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Potsdam-Mittelmark Werders Geschichte auf der Theaterbühne
Lokales Potsdam-Mittelmark Werders Geschichte auf der Theaterbühne
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14:26 26.11.2017
Die Stadtverordneten diskutieren absurde Brückenprojekte (Schauspieler: Karoline Hugler, Edward Scheuzger, Gerhard Gutberlet (r.)). Quelle: Diether Godbersen
Werder

Das wurde noch einmal ein richtiger Höhepunkt im ausklingenden Jubiläumsjahr von Werder. Das Stück, das die 700-jährige Stadt dem kleinen Theater in ihrer Mitte aus gegebenem Anlass in Auftrag gegeben hatte, erlebte bei seiner Uraufführung am Freitagabend ein begeistertes Publikum. Dabei war es für den Autor und Regisseur Julian Tyrasa trotz fachkundiger Hilfe mit Sicherheit keine leichte Aufgabe gewesen, aus sieben Jahrhunderten Geschichte eine kleine Zahl von Momenten, Episoden und Begebenheiten herauszufiltern. Sowohl charakteristisch für die jeweilige Zeit als auch bühnentauglich mussten sie sein und sich auf summa summarum einhundert Minuten komprimieren lassen.

Vier Schauspieler schlüpfen von einer Rolle in die nächste und durch sieben Jahrhunderte. Was sie dabei alles erleben, zeigen die Fotos von den Proben und der Uraufführung des Stückes.

Christian Morgenstern und seine Galgenbrüder beispielsweise schafften es nicht in diese Auswahl. Dafür lernt der Zuschauer Ferdinand Ludewig Schönemann, Martin Friedrich Schulze oder Richard Emil Schuchardt und die Kaufmannsfamilie Jacob kennen, die wirklich Bürger von Werder waren und in dieser oder jener Form ihre Spuren hinterließen. Auch wenn der Autor manches überspitzt und mit einer Prise Fantasie aufgepeppt hat, einen wahren Kern hat jede der Szenen, versichert er. Skurriles, das man mit einem Augenzwinkern sehen sollte, wechselt sich mit wirklich Schmerzhaftem ab. Auch vor den Jahren der Naziherrschaft, die in Werder schreckliche Narben hinterließ, und der DDR-Geschichte kneift Tyrasa nicht.

Nachwende-Bürgermeister auf der Bühne und im Publikum

Die vier Schauspieler, die binnen kürzester Zeit von einer Rolle in die nächste schlüpfen müssen, leisten Großartiges. Karoline Hugler, eben noch als Prinzessin Kunigunde dahingeschieden, erscheint im nächsten Moment als Fischersfrau, barmherzige Schwester und sogar als Brückenarchitekt oder Richter, blitzschnelle Kostümwechsel eingeschlossen. Gerhard Gutberlet bleibt unter anderem als Gendarm, Bürgermeister Schönemann, Bildhauer und Scharfrichter Hellriegel in Erinnerung. Lorenz Pilz sowie Edward Scheuzger fechten als Regisseur und Erzähler im Stück manchen Streit aus.

Darüber hinaus gibt Pilz einen napoleonischen Soldaten, den trinkfreudigen und räuberischen Bürgermeistersohn, einen mit dreizehn Vormundschaften „geehrten“ Bürger usw. Edward Scheuzger musste neben anderem am Freitag im Part des Nachwende-Bürgermeisters sogar vor den Augen des Originals Werner Große bestehen.

Wunschtraum des Markgrafen Waldemar

Auch einen Blick in die Zukunft, nämlich in das Jahr des 750. Stadtgeburtstages, wagt das Stück. Und das Festkomitee hofft dann noch immer, dass sich endlich der Wunschtraum erfüllt, den bereits 1317 Markgraf Waldemar träumte sowie viele nach ihm. Welcher Traum das ist, wird nicht verraten. Dazu muss man selbst hinein in eine der Vorstellungen.

Publikumsgespräch am 3. Dezember

Bis zum 17. Dezember kann man „Die Freuden und Leiden des jungen Werder” in der Comédie Soleil erleben.

Vorstellungen sind jeweils Freitag und Samstag um 19.30 Uhr sowie sonntags um 17 Uhr.

Am Sonntag, dem 3. Dezember, gibt es nach der Vorstellung ein Publikumsgespräch mit dem Werderaner Stadtchronisten Baldur Martin und dem Autor Julian Tyrasa.

Die Premierenzuschauer amüsierte der Gag jedenfalls außerordentlich. Das Manuskript des Theaterstücks wird übrigens ins Stadtarchiv aufgenommen. Vielleicht regt es 2067 jemanden zu einem neuen Kapitel an. Stoff böte Werders Stadtgeschichte noch für einige Fortsetzungen.

Von Edith Mende

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