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Potsdam-Mittelmark Wo zwei Künstler gemeinsam schreiten
Lokales Potsdam-Mittelmark Wo zwei Künstler gemeinsam schreiten
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19:30 06.02.2018
Der „Kleine Hausgeist“ von Corinna Dahme vor dem Bild „Wüstenlicht“ von Hans-Georg Käberich. Quelle: Edith Mende
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Werder

Er habe mit seinen Bildern gesprochen und wisse deshalb, dass die sich sehr wohlfühlen in der Stadtgalerie von Werder, verkündete Hans-Georg Käberich bei der Eröffnung der ersten Ausstellung des Jahres 2018 unterm Dach des Schützenhauses. Und fügte hinzu, seine Arbeiten würden gern den Keramiken von Corinna Dahme, mit denen sie sich den Raum teilen, die Hand reichen. Denn in deren Gesellschaft fühlten sie sich verstanden. Auch die Keramikerin Corinna Dahme aus Bergholz-Rehbrücke zeigte sich glücklich über das „Pas de deux“ mit dem Berliner Maler.

Was die meisten Besucher der Vernissage nicht einmal ahnten: Die beiden Künstler kannten sich vor kurzem überhaupt noch nicht. Stadtgalerie-Kurator Frank W. Weber war der Kunst-Kuppler, der bei der Beurteilung der Werke bemerkt hatte, wie gut diese miteinander kommunizieren könnten. Er hat in den knapp zehn Jahren der Stadtgalerie schon acht Künstlerduos zu sehenswerten Ausstellungen zusammengeführt. Und wird es im kommenden Sommer noch einmal tun, wie der aktuelle Titel „Pas de deux I“ andeutet.

Einige Unikate haben schon Interessenten gefunden

Aus der Natur bezieht Corinna Dahme das Material, mit dem sie sich künstlerisch ausdrückt, den Ton. Der Natur guckte sie auch viele Formen ihrer keramischen Objekte ab oder empfand sie nach. Kelche auf hohen Stielen streben himmelwärts wie Blüten zum Licht. Ihr „Kleiner Hausgeist“ erinnert an den Samenstand einer exotischen Pflanze. Hinter Titeln wie „Schlangenvogel“, „Aufkeimen“, „Pirouette“ oder „Meeresohr“ verbergen sich filigrane Schönheiten. Häufig sehr dünnwandig und mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen.

Auch die etwas kompakteren Arbeiten verlocken, mit den Fingerspitzen den Rundungen und Riefen zu folgen. Aber das Berühren ist natürlich verboten. Bereits am Wochenende, also nur drei Tage nach der Vernissage, sind einige der Unikate von Corinna Dahme, Vasen und Schalen, mit roten Punkten gekennzeichnet. Sie haben Interessenten gefunden. Als „verhalten gegenständliche Abstraktion“ bezeichnet Frank W. Weber die Malerei Hans-Georg Käberichs. Weich fließen die Farben bei Käberich ineinander, harte Konturen findet man in seinen Bildern kaum. Dafür hat jede Arbeit so etwas wie eine eigene Atmosphäre, in der man als Betrachter lange unterwegs sein kann, ohne sich zu langweilen.

Geheimnisvoll leuchtende Landschaften

Dinge, die hineinzuschweben scheinen in diesen Farbkosmos, fühlen sich an wie eine Fata Morgana oder ein vorbeiziehender Hauch. Auf blaugrünem Meereshintergrund schlängelt sich ein gewelltes Band ins Bild, das eine verschwommene Stadt trägt. Einzig eine auf Säulen ruhende Kuppel hebt sich deutlich heraus. Der Titel: „Aufgetaucht“. Auch das weiße Dorf auf Lanzarote scheint zwischen den Feuerbergen der Insel regelrecht zu schweben.

Bei einem anderen Bild huscht der durchscheinende Umriss eines Baumes wie ein Nebel über eine herbstrote Fläche. Käberich bevorzugt Acrylfarben. Er erzeugt eine Oberflächenstruktur, indem er Sand verschiedener Körnung unter die Farben mischt. Und mitunter lässt er den Farben auch kontrolliert freien Lauf. Dann öffnen sich geheimnisvoll leuchtende Landschaften wie beim mit „Portugal“ betitelten Werk.

Info: Die Ausstellung „Pas de deux I“ ist bis zum 25. März jeweils Donnerstag, Samstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr in der Stadtgalerie Werder, Uferstaße 10, zu sehen.

Kunst rückte erst später in den Mittelpunkt

Corinna Dahme, gebürtige Potsdamerin, studierte Jura und arbeitete in diesem Bereich. Plastik- und Keramikarbeiten waren zunächst ihr Hobby, ab 1984 hatte sie eine eigene Werkstatt. Seit 2007 ist sie freiberufliche Keramikerin in Bergholz-Rehbrücke.

Hans-Georg Käberich, geboren in Kassel, studierte Germanistik und Sport, arbeitete als Lehrer und Schulleiter an deutschen Schulen in Mexiko, Chile sowie in Deutschland. Seit 1992 ist er Pensionär und stellte erstmals 1998 aus. Er lebt in Berlin.

Von Edith Mende

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