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Potsdam-Mittelmark Werders Bürgermeister Werner Große tritt zurück
Lokales Potsdam-Mittelmark Werders Bürgermeister Werner Große tritt zurück
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14:12 04.04.2014
Quelle: Olaf Möldner
Werder (Havel)

Es ist eine Zäsur für die Stadt Werder: Werner Große (64) hat am Donnerstag seinen Rückzug angekündigt. Im 25. Amtsjahr muss der CDU-Mann seiner angeschlagenen Gesundheit Tribut zollen. „Seit meinen Krebserkrankungen im Jahr 2012 und der damit verbundenen Schwerbeschädigung von 100 Prozent fühle ich mich auf Dauer nicht in der Lage, die Aufgaben bis zum Ende meiner Wahlzeit 2018 in vollem Umfang zu erfüllen“, sagte Große am Donnerstag vor den Stadtverordneten. „Der Körper sagt irgendwann ,nein’“. Er werde die am 25. Mai neu zu wählende Stadtverordnetenversammlung bitten, ihn in den Ruhestand zu versetzen. Für die Kommunalwahl hat die CDU Werner Große als Kandidat Nummer 1 aufgestellt.

Eine Legende nimmt Abschied: Werner Große (CDU), Bürgermeister von Werder (Potsdam-Mittelmark) tritt nach fast 25 Jahren Amtszeit aus gesundheitlichen Gründen zurück. Die MAZ blickt auf einige Stationen seiner Karriere.

Große, der schon vor der Wiedervereinigung zum Bürgermeister gewählt wurde, hatte wegen seiner Erkrankung länger als ein Jahr pausieren müssen. Er hatte sich ins Amt zurückgekämpft – auch um sein Vermächtnis zu retten: den von Finanzierungsproblemen erschütterten Bau der Blütentherme, für den die Stadt sich mit knapp zehn Millionen Euro verschuldet hat. Wie es politisch weitergeht in Werder, ist unklar. Einen natürlichen Kronprinzen oder eine Kronprinzessin gibt es nicht. Die stellvertretende Bürgermeisterin Manuela Saß ist zwar angesehen, aber parteilos. Dennoch könnte die CDU sie als ihre Kandidatin bei der Bürgermeisterwahl in den nächsten Wochen ins Rennen schicken. Großes Sohn, Christian Große (CDU), steht auf Nachfrage als Kandidat nicht zur Verfügung. Vor einigen Monaten hieß es gerüchteweise, die ehemalige CDU-Landesvorsitzende Saskia Ludwig sei als Nachfolgerin im Gespräch. Doch Ludwig dementierte.

Zur Person

  • Der Gärtner: Werner Große ist 64 Jahre alt. Der gebürtige Glindower hat Facharbeiter für Obst- und Gemüseproduktion gelernt.
  • Der Jurist: Von 1969 bis 1973  hat Große an der Martin-Luther-Universität in Halle studiert und den Abschluss als Diplom-Jurist gemacht. 1973 bis 1974 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Schaltgerätewerk Werder.
  • Politische Anfänge: Von 1974 bis 1978 ist Große stellvertretender Bürgermeister der Stadt Werder. Von 1979 bis 1990 ist er als Abteilungsleiter beim Bezirks- und Landesverband der Block-CDU.
  • Der Patriarch: Noch vor der Wiedervereinigung – Ende Mai 1990 – wird der Glindower zum Bürgermeister von Werder gewählt. Er wird danach in allen Wahlen bestätigt und ist bis 2018 gewählt. Sein Sohn ist Sprecher der örtlichen CDU-Fraktion. Seit 2002 ist Werner Große Präsident des brandenburgischen Städte- und Gemeindebundes.
  • Der Investoren-Freund: Mit Investoren hat Große keine – Kritiker sagen: zu wenig – Berührungsängste. So unterstützt der Bürgermeister trotz massiver Rechtsverstöße den Hotelier Axel Hilpert und dessen 40 Millionen-Euro-Projekt Resort Schwielowsee. Vor zwei Jahren verurteilt das Landgericht Potsdam Hilpert wegen Fördermittelbetrugs zu mehr als fünf Jahren Haft. Enge Bande knüpft Große auch zum Chef der Kristall Bäder AG, Heinz Steinhart, der die Blütentherme in den Havel auen baut. Das Projekt erlebt gerade eine Kostenexplosion. Seit zwei Jahren sollte der Bade-Tempel schon fertig sein.
  • Der Privatmann: Große ist bodenständig und volksnah. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Der Bürgermeister liebt Hunde, Bücher zu deutscher Geschichte und Königsberger Klopse. Er lebt auf der Insel Werder und ist Mitglied in mehreren Sportvereinen.

Mit Große tritt ein weit über die Stadtgrenzen hinaus respektierter Kommunalpolitiker in den Ruhestand. Der gelernte Facharbeiter für Obst- und Gemüseproduktion aus Glindow, der noch zu DDR-Zeiten Jura studierte, ist seit 2002 Präsident des brandenburgischen Städte- und Gemeindebundes. Als einer der dienstältesten Bürgermeister des Landes hat er regelmäßig bei Wahlen Zustimmungswerte erhalten, von denen die CSU in Bayern träumt: 2010 waren es fast 82 Prozent. Zu Zeiten, als Brandenburgs Kommunen ziemlich ausschließlich rot regiert wurden, war Werder/Havel eine schwarze Insel.

Die Stadtverordneten dankten Bürgermeister Werner Große am Donnerstag nach der Erklärung mit langanhaltendem Beifall für seine im Sinne der Stadt und ihrer Bürger geleistete Arbeit. Große zeigte sich gerührt, dankte insbesondere seiner Frau für die große Unterstützung, aber auch den Mitarbeitern der Verwaltung und den Abgeordneten für die Zusammenarbeit. Doch er wollte den bewegenden Moment auch nicht zu lange aushalten müssen. „Lasst uns weiterarbeiten“, sagte Große. Wenig später sprachen sich die Stadtverordneten für eine neue Radbrücke am Bahnhof aus. Peter Hinze (Linke) empfahl eine Willensbekundung. Große fackelte nicht lange: „Das packen wir sofort an.“

Von Ulrich Wangemann und Regine Greiner

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