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Werder verkaufte mehr Flächen als Kleinmachnow

Gutachterausschuss legt Grundstücksmarktbericht für 2013 vor Werder verkaufte mehr Flächen als Kleinmachnow

Was hat Werder, was Kleinmachnow nicht hat? Eine Menge Grundstücke, die noch verkauft und bebaut werden können. Genau dieser Vorteil macht sich im Grundstücksmarktbericht 2013 für Potsdam-Mittelmark bemerkbar, der am Montag in Teltow vorgestellt wurde.

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Blick auf Werder

Quelle: Bernd Gartenschläger (Archiv)

„Vor allem der Geldumsatz ist im Vorjahr mit 14,4 Prozent auf 442,5 Millionen Euro deutlich gestiegen, während die Anzahl der Verkaufsverträge mehr oder weniger gleich geblieben ist“, sagte Wilk Mroß, der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte, der diesen Bericht erstellt. Es wird also mehr Geld für Land und Grund ausgegeben – warum, weiß man nicht. Liegt es am niedrigen Zinsniveau, an der allgemeinen Wirtschaftslage? Fest steht jedenfalls, dass erfreulicherweise auch die Zahl der Zwangsversteigerungen um fast ein Drittel (29 Prozent) zurückgegangen ist (von 103 auf 73) und dass auch der Liegenschaftszinssatz, mit dem der Verkehrswert von Grundbesitz im Durchschnitt marktüblich verzinst wird, bei fünf Prozent liegt. Damit ist er deutlich höher als die Bank-Sparzinsen, eine Immobilie wäre also die bessere Geldanlage.

Während Mroß keine Hinweise darauf erkennt, dass landwirtschaftliche Flächen unverhältnismäßig teurer würden – „Wir können so etwas hier nicht mit Zahlen belegen“ – erklärt er, dass die stärksten Veränderungen im Vergleich zum Jahr 2012 jedenfalls im Bereich des Wohneigentums bemerkbar wären. Um fast 50 Prozent mehr wurde davon im Vorjahr weitergegeben – und hauptverantwortlich dafür ist Werder mit seinen Bauprojekten unter anderem in den Havelauen und den Kasernen. Wurde dort im Jahr 2012 noch Wohneigentum im Gesamtwert von 6,2 Millionen verkauft, so handelte es sich 2013 um gleich 22,7 Millionen Euro für 138 Verkäufe – also das 3,6-Fache. Da liegt Kleinmachnow mit 12,9 Millionen Euro für 52 Verkäufe sowohl hinsichtlich des Umsatzes als auch der Anzahl der Verträge deutlich abgeschlagen auf dem zweiten Platz.

Auch wenn alle Grundstücksverkäufe zusammen betrachtet werden – unbebaut, bebaut, Wohneigentum, land- und forstwirtschaftlich, sonstige –, setzt sich Werder mit einem Umsatz von 90,3 Millionen Euro an die Spitze (2012: 46 Millionen) und verdrängt damit Kleinmachnow, das mit 72,6 Millionen Euro ein Minus von 5,4 Millionen Euro hinnehmen musste, gleich auf den dritten Platz. Denn dicht auf den Fersen Werders folgt Teltow, das mit 89,1 Millionen Euro Gesamtumsatz (und damit einem Plus von zwölf Millionen Euro) nur knapp den Siegerplatz verpasst hat. Die geringsten Umsätze verzeichneten übrigens Ziesar (3,0 Millionen) und Niemegk (3,1 Millionen), gefolgt von Wusterwitz mit 4,4 Millionen Euro.

Insgesamt bedeutet dies, dass sage und schreibe 79 Prozent des Landkreis-Plus von 55,7 Millionen Euro auf die Umsatzsteigerung in Werder zurück zu führen sind.

Doch ist diese positive Entwicklung jetzt nur eine vorübergehende Erscheinung, die von Werder abhängig ist? Mroß ist optimistisch: „Die Anzahl der Bauanträge für den Landkreis ist auf gleichbleibend hohem Niveau.“

In einem Punkt bleibt Kleinmachnow allerdings Spitzenreiter, denn sehr deutlich bleibt die Schere nach wie vor bei den Kaufpreisen im Berliner Umland im Vergleich zum sogenannten „weiteren Metropolenraum“ – sicher zum Leidwesen all jener, die nun doch nicht am Rande des Tempelhofer Feldes ihre neue Bleibe finden werden und sich nach Alternativen umsehen müssen: Während im Berliner Speckgürtel noch 10 Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser und Doppelhaushälften über eine halbe Million Euro kosten und man bei mehr als der Hälfte der Objekte bis zu 200 000 Euro hinlegen muss, wurden im weiteren Umland für kein einziges Haus mehr als 300 000 Euro bezahlt und nur für 7 Prozent wurden mehr als 200.000 berechnet. Dort bekommt man die Hälfte der Objekte sogar noch um bis zu 100.000 Euro. Von solchen Kosten für Wohneigentum kann man in Kleinmachnow nur träumen – die im Jahr 2013 durchschnittlich bezahlten Kaufpreise lagen hier im Bereich von 500.000 Euro, bei einer Spanne von 220.000 bis 920.000 Euro. Eine Villa wurde gar für einen Preis um 1,35 Millionen Euro verkauft – mit Grundstück, versteht sich.

Von Konstanze Kobel-Höller

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