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Werder kickt Kristall Bäder AG von Baustelle

Stadt übernimmt Blütentherme Werder kickt Kristall Bäder AG von Baustelle

Nach Rechtsstreitigkeiten und fast zwei Jahren Stillstand auf der Baustelle der Blütentherme haben sich jetzt die Stadt Werder und die Kristall Bäder AG einvernehmlich und endgültig getrennt. Die Stadt hat die Baustelle übernommen und bereitet die Entscheidungen zur Fertigstellung vor. Sie will durchstarten und hat bereits einen möglichen Termin zum Anbaden genannt.

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Die Baustelle der Blütentherme hat die Stadt jetzt nach der Trennung von der Bäder AG übernommen.

Quelle: Köster

Werder. Nach der Grundsteinlegung für die Blütentherme im Oktober 2011 haben sich die Stadt Werder und die Kristall Bäder AG nun endgültig getrennt. Der Vertrag zwischen der Stadt als Bauherr und der Bäder AG als Partner für die Bauleistungen wurde nun durch eine entsprechende notarielle Vereinbarung aufgehoben. Das teilt die Stadt am Donnerstag in einer Presseinformation mit.

„Wir haben bereits zum 1. April die Verantwortung für die Baustelle übernommen. Nun bereiten wir alle erforderlichen Entscheidungen zur Entwicklung, zur Fertigstellung und zum Betrieb der Blütentherme vor“, sagt Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) auf Nachfrage der MAZ. Erste Ergebnisse erwartet die Stadt im Juli und will diese dann den Stadtverordneten und Bürgern vorstellen. Weitere Details wollte das Stadtoberhaupt am Donnerstag nicht preisgeben. „Ich bin froh und sehr erleichtert, dass sich die Stadt und die Bäder AG nach intensiven und konstruktiven Verhandlungen einvernehmlich getrennt haben. Damit entscheiden wir nun ganz allein, wie es mit dem Bau weitergeht“, sagt Saß. Eine Fertigstellung der Therme vor 2018 schließt die Bürgermeisterin aber aus.

Wie geht es mit der Blütentherme weiter

Bereits im November des vergangenen Jahres haben Werders Stadtverordnete mehrheitlich die Beendigung des Projektvertrages und des Rechtsstreits vor dem Landgericht beschlossen. Seit 2014 wird auf der Baustelle in den Havelauen am Großen Zernsee nicht mehr gearbeitet. Die Bürgermeisterin hatte bereits nach dem Beschluss der Stadtverordneten im November 2015 klargestellt, dass das Bad fertiggestellt wird.

Wie die Stadt nun nach der endgültigen Trennung von der Kristall Bäder AG weiterbaut und wer das Bad betreiben wird, muss die Kommune nun in Abstimmung mit den Stadtverordneten festlegen. Die Entscheidungen werden in der Bürgerschaft mit Spannung erwartet. Zur öffentlichen Sitzung des Badausschusses der Stadt am 13. April sind laut Saß aber noch keine nennenswerten Festlegungen zum weiteren Badbau zu erwarten. „Der Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung wird vielmehr die nächsten Schritte für die Zukunft der Therme mit vorbereiten, prüfen, abwägen und mit entscheiden“, sagt Saß.

Imageschaden für Erholungsort Werder

Auch wenn ein Großteil der Bauarbeiten an der Therme ausgeführt sind, müssen in den nächsten Monaten noch der Innenausbau, der Saunabereich, die Fassade sowie die Außenbereiche vollendet werden. Die Stadt rechnet mit mindestens noch einmal zehn Millionen Euro Kosten. Sie hat in den vergangenen Jahren bereits 16,2 Millionen Euro ausgegeben. Weitere annähernd 900 000 Euro hatte die Kristall Bäder AG für Mehrausgaben verlangt und bekommen.

„Das ist inzwischen alles Geschichte, jetzt sind alle Verträge abgeschlossen, um die Therme in Werders neuer Gartenstadt erfolgreich zu vollenden“, sagt Saß. Dazu gehört auch der Kauf von Außenflächen rund um die Therme von Seiten der Stadt, um die Grundstücke mit dem Blockheizwerk und zur Parkplatzerweiterung für die Kommune und die Gestaltung des Bades zu sichern. Bereits im Vorjahr hatte Saß angekündigt, dass die städtische Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder (HGW) die Flächen für das künftige Hotel und die Ferienhäuser übernehmen wird.

Trotz jetzt einvernehmlicher Trennung hatte das Stadtoberhaupt bereits nach dem Beschluss zum Vertragsende eingeräumt, dass für die Stadt und den Erholungsort Werder „in jedem Fall ein erheblicher Imageschaden entstanden ist“. Einen Rückgang der Besucherzahlen habe die Stadt und das Tourismusbüro nicht feststellen können. Saß zeigt sich zufrieden mit der Aufhebung des Vertrages mit der Bäder AG. Sie hatte davor gewarnt, auf die Fertigstellung der Therme durch die Bäder AG zu klagen, weil dadurch viel Zeit ins Land geht. „Solche Verfahren laufen meist über Jahre und der Ausgang ist obendrein ungewiss“, sagt Saß. Nun will die Stadt durchstarten, damit die Werderaner und ihre Gäste Ende 2018 anbaden können.

19 Millionen gezahlt

Für den Bau der Blütentherme auf städtischem Grundstück am Großen Zernsee in den Havelauen hat Werder seit 2011 bereits fast 19 Millionen Euro gezahlt. Die Stadt rechnet mit weiteren zehn Millionen für die Fertigstellung bis 2018.

In der Blütentherme mit großem Wellnessbereich werden künftig jährlich mehr als 300 000 Gäste erwartet. Darüber hinaus soll im Familienbad auch der Schwimmunterricht stattfinden.

Die Kristall Bäder AG hatte nach Bauverzögerungen und Streitigkeiten im Dezember 2014 die Stadt auf Zahlung von zusätzlich 500 000 Euro verklagt.

Die Stadt forderte indes von der Gesellschaft Rückzahlungen, weil geforderte Bauleistungen nicht vollendet worden waren.

Es kam zu einer Schlichtungsverhandlung vorm Landgericht. Weitere Termine wurden abgesagt und Verhandlungen zur Trennung aufgenommen.

Von Regine Greiner

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