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Werder verleiht wieder Ehrenbürgerrecht

Stadt gibt sich Regeln für die Auszeichnung verdienter Bürger Werder verleiht wieder Ehrenbürgerrecht

Die Stadt Werder will die Verleihung des Ehrenbürgerrechts wieder einführen und sich zugleich klare Regeln geben für die Auszeichnung verdienter Bürger. Eine „Ehrenordnung“, die am 1. Oktober von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden soll, sieht drei Stufen der Anerkennung besonderer Leistungen zum Wohle der Stadt vor.

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Selbstbildnis: Der Maler Karl Hagemeister wurde am 12. März 1924 zum Ehrenbürger der Stadt Werder ernannt.

Quelle: Christel Köster

Werder. Die Stadt Werder will sich klare Regeln für die Ehrung verdienter Bürger geben. Als höchste Auszeichnung soll die Verleihung des Ehrenbürgerrechts wieder ins Programm aufgenommen werden. Bisher war die Eintragung ins Goldene Buch der Stadt die einzige Form der Ehrung – zumindest in jüngster Vergangenheit. Die neue „Ehrenordnung“, die am 1. Oktober in der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet werden soll, sieht drei Stufen der Anerkennung besonderer Leistungen zum Wohle der Stadt und seiner Bürger vor. Neben der Verleihung des Ehrenbürgerrechts und dem Eintrag ins Goldene Buch werden künftig auch Ehrenurkunden – maximal fünf pro Jahr – überreicht.

Neu ist auch, dass die Geehrten Ehrenmedaillen bekommen sollen, um die Auszeichnung nach außen zu symbolisieren. Geplant ist demnach, Ehrenbürgern eine Ehrenmedaille in Gold zu überreichen, mit dem Eintrag ins Goldene Buch gibt es die Medaille in Silber und zur Ehrenurkunde will die Stadt die Medaille in Bronze vergeben. Bisher hatten verdiente Bürger, die sich ins Goldene Buch eintrugen, eine Uhr bekommen.

Ehrenbürgern wird auch nach dem Tod noch besondere Anerkennung zuteil. Zu deren Todestag will die Stadt sie mit der Niederlegung eines Blumengebindes ehren. „Nach Ablauf der Ruhefrist wird an den Ehrenbürger in Form einer Gedenktafel auf dem Ehrenhof des Alten Friedhofes erinnert“, heißt es in der Verordnung. Eine postume Verleihung des Ehrenbürgerrechts ist darin nicht vorgesehen. Das Stadtparlament kann dies aber gesondert beschließen.

Werderaner Ehrenordnung

Die Verwaltung hat auf Wunsch der Stadtverordnetenversammlung die Ehrenordnung erarbeitet.

Die geplante Ehrenmedaille könnte eine am Bande sein – mit den Werderfarben und einer Gestaltung nach dem Vorbild der überlieferten Wappenabbildung aus dem Jahr 1893.

Das Ehrenbürgerrecht kann an Menschen verliehen werden, die sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben. Die besonderen Verdienste können etwa „durch außergewöhnliche Leistungen oder besonderes Engagement um die Entwicklung, das Wohl und das Ansehen der Stadt Werder und ihrer Bürger begründet sein“.

 

Nach Angaben der Stadt gibt es keine Unterlagen, die belegen, wie in der Vergangenheit mit der Ehrenbürgerwürde umgegangen wurde. Nach umfangreichen Recherchen im Stadtarchiv konnte die Verwaltung aber eine Übersicht über bereits vorhandene Ehrenbürgerschaften vorlegen. So wurde dem ehemaligen Ziegeleibesitzer und Stadtältesten Georg Lehmgrübner 1923 das Ehrenbürgerrecht verliehen. Auch der Kunstmaler Karl Hagemeister (Ernennung 1924), der SPD-Politiker Eugen Ernst (1948) und der Stadtverordnete Wilhelm Sasse (1954) sind Ehrenbürger der Stadt. Diese besondere Anerkennung wurde zu DDR-Zeiten zudem zwei sowjetischen Militärs zuteil. In der Liste findet sich Oberst Pjotr Awramenko (1965), langjähriger Stabschef der sowjetischen Garnison Werder, der zum 20. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus 1965 Ehrenbürger wurde. Juri Michailowitsch Aleksaschin, „General Drushba“ genannt, wurde zehn Jahre später 1975 mit diesem Titel ausgezeichnet. Auf Antrag von Peter Kreilinger (CDU) werden die beiden Biografien unter die Lupe genommen, um zu prüfen, ob späteres Verhalten der Militärs Anlass geben könnte, die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen.

In drei Fällen ist das schon einmal passiert: Adolf Hitler, Hermann Göring und Paul von Hindenburg wurden 1933 zu Ehrenbürgern gemacht und 1945 aus der Liste wieder gelöscht.

Von Jens Steglich

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