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Werders Heimatheft in einer Doppelausgabe

Heimatverein stellt neuen Band vor Werders Heimatheft in einer Doppelausgabe

Pünktlich zum Jahresende hat der Heimatverein Werder wieder seine Heimatgeschichtlichen Beiträge fertig gestellt und am Dienstag im Rathaus vorgestellt. Im Jubiläumsjahr der Blütenstadt ist es eine Doppelausgabe geworden, die 144 Seiten hat. Die Geschichten sind bunt und vielfältig, sowohl inhaltlich als auch stilistisch.

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Klaus Froh, Baldur Martin und Manuela Saß (v.l.) stellen den neuen Band der heimatgeschichtlichen Beiträge vor.

Quelle: Luise Fröhlich

Werder. Das Kino hat in Werder eine lange Geschichte und geht über den heutigen Scala-Kulturpalast weit hinaus. Er ist das Relikt einer Kino-Historie, die in der Blütenstadt 1912 mit dem Wanderkino von Heinrich Hartkopf begann. Er beantragte, Filme im Schützenhaus aufführen zu können. Das erste feste Kino war das Lichtspielhaus auf der Insel, das im Sommer nach dem Ende des Ersten Weltkrieges entstanden war. Abgelöst wurde es vom Linden-Palast, einem der modernsten und größten Lichtspieltheater seiner Zeit in der Region. Schließlich folgten 1940 die Fontane-Lichtspiele, heutzutage besser als Scala bekannt. Susanne Marok aus Berlin hat sich intensiv mit der Kino-Geschichte Werders befasst, die im neuen Band der Heimatgeschichtlichen Beiträge 2016/17 Werders zu lesen ist. Das 144 Seiten starke Heft ist am Dienstag vom Heimatverein und der Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) vorgestellt worden.

Linden-Palast Werder/Havel, 1926 eröffnet

Linden-Palast Werder/Havel, 1926 eröffnet

Quelle: Privat

Traditionell gibt der Heimatverein zum Jahresende die gesammelten Geschichten in einem Büchlein heraus. In diesem Jahr ist es doppelt so dick geworden, wie Ortschronist Baldur Martin berichtet. „Schon im Oktober fragen die Werderaner, wann denn das neue Heimatheft erscheint“, sagt er. Das Interesse ist groß. 300 Stück vom neuen Band sind mit Unterstützung der Stadt und anderen Sponsoren in Potsdam gedruckt worden. „Da es ein Jahrbuch ist, wollen wir möglichst spontan reinbringen, was angeboten wird“, erzählt Baldur Martin.

Zwei Serien finden ihre Fortsetzung in dem neuen Band

Deshalb überrascht es wenig, dass das Büchlein mit 16 Seiten über den Festumzug zur 700-Jahr-Feier beginnt. Stellvertretend für die mehr als 50 Gruppen, die daran mitgewirkt haben, berichten die des Obst- und des Weinbaus, wie ihre Szenen entstanden sind. Eckhart Baum berichtet über die Reformation in Brandenburg und wie sie sich auf Werder ausgewirkt hat und über die Geschichten, die in Kirchenbüchern stecken. Dazu hat Herausgeber Baldur Martin eine Federzeichnung der Heilig-Geist-Kirche aus einer etwas ungewöhnlicheren Perspektive gestellt. Ergreifend ist eine Geschichte, aufgeschrieben von Jürgen Grunow, über den Freitod seines Großvaters. Der Beitrag bezieht sich auf das Buch „Werder (Havel) 1945 – Zwischen fünf vor zwölf und fünf nach zwölf“ von Kurt Pape und Alfred Schultze. Jürgen Grunow hat dem Heimatverein Abschiedsbriefe der Großeltern zur Verfügung gestellt, die zeigen, wie verzweifelt sie ihrem Leben ein Ende setzen wollten.

In dem neuen Band der Heimatgeschichtlichen Beiträge werden unter anderem auch zwei Serien fortgesetzt. Einerseits geht es um Sehenswürdigkeiten, diesmal um die Entstehungsgeschichte des Fontane-Denkmals im Resort Schwielowsee in Petzow, und andererseits um Persönlichkeiten der Stadt. Dieses Porträt übernimmt Baldur Martin traditionell selbst und hat sich die Künstlerin Irina Fedorova ausgesucht. Die Kino-Geschichte von Susanne Marok nimmt ungewöhnlich viel Platz in dem Heft ein, wie Baldur Martin berichtet. Ursprünglich war der Aufsatz noch viel länger. „Aber das ist ein besonderer Artikel, den vorher noch keiner gemacht hat“, sagte Baldur Martin. Abschließend stellt der Vereinsvorsitzende Klaus Froh in einem Beitrag den neuen Vorstand des Heimatvereins vor.

Wo ist das Heimatheft zu haben?

Der Heimatverein hat jüngst alle seit 1982 erschienenen Bände der Heimatgeschichtlichen Beiträge gesammelt und in einem Archiv vereint. „Leser können dort auch ältere Exemplare kaufen, die ihnen vielleicht in der Sammlung noch fehlen“, erklärte Klaus Froh. Wer Interesse daran hat, sollte sich vorher per Mail (dr.froh@web.de) bei ihm melden.

Info: Für 9 Euro ist das Heimatheft in der Buchhandlung Hellmich in Werder, beim Kartenhaus im Werderpark und in der Touristeninformation der Stadt auf der Insel erhältlich.

Von Luise Fröhlich

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