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Potsdam-Mittelmark Werder will einzigartige Düne schützen
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder will einzigartige Düne schützen
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00:31 14.09.2015
Zur Bogendüne führen auch Wanderungen der Bürgerinitiative gegen Windkraft. Quelle: privat
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Werder

Für den Geologen Norbert Schlaak gibt es keinen Zweifel: die Bogendüne Renneberge auf einem Quadratkilometer im Bliesendorfer Wald ist bereits vor annähernd 10 000 Jahren entstanden. „Damit ist sie die mit Abstand älteste Düne des gesamten Raumes und von hohem wissenschaftlichen Wert.“ Das haben jüngste Kernbohrungen des Brandenburgischen Landesamtes für Geologie ergeben und die Werderaner einmal mehr bestärkt, sich für den Schutz der einmaligen, landschaftsprägenden Bogendüne einzusetzen. Darüber hinaus pochen Archäologen auf den weiteren Forschungsbedarf, der die kulturhistorische Bedeutung der Bogendüne durch mittelalterliche Überwehungen im Zusammenhang mit damaligen großflächigen Brandrodungen belegen soll.

Mit einem entsprechenden Beschluss der Stadtverordneten und einem Antrag an den Landkreis Potsdam-Mittelmark will die Stadt Werder nun erreichen, dass die Dünenlandschaft vom Kreis Potsdam-Mittelmark unter Naturschutz gestellt wird. Zugleich warnen Stadtverordnete und die Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) in der schriftlichen Begründung zum Beschlussvorschlag an die Stadtverordnetenversammlung am 1. Oktober 2015 vor einer Ansiedlung von Windkrafträdern wie sie im Regionalplan Havelland-Fläming vorgesehen sind.

„Ein Windpark an dieser Stelle würde nicht nur das einmalige Landschaftsbild zerstören, sondern weitere Forschungen durch zerstörte Bodenschichten, verursacht durch die Fundamente der geplanten Windkraftanlagen, unmöglich machen“, sagt Saß. Die Stadt Werder will das empfindliche Relief als Archiv der Landschafts- und Besiedlungsgeschichte der Glindower Platte erhalten wissen. Gegenwärtig wird das Gebiet ohne Eingriffe in die Bodenstruktur forstwirtschaftlich genutzt. Für die Stadt die geeignete Lösung, um auf tiefgreifende Veränderungen verzichten zu können.

Im Ergebnis der Forschungen weisen Geologen nachdrücklich darauf hin, dass die Renneberge eine Sonderstellung unter den Flugsandbildungen der weiteren Umgebung einnehmen. „Es handelt sich um einen Dünenkomplex, der in mehreren Phasen entstanden ist. Angelegt während des ausgehenden Weichselspätglazials, wurde der Komplex anschließend während des Holozäns noch zweimal überweht“, sagt Schlaak. Und trotz der früheren militärischen Nutzung in Teilen des Gebietes sei der Prozess der sich entwickelnden Landschaft „lehrbuchhaft erhalten und von hohem kulturhistorischen und wissenschaftlichen Wert“.

Der Bodenschatz selbst ist in der Region für viele Einheimische und Naturfreunde längst kein Geheimnis mehr. Regelmäßig laden die Bürgerinitiative Bliesendorf gegen Windkraft in Waldgebieten und Vereine aus der Umgebung zu Wanderungen ein, um über die Bedeutung der Düne zu informieren. Sie wird auch aufgenommen im Atlas „Geologie von Brandenburg“, der voraussichtlich noch in diesem Jahr erscheint. Darüber hinaus wurden die Renneberge in das Geokataster des Brandenburgischen Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe aufgenommen.

Von Regine Greiner

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