir damit leben“, so Kita-Geschäftsführer Dieter Dörflinger. Die Kosten in der Waldorfkita seien gestiegen, „weil die Kinderzahlen gestiegen sind, die Kita vergrößert wurde und teurere Krippenplätze dazu gekommen sind“, so Dörflinger. Er kritisiert, dass die Stadt das bisherige Abrechnungsverfahren „durch ein altmodisches ersetzt, das jedes Jahr zu neuen Verteilungskämpfen führt“. Die Richtlinie enthält eine Passage, wonach freie Kita-Träger über die 30 Euro pro Kind und Monat hinaus einen Zuschuss beantragen können. Sie müssen dafür nachweisen, dass sie vorher alle anderen Einnahmemöglichkeiten ausgeschöpft haben. Die Waldorfkita hat bereits einen Antrag gestellt. Stadt und Waldorfkita verhandeln derzeit über einen Zusatzbeitrag. Christian Große, Werders 1. Beigeordneter, stellt allerdings klar, dass die Stadt nicht für Sonderangebote der freien Träger wie längere Öffnungszeiten aufkommen kann. „Dann müssen sie den Eltern sagen: Ihr müsst das mitfinanzieren.“ Er plädiert in dem Zusammenhang dafür, die Kita-Beitragssatzungen von Kommune und freien Trägern anzugleichen.

Und er empfiehlt freien Trägern, fürs „notwendige pädagogische Personal“ in den Kitas die Zahlung der tatsächlichen Kosten beim Landkreis einzufordern – notfalls per Klage. Der Kreis ist für die Finanzierung des pädagogischen Kita-Personals zuständig, rechnet laut Große aber nach Prognosen des Vorjahrs ab, statt nach den tatsächlich entstandenen Personalkosten. Für die kommunalen Kindergärten sei über die letzten drei Jahre eine Diskrepanz von 1,3 Millionen Euro entstanden, auf denen die Stadt sitzen geblieben sei.

Die unterschiedlichen Konfliktfelder machen die Lage für die Eltern noch verworrener. Zumal Stadt und Kreis den Trägern raten, jeweils den anderen zu verklagen. „Stadt, Landkreis und Träger jonglieren mit vielen Zahlen und streiten, wer was zahlen soll. Aus meiner Sicht sollten Landkreis und Stadt einmal dringend miteinander reden“, sagte Michael Scholl vom Elternbeirat der Kita „Hanna Legoranto“. Vom Landrat gibt es das Angebot, dass die Fachausschüsse von Kreis und Stadt die Sache gemeinsam besprechen. Die Stadt sollte das Angebot annehmen und den Beschluss zur neuen Richtlinie verschieben, so Scholl.

Von Jens Steglich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg